Kolping-Narrenfeste von 1987 bis 1992 auf DVD
Nostalgie-Karneval aus der Konserve

Everswinkel -

Das ist eine echte Alternative zum Karneval der vergangenen Jahre – als wäre man quasi live dabei. Die Everswinkeler Narren können 2021 im eigenen Zuhause feiern und dabei die Stimmung der 80er und 90er- Jahre aufleben lassen.

Freitag, 15.01.2021, 19:30 Uhr
Ewald Stumpe in seiner früheren Präsidentenkluft vor historischer Kolping-Karnevalskulisse. In seinen Händen hält er eine von fünf Jahrgangs-Doppel-DVDs, mit denen man zurück in die närrische Zeit der 80er- und 90er-Jahre reisen kann.
Ewald Stumpe in seiner früheren Präsidentenkluft vor historischer Kolping-Karnevalskulisse. In seinen Händen hält er eine von fünf Jahrgangs-Doppel-DVDs, mit denen man zurück in die närrische Zeit der 80er- und 90er-Jahre reisen kann. Foto: Klaus Meyer

Das Bild im 4:3-Format, mal scharf und auch mal weniger scharf, der eine oder andere Wackler und auch mal ein kurzer Ton-Aussetzer – die „Generation HDR“ mag sich vielleicht verwundert die Augen reiben. Ja, es wurde auch mal analog gefilmt. Damals. Auf Super8, Hi8, Video8, VHS und Co.. Heute sind das Zeitdokumente, die zwar nicht mit der „state of the art“ High-Tech-Brillanz mithalten können, aber mit etwas anderem punkten: Nostalgie. Wer sich heute Karnevalsfeste aus den 80er- und 90er-Jahren anschaut, bekommt davon eine dicke Portion. Ein Wiedersehen mit Freunden, Bekannten und vielleicht sogar mit sich selbst. Die Festhalle war proppevoll und Corona nicht mehr als eine Bier-Marke.

Zu Hause feiern mit der Stimmung der 80er und 90er – das haben sich Ewald Stumpe und Theo Kortmann, Sprecher des Orga-Teams des Kolpingkarnevals, gedacht. Jahrzehntelang schlummerten die närrischen Bildschätze von den Kolping-Karnevalsfesten vergessen in irgendwelchen Schubladen und setzten Pixel-Patina an. Was aber, wenn man diese Zeugnisse unbeschwerter Feierei vergangener Tage in die heutige digitalisierte Welt transformieren würde – so quasi als Jecken-Notmedizin in zwangsläufig karnevalsfreier Corona-Zeit? Eine närrische Impfung mittels DVD, BluRay oder USB-Stick?

Wir haben einige Monate daran gearbeitet.

Ewald Stumpe

Mit Thomas Bornefeld fand Stumpe den passenden Partner für die Umwandlung von analoger zu digitaler Nostalgie. Und mit Robert Bellmann jenen für die Vervielfältigung auf den verschiedenen Datenträgern. Die Wahl fiel auf die Kolping-Karnevalsfeste von 1987 mit dem Prinzenpaar Theo und Gabi Kortmann, 1988 mit Karl-Heinz und Hannelore Ekel, 1989 mit Walter und Elfriede Kröger, 1990 mit Theo und Wilma Schwert sowie 1992 mit den Regenten Eugen und Elisabeth Schlüter. 1991 waren alle Karnevalsaktivitäten wegen des Golf-Krieges abgesagt worden. Gefilmt wurden die Feiern seinerzeit von Werner Kortenjann, Rainer Vlasak und Robert Heitmann. Das 87er-Fest war übrigens das erste, das in Farbe gefilmt wurde. Fünf Jahrgänge, fünf Doppel-DVDs oder BluRays mit Laufzeiten von 120 bis 190 Minuten.

Rund 400 jecke Besucher drängten sich damals in der Festhalle und verfolgten Auftritte des Fanfarenzugs Milte, der Show-Band „The Canyons“, der Tanzgruppe „Micucama“ aus Alverskirchen, Vereinsauftritte, Musikdarbietungen junger Bühnenkünstler, begeisternde Tänze der Blau-Weißen Funken und der Präsidentengarde sowie lustige Bütt-Reden. 1988 etwa die des Franziskanerpaters Folkmar, der schon 1963 – damals noch im Saal Diepenbrock – aufgetreten war und nun noch einmal ein „Comeback“ in der Festhalle feiern wollte und mit der Bemerkung einstieg, „Diepenbrock hat angebaut“.

Sitzungspräsident des damaligen Kolping-Karnevals war Ewald Stumpe, der das Zepter von 1975 bis 1992 in der Hand hatte und die Feste mit der läutenden Glocke in der Hand eröffnete. Da gab‘s beispielsweise noch einen Eröffnungstanz des Prinzenpaares im Walzertakt durch die Reihen der Zuschauer, und Heinz Stumpe begleitete als Zeremonienmeister die Narren-Stars zur Bühne. „Durch Corona ist derzeit so eine Zusammenkunft undenkbar“, begründet Ewald Stumpe das Reanimationsprojekt der alten Aufnahmen. Karneval für zu Hause im Jahr 2021, in dem vorläufig auch weiterhin nicht viel geht.

Jetzt gibt‘s „das volle Programm – so, als wäre man in der Halle“.

Ewald Stumpe

„Wir haben einige Monate daran gearbeitet“, blickt er auf die Umsetzung zurück. Jetzt gibt‘s „das volle Programm – so, als wäre man in der Halle“.

Die fünf bestellbaren Jahrgänge (1987 bis 1992) gibt es für jeweils 15 Euro als DVD oder BluRay sowie für 18 Euro als USB-Stick; der Reinerlös ist für die Kolpingsfamilie gedacht. Bestellen können Interessenten sie telefonisch bei Bellmann TV unter  94 02. Robert Bellmann stellt dann binnen einer Woche die Kopie her, die man dann am Service-Schalter des Geschäfts in der Vitusstraße abholen kann. Der Betrieb Bellmann hat aufgrund des Werkstatt- und UPS-Versandservices montags bis freitags von 9 bis 12 sowie 15 bis 18 Uhr geöffnet und samstags von 9 bis 13 Uhr.

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