Margret Hugenroth betreibt das Kunsthandwerk des Stoffdrucks
600 handgefertigte Unikate im Jahr

Everswinkel -

Es ist eines der ältesten Kunsthandwerke, dem sich Margret Hugenroth verschrieben hat. Schon seit vielen Jahren fertigt sie mit Hilfe des Stoffdrucks textile Kunstwerke, die sie auf Kunstmärkten anbietet. Ihren Ursprung hat die Technik des Stoffdrucks schon im alten Ägypten und in China. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich diese Technik dann auch in Europa.

Donnerstag, 31.12.2020, 08:33 Uhr aktualisiert: 31.12.2020, 08:40 Uhr
Margret Hugenroth in ihrem Werkraum auf dem Hof Große Winkelsett, wo sie ihrem Hobby des Stoffdrucks nachgeht.
Margret Hugenroth in ihrem Werkraum auf dem Hof Große Winkelsett, wo sie ihrem Hobby des Stoffdrucks nachgeht. Foto: Günther Wehmeyer

Ein Blick in den kleinen Werkraum in ihrer Wohnung auf dem Hof Große Winkelsett an der Freckenhorster Straße in Everswinkel lässt die Vielfältigkeit ihrer gefertigten Werke, aber auch die Intensität erahnen, mit der sie dieses kreative Hobby betreibt. „Da ich für meine Produkte unterschiedliche Farben verwende, wäre der häufig verwendete Begriff ,Blaudruck‘ nicht korrekt“, stellt sie gleich zu Beginn des Gesprächs richtig.

„Bei einer Fahrt durch Nottuln bin ich auf die bekannte Blaudruckerei Kentrup gestoßen und habe mir dort spontan deren Ausstellungsräume angeschaut“, erinnert sich die Everswinkelerin an die erste Begegnung mit diesem Kunsthandwerk. Über eine Kollegin hat sie dann Kontakt mit der Firma „Blauweißchen“ in Davensberg aufgenommen und erste Materialien für den Stoffdruck erstanden. „Die Firma ist bekannt wegen ihrer lösungsmittelfreien und nahezu kochfesten Farben“, hebt Hugenroth hervor. „Die Inhaberin hat Textildesign studiert und hat mehrere Hundert Stoffdruckstempel, genannt ‚Modeln‘, selbst entworfen.“ Insgesamt habe die Firma über 2000 verschiedene Modeln im Angebot und sei deshalb ein Eldorado für Liebhaber der Stoffdruckerei.

Andere fahren in Urlaub und ich erfreue mich an meiner Stoffdruckerei.

Margret Hugenroth

Davon, dass Margreth Hugenroth eine offensichtlich gute Kundin von ‚Blauweißchen“ ist, zeugt die stolze Zahl von etwa 300 Modeln, auf die sie inzwischen bei ihrer Arbeit zurückgreifen kann. „Geschirrtücher, Deckchen für Brotkörbe, Tischdecken und Lavendelsäckchen sind immer die nachgefragtesten Artikel“, erläutert die Hobby-Künstlerin ihr Angebot. Aber auch Taschen, Schürzen, Flaschen- und Brotbeutel würden zunehmend gerne gekauft. „Einige Dinge nähe ich selbst, andere kaufe ich fertig ein.“ Und so sind es immerhin rund 600 Teile, die jährlich unter ihren Händen entstehen.

„Die ‚Rohlinge‘ müssen zunächst zweimal mit Feinwaschmittel gewaschen und danach gebügelt werden“, beschreibt sie die Arbeitsabläufe. Jedes Stück werde dann mit mehreren Modeln und verschiedenen Farben bedruckt und sei so immer ein Unikat. Dabei brauche sie allerdings immer Tageslicht, denn die Erfahrung habe gezeigt, dass Kunstlicht präzises Arbeiten erheblich erschwert. Anschließend werden die Farben in einer Heißmangel fixiert und können so auch die eine oder andere Kochwäsche überstehen.

„Auf der CDU-Hobby-Künstler-Börse 2003 habe ich erstmals meine Produkte auf einem Stand angeboten“, erinnert sich Margret Hugenroth an den „Verkaufsstart“ vor nunmehr 17 Jahren. „Seitdem war ich immer dabei.“ Regelmäßig sind ihre kleinen Kunstwerke auch beim Warendorfer Weihnachtswäldchen zu erwerben. In den letzten Jahren hat sich auch der Hof-Basar auf dem Hof Große Winkelsett etabliert, zu dem sich einige befreundete Hobbykünstler zusammengefunden haben.

„In diesem Jahr ist leider alles ausgefallen, aber so konnte ich es etwas ruhiger angehen lassen.“ Denn in den letzten Jahren habe sie zusammen mit den Märkten ihre gesamten Urlaubstage ihrem Hobby ‚geopfert‘. „Andere fahren in Urlaub und ich erfreue mich an meiner Stoffdruckerei“, nimmt sie das jedoch sehr gelassen hin.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7745621?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F128%2F
Nachrichten-Ticker