Neue Krippe an der Johannes-Kirche
Langgehegter Wunsch erfüllt sich

Everswinkel -

Diesen Wunsch trug Michael Pohl schon sehr lange mit sich herum: Seit nunmehr 18 Jahren ist er Küster an der evangelischen Johannes-Kirche in Everswinkel. Jetzt hat er ein Vorhaben realisiert, dass er sich schon seit Beginn seiner Tätigkeit vorgenommen hatte.

Freitag, 11.12.2020, 07:55 Uhr aktualisiert: 11.12.2020, 08:00 Uhr
Schon jetzt ist die schöne neue Holzkrippe im Fenster des Gemeindebüros zu sehen. Auch ihr „Erbauer“, Küster Michael Pohl, freut sich über das schöne Stück für die Johannes-Kirche.
Schon jetzt ist die schöne neue Holzkrippe im Fenster des Gemeindebüros zu sehen. Auch ihr „Erbauer“, Küster Michael Pohl, freut sich über das schöne Stück für die Johannes-Kirche. Foto: Günther Wehmeyer

„Ich möchte für die Weihnachtsgottesdienste einen neuen Krippenstall bauen“, hatte er sich schon damals als Ziel gesetzt. Jetzt endlich ist es soweit: Ein mit viel Liebe zum Detail gebautes Schmuckstück ist derzeit im Fenster des Gemeindebüros an der Johannes-Kirche zu betrachten.

Michael Pohl ist gelernter Tischler und bringt natürlich für dieses Projekt gute Voraussetzungen mit. „Für ein solches Vorhaben braucht man auch den nötigen Platz“, erklärt Michael Pohl den „Zeitverzug“. „Um für meine andere Tätigkeit als selbstständiger Hausmeister das Material zu lagern, habe ich seit etwa sechs Monaten im Grothues eine kleine Halle gemietet, und so hatte ich genügend „Freiraum“, um das Projekt zu starten.

Ich habe meine gesamte Freizeit mit dem Bau des Stalls verbracht.

Michael Pohl

Anregungen dafür holte sich Pohl aus Beispielen aus dem Internet. „Ich habe von einem Stall, der mit gefiel ein großes Foto gemacht und in meiner Werkstatt aufgehängt“, beschreibt der Küster den Start der Aktion. Das sei etwa im September dieses Jahres gewesen. „Von da ab habe ich meine gesamte Freizeit mit dem Bau des Krippenstalls verbracht.“ Die vielen Paneelen, die den Stall von innen verkleiden, hat Pohl in mühevoller Kleinarbeit aus Lerchenholzbohlen gesägt. „Ich musste dabei jedes Stück mehrmals in die Hand nehmen bis es passte“, beschreibt er den Aufwand. Aus dem gleichen Material seien auch die Sparren für die Dachkonstruktion. Für die Dacheindeckung hat Michael Pohl etwa 900 Schindeln benötigt, die er sich aus dem Allgäu besorgt hatte. Allein dafür habe er drei Tage gebraucht. Schnell habe er erkannt, dass die bisherigen Tonfiguren allein von der Größe nicht zu dem neuen Stall passen. „Nach langen Suchen habe ich über ebay-Kleinanzeigen eine Frau gefunden, die auf ihrem Dachboden Krippenfiguren gefunden hat“, beschreibt Pohl diesen Glücksfall. „Für relativ ‚kleines Geld‘ konnte ich die Figuren erwerben.“ Als er sie ausgepackt habe, sei er überrascht gewesen von der Schönheit der handgeschnitzten Holzfiguren.

„Es ist viel zu schade, wenn dieses kleine Kunstwerk erst am Heiligabend in der Kirche zu sehen ist“, war die Reaktion von Gemeindesekretärin Britta Wiese , als sie erstmals ein Foto davon zu Gesicht bekam. „Wir stellen sie bis Weihnachten hinter das Fenster des Gemeindebüros“, lautete ihre Idee. „Dann können sich gerade jetzt zu Corona-Zeiten viele Menschen schon vorher daran erfreuen.“ Britta Wiese war es dann auch, die einen blauen Vorhang genäht hat, der die Sicht in das Innere des Büros verhindert und einen schönen Hintergrund bildet. Ebenfalls auf Vorschlag von Britta Wiese werden die Kinder des evangelischen Johannes-Kindergartens Sterne ausschneiden, die den blauen Vorhang zieren sollen.

Spätestens an Heiligabend wird der neue Krippenstall seinen Platz in der Kirche neben dem Altarraum gefunden haben.

Für Küster Michael Pohl ist es dann die Erfüllung eines langgehegten Wunsches, den er sich mit viel Begeisterung selbst erfüllen konnte.

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