Landhaus Bisping: Betreiber von Corona gebeutelt
Warten auf die Wende

Alverskirchen -

Unterm Strich rund 60 Prozent Umsatzverlust für dieses Jahr? Das ist das eine. Das andere ist die Unterstützung durch die Alverskirchener, sagt Gastronom Joe-Frank Gonschor aus dem Landhaus Bisping.

Montag, 21.12.2020, 23:59 Uhr
Landhaus Bisping: Betreiber von Corona gebeutelt: Warten auf die Wende
Foto: Karina Linnemann

Die Einschränkungen durch die Coronapandemie treffen die Wirtschaft teils sehr hart. Joe-Frank Gonschor , seit Jahresmitte Inhaber des Landhauses Bisping, kann ein Lied davon singen. Erst im Juni war der Deal mit der vorherigen Besitzerin Huberta Eslage perfekt geworden. Die Brüder Joe-Frank und René Gonschor übernahmen trotz der Corona-Krise das rentable und über die Ortsgrenzen hinaus bekannte Landhaus Bisping.

Betriebsübernahme trotz Corona

Unter neuer Führung lief das Hotel gut weiter, sogar das neu eröffnete Restaurant fand schnell Anklang. Dass dies gleich zum Ende des Monats ganz anders aussehen sollte, konnten die Brüder nicht ahnen. Grund dafür war der sprunghafte Infektionsanstieg in der Fleischfabrik Tönnies und der damit verbundene Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf. „Von jetzt auf gleich mussten wir die Zimmerreservierungen unserer Hotelgäste stornieren. 90 Prozent der Zimmer waren zu diesem Zeitpunkt belegt, das hat uns sehr hart getroffen“, erinnert sich Joe-Frank Gonschor. Einzig die Außengastronomie habe sie über Wasser gehalten.

Weitere Einbußen gab es in den folgenden Monaten aufgrund des in der Gastronomie geltenden Hygienekonzeptes. „Durch die neuen Vorschriften konnten wir nur 40 statt 80 Plätze in unserem Restaurant- und Thekenbetrieb anbieten“, so Gonschor. Dennoch sei er sehr glücklich, dass die Alverskirchener stets zu ihm gehalten hätten. „Wir haben uns hier von Anfang an sehr wohl gefühlt und sind sehr gut angenommen worden“, sagt Gonschor. Die Mentalität sei herausragend, die Menschen sehr offen.

Nur noch die halbe Bestuhlung

Mit dem Lockdown light sind wieder neue Beschränkungen hinzugekommen. Das Restaurant im Landhaus Bisping durfte keine Gäste mehr empfangen und auch der Thekenbetrieb lag abermals auf Eis. Es blieb nur der Außerhausverkauf von Speisen. „Besonders an den Wochenenden wird dies in Alverskirchen gut angenommen“, sagt Gonschor und freut sich über den Zuspruch. Sein Bruder René Gonschor, der die gemeinsame Gaststätte Biedendieck in Milte betreibt, musste aufgrund fehlender Nachfrage schließen.

Wir müssen und werden nur den Winter überstehen.

Joe-Frank Gonschor

Mit den nun geltenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie verlängert sich die Durststrecke im Hotel- und Gastronomiegewerbe. „Das Jahr ist gelaufen“, bringt es Gonschor auf den Punkt. Dass das Weihnachtsgeschäft nicht stattfinden könne, treffe die Gastronomie besonders hart. „Weihnachtsfeiern, Familienessen und Stammtischrunden fallen einfach weg. Über das ganze Jahr 2020 verteilt haben wir wegen der Coronapandemie etwa 60 Prozent Umsatzeinbußen“, sagt der gebürtige Warendorfer. Dennoch steckt er den Kopf nicht in den Sand. „Man sollte aus jeder Krise etwas Positives ziehen. Ich hatte etwa viel mehr Zeit für meine Frau und meine zwei Kinder“, betont Joe-Frank Gonschor und fügt hinzu „Ich habe schon viel erlebt, meine Haut ist dick. Wir müssen und werden nur den Winter überstehen.“

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