Gespann-Hänger kippt um: Bergung zieht sich über Stunden hin
Großeinsatz nach Unfall eines Gefahrgut-Transporters

Everswinkel -

Ein Gefahrgut-Transporter ist am Montag auf der Kreisstraße 19 nahe Everswinkel verunglückt. Die heikle Ladung sorgte für einen Großeinsatz an Einsatzkräften, der sich über Stunden hinzog. Alarmiert worden waren unter anderem der ABC-Zug aus Ahlen und ein Autokran zur Bergung.

Dienstag, 12.01.2021, 13:00 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 13:02 Uhr
Ein herbeigeorderter Autokran richtete am Montagabend den umgekippten Lkw-Hänger auf, der Gefahrgut geladen hatte.
Ein herbeigeorderter Autokran richtete am Montagabend den umgekippten Lkw-Hänger auf, der Gefahrgut geladen hatte. Foto: Max Lametz

Es war ein Treiben wie bei einer Großschadenslage. Immer neue Einsatzkräfte trafen im Laufe des späten Montagnachmittags an der Unfallstelle auf der Kreisstraße 19 zwischen Everswinkel und Raestrup ein. Auf einem nahe gelegenen Bauernhof wurde ein Einsatzzentrum eingerichtet, wo sich die eintreffenden Feuerwehr-, Spezial- und Bergungsfahrzeuge zunächst sammelten. Auslöser war ein Gefahrguteinsatz, der ab 14.30 Uhr seinen Lauf nahm.

Im Laufe des Montagnachmittags und -abends sammelten sich immer mehr Einsatzkräfte aus dem Kreis Warendorf an der Unfallstelle zwischen Everswinkel und Raestrup.

Im Laufe des Montagnachmittags und -abends sammelten sich immer mehr Einsatzkräfte aus dem Kreis Warendorf an der Unfallstelle zwischen Everswinkel und Raestrup. Foto: Klaus Meyer

Zu dem Zeitpunkt war ein 45-jähriger Speditionsfahrer aus Osnabrück mit seinem Lkw-Gespann aus bislang noch ungeklärter Ursache auf gerader Strecke von der Fahrbahn abgekommen. Nachdem es dem Fahrer gelungen war, die Zugmaschine wieder unter Kontrolle zu bringen, rutschte der Anhänger des Gespanns in den anliegenden Straßengraben ab und war nicht mehr zu halten. Die zuerst alarmierte Polizei erkannte die missliche Situation schnell und setzte sofort die Feuerwehr in Bewegung, die mit zahlreichen Einsatzkräften zur Unfallstelle ausrückte. Nachdem sich Einsatzleiter Andreas Enseling einen ersten Überblick verschafft hatte, war letztendlich eindeutig klar, dass es sich bei dem verunfallten Lastwagen um einen Gefahrenstofftransport handelt. Die Ladung war für ein Unternehmen in Münster vorgesehen. Es war der Zeitpunkt, die Alarmierung auszuweiten.

Auch Spezialausrüstungen und der ABC-Zug aus Ahlen wurden alarmiert.

Auch Spezialausrüstungen und der ABC-Zug aus Ahlen wurden alarmiert. Foto: Max Lametz

Daraufhin wurden Kräfte aus dem weiteren Kreis Warendorf hinzugezogen, unter anderem der ABC-Zug der Feuerwehr Ahlen. Unterstützung leisteten zudem diverse speziell ausgebildete Feuerwehrleuten aus dem Kreis. Letztendlich waren Kräfte aus Ahlen, Sendenhorst, Beckum, Ennigerloh, und Oelde vor Ort. Auch das Technische Hilfswerk war zur Unfallstelle gerufen worden, und leuchtete die Einsatzstelle aus. Die Polizei hatte unterdessen alle Zufahrten schon von der Bundesstraße 64 und der Kreisstraße 3 abgeriegelt.

Nachdem die Feuerwehr mittels der Bordpapiere festgestellt hatte, dass man es hier mit flüssigem organischen Peroxid sowie flüssigen Kohlenwasserstoffen zu tun hat, wurde ein Gefahrenradius von 100 Metern eingerichtet. Zur Bergung des leicht entzündlichen Stoffes wurde der Anhänger mittels eines Autokrans aufgerichtet. Die Mitglieder des ABC-Zuges stiegen in ihre schweren Vollschutzanzüge und begaben sich in unmittelbare Nähe der Unglücksstelle. Dabei wurden sie von einer Drohne unterstützt, die eine optische Verbindung zur Einsatzleitung ermöglichte, um die Situation und mögliche Gefahren aus sicherer Entfernung zu begutachten.

Wie ein gut geöltes Uhrwerk arbeiteten die Einsatzkräfte aus den verschiedenen Orten Hand in Hand.

Wie ein gut geöltes Uhrwerk arbeiteten die Einsatzkräfte aus den verschiedenen Orten Hand in Hand. Foto: Max Lametz

Nach einiger Zeit und zahlreichen Messungen, konnte dann aber doch Entwarnung gegeben werden. Denn trotz der Tatsache, dass die Ladung im Anhänger beim Unfall offensichtlich durch den Laderaum geschleudert worden war, blieb diese glücklicherweise unbeschädigt, so dass von den geladenen Stoffen keine weitere Gefahr ausging. Das Technische Hilfswerk war überdies mit einem Radlader vor Ort, um die Ladung aus dem Anhänger zu bergen.

Wie berichtet, wurde der Fahrer bei dem Unfall nicht verletzt. Der Einsatz zog sich über Stunden hin, die K19 war über einen Zeitraum von rund zwölf Stunden voll gesperrt. Die Höhe des Sachschadens kann die Polizei noch nicht beziffern.

Das THW war mit einem Radlader angerückt, um die Lkw-Ladung bergen zu können.

Das THW war mit einem Radlader angerückt, um die Lkw-Ladung bergen zu können. Foto: Max Lametz

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