Corona-Schutzimpfung im St.-Magnus-Haus
Hoffen auf ein Stück Normalität

Everswinkel -

„Ich hab‘ gar nichts gemerkt!“ Bewohnerin Agnes Urich war überrascht, wie schnell die Corona-Impfung erledigt ist. Es war nur ein kleiner Pieks, aber für die Menschheit ein großer Schritt. Bei der groß angelegten Corona-Impfaktion im St. Magnus-Haus ließen sich 120 Bewohner und Mitarbeiter impfen. Die zweite Impfung folgt in drei Wochen, damit der vollständige Impfschutz sieben Tage später erreicht ist.

Dienstag, 12.01.2021, 07:15 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 07:20 Uhr
Bewohnerin Agnes Urich ließ sich im St. Magnus-Haus von Reinhold Große (l.) gegen Corona impfen. Wohnbereichsleiterin Sonja Müller assistierte dabei.
Bewohnerin Agnes Urich ließ sich im St. Magnus-Haus von Reinhold Große (l.) gegen Corona impfen. Wohnbereichsleiterin Sonja Müller assistierte dabei. Foto: St. Elisabeth Stift gGmbH

Die Bewohner ließen sich alle impfen, sofern ihr Gesundheitszustand es zuließ. Bei den Mitarbeitern lag die Quote in den Einrichtungen der St. Elisabeth-Stift gGmbH zwischen 75 und 90 Prozent. „Als Mitarbeiter, die jeden Tag viel Kontakt mit der hochgefährdeten Gruppe der älteren Menschen haben, sollten wir vorangehen, wenn wir die Möglichkeit dazu haben“, meinte Magdalene Wierbrügge. Für sie stand es außer Frage, die Chance zur frühen Impfung zu nutzen.

Wir erhoffen uns, dass die Impfung Lockerungen ermöglicht und wir wieder ein Stück Normalität zurückgewinnen.

Jens Hinkemann von der Hausleitung

Wie am Schnürchen klappte die Impfaktion im Senioren-Zentrum, die in Kooperation mit den drei Everswinkeler Hausarztpraxen durchgeführt wurde.

Gute Organisation und große Bereitschaft

Stephan Vienenkötter lobte, „es ist alles sehr gut organisiert.“ Kollege Reinhold Große bilanzierte zur Halbzeit, dass der Impfstoff bislang von allen gut vertragen worden sei. Und Dr. Elke Künne hob hervor, „es ist sehr positiv, dass sich viele impfen lassen wollen.“ Eine verantwortungsvolle Aufgabe hatten auch die medizinischen Fachangestellten Heike Wieler und Hildegard Kleikamp, die nach genauen Vorgaben den Impfstoff aufbereiteten.

Nach strengen Vorgaben musste der Biontech/Pfizer-Impfstoff aufbereitet werden. Im Bild: die beiden medizinischen Fachangestellten Heike Wieler (l.) und Hildegard Kleikamp.

Nach strengen Vorgaben musste der Biontech/Pfizer-Impfstoff aufbereitet werden. Im Bild: die beiden medizinischen Fachangestellten Heike Wieler (l.) und Hildegard Kleikamp. Foto: St. Elisabeth Stift gGmbH

Die Impfaktion interessierte auch Bürgermeister Sebastian Seidel , der sich mit dem Bezirksbeamten Jürgen Hüning vor Ort ein Bild machte. „Wir erhoffen uns, dass die Impfung Lockerungen ermöglicht und wir wieder ein Stück Normalität zurückgewinnen“, sagte Hausleiter Jens Hinkemann . Insbesondere die Testungen von Mitarbeitern und Besuchern bedeuteten im Alltag einen hohen Aufwand. Seidel zeigte sich erfreut über die hohe Impfbeteiligung. „Ich wünsche dem Haus sehr, dass wieder ein Stück Normalität einkehren kann.“

Hoher bürokratischer Aufwand

Bis zur Umsetzung der Impfung hatte die Hausleitung mit großer Unterstützung von Hygienefachkraft Markus Geilen, Hauswirtschaftsleitung Roswitha Mechelk und des Technischen Leiters Peter Kerkmann einen Organisationsmarathon absolviert. Für Bestellung und Logistik des Impfstoffs lobt Netzwerkkoordinator Markus Giesbers die sehr gute Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe und Kooperation mit den örtlichen Hausarztpraxen.

In der Vorbereitung waren vor allem der bürokratische Aufwand und die räumlich-personelle Organisation große Aufgaben. Beides war penibel vorgegeben, damit die Impfung fachgerecht vonstatten geht und sauber für das Robert-Koch-Institut dokumentiert werden kann. Bereits vor Weihnachten wurden in doppelter Ausfertigung die Formulare für Aufklärung, Anamnese/Einwilligung sowie Impfbescheinigung verschickt. Der schnelle Rücklauf vor allem der Einwilligungen war wichtig, um den tatsächlichen Impfstoffbedarf für die verbindliche Bestellung am 30. Dezember abschätzen zu können. Viele Bögen kamen unvollständig ausgefüllt zurück, telefonisch musste nachgehakt werden. Parallel wurde die Zeit für Info-Veranstaltungen genutzt, in denen Ärzte des St. Josef-Stifts sachlich aufklärten.

Mitarbeiterinnen des St. Magnus-Hauses ruhen sich nach der Impfung aus. Als Ruheraum waren das Café und „Die kleine Kneipe“ umgestaltet worden.

Mitarbeiterinnen des St. Magnus-Hauses ruhen sich nach der Impfung aus. Als Ruheraum waren das Café und „Die kleine Kneipe“ umgestaltet worden. Foto: St. Elisabeth Stift gGmbH

An den Impftagen mussten ausreichend Mitarbeiter bereit stehen, um die Bewohner zur Impfung zu begleiten. Es war ein Einbahnstraßensystem eingerichtet mit Wartebereich, Impfzimmer, Ruheraum und Ausgang.

Streng bewachter Impfstoff

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer wurde streng bewacht geliefert und musste zuverlässig gekühlt aufbewahrt werden; es gab nur ein enges Zeitfenster für die Impfung. „Ich bin sehr stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Vorbereitung und Durchführung einen super Job gemacht haben“, so Geschäftsführer Dr. Ansgar Klemann. Mit der Impfung sei ein wichtiger Schritt getan, um die besonders verletzliche Gruppe der Menschen über 80 Jahre zu schützen. Gleichwohl ist sich auch Hausleitung Jens Hinkemann sicher: „Wir müssen die Hygiene- und Schutzmaßnahmen auch weiterhin streng einhalten.“

Info-Austausch - Bürgermeister Sebastian Seidel, Bezirksbeamter Jürgen Hüning und Jens Hinkemann von der Hausleitung (v.l.).

Info-Austausch - Bürgermeister Sebastian Seidel, Bezirksbeamter Jürgen Hüning und Jens Hinkemann von der Hausleitung (v.l.). Foto: St. Elisabeth Stift gGmbH

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