Erstkommunion: Mit YouTube-Videos die Familien erreichen
Vorbereitung mal völlig anders

Everswinkel -

Corona verändert bekanntlich viele Dinge. Dass einige hauptamtliche Mitarbeiter der Kirchengemeinde St. Magnus – St. Agatha zu „YouTubern“ werden, ist hingegen neu. Seit einigen Monaten werden immer wieder Gottesdienste über diese Online-Plattform gestreamt, was gut funktioniert. Jüngst kam ein weiteres Format hinzu: Die Erstkommunionvorbereitung in Everswinkel und Alverskirchen ist im Januar gestartet – digital.

Mittwoch, 17.02.2021, 07:55 Uhr aktualisiert: 17.02.2021, 08:00 Uhr
Indisches Brot backen, eine Kerze selbst gestalten oder ein Familienfest der Dankbarkeit – die Vorbereitung auf die Erstkommunion ist auch digital vielfältig.
Indisches Brot backen, eine Kerze selbst gestalten oder ein Familienfest der Dankbarkeit – die Vorbereitung auf die Erstkommunion ist auch digital vielfältig. Foto: Kirchengemeinde

Dazu wurden Videos erstellt, bearbeitet und online den Familien zur Verfügung gestellt. Ursprünglich waren Gruppenstunden in Kleingruppen geplant, doch durch die verschärften Maßnahmen war auch dies nicht mehr möglich. Pastoralreferent Alexander Scherner als Verantwortlicher für die Erstkommunionvorbereitung musste sich also ein neues Konzept überlegen.

„Mir ist der Kontakt zu den Kindern immer sehr wichtig. Einfach ein paar Arbeitsblätter zu versenden, das würde meinem Anspruch nicht gerecht werden. Daher habe ich diese Videos erstellt. Das ersetzt zwar nicht den direkten Kontakt, dennoch kann ich so mit den Kindern besser in Verbindung bleiben als über schriftliche Interaktionen“, erklärt er.

Bislang wurden zwei Einheiten für die Kinder und ihre Familien produziert. In der ersten Einheit konnten die Kinder mit zur Verfügung gestellten Material ihre persönliche Kerze gestalten als Begleiter für ihre gesamte Erstkommunionvorbereitung. Passend zum Licht der Kerze ging‘s in der ersten Einheit um die Taufe. Die Familien waren eingeladen, über die Taufe der Kinder zu sprechen. Darüber hinaus, hat Scherner in seinem Video die Bedeutung der Taufe erklärt, und die Erstkommunionkinder konnten alle Gegenstände, die für eine Taufe benötigt werden, kennenlernen. Abschließend waren die Familien eingeladen, eine virtuelle Andacht zu Hause zu feiern. Im Video zur Andacht wurde an die eigene Taufe erinnert und schließlich die selbstgestaltete Kerze entzündet.

Die vielen positiven Rückmeldungen aus den Familien machen mich zuversichtlich, dass sich der Aufwand lohnt.

Pastoralreferent Andreas Scherner

In der zweiten Einheit wurden Theorie und Praxis ebenfalls miteinander verbunden. Die Kinder konnten die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen einer Geburtstagsfeier und der Feier eines Gottesdienstes erfahren. Für einen Geburtstag beispielsweise werden häufig Einladungskarten verschickt; eine Einladung zum Gottesdienst gibt es auch, allerdings ist diese in Form der Kirchenglocken weitaus größer und schwerer. So wurden verschiedenste Elemente der beiden Feiern gegenübergestellt. Für eine abwechslungsreiche Einheit sorgte dabei auch der Wechsel zwischen Pastoralreferent, der die Geburtstagsfeier erklärte, und Pfarrer Pawel Czarnecki, der über die Vorbereitungen für den Gottesdienst berichtete.

Darüber hinaus waren die Familien eingeladen, ein eigenes Fest zu Hause zu feiern – ein Fest der Dankbarkeit. Unter Anleitung wurde auch hier eine kurze Andacht gefeiert, während der sich die Familien darüber austauschen durften, für was sie alles dankbar sind. Zu einem Fest gehört natürlich auch etwas zum Essen. Daher bekamen die Familien ein Rezept für ein indisches Brot als Videobotschaft von Pfarrer Thomas zur Verfügung gestellt. In dem erklärt der aus Indien stammende Priester Schritt für Schritt, wie das Brot hergestellt wird.

„Für mich ist dieses digitale Format eine ganz neue Erfahrung. Ein Video von ein paar Minuten zu erstellen, braucht sehr viel Zeit“, bilanziert Scherner. Die einzelnen Filmausschnitte gelte es zusammenzufügen, Texte einzufügen und die passende Musik als Untermalung auszuwählen, damit ein ansprechender Film entstehe. „Die vielen positiven Rückmeldungen aus den Familien machen mich allerdings zuversichtlich, dass sich der Aufwand lohnt. Ich habe Gefallen daran gefunden, immer wieder neue und ansprechende Videos zu erstellen, freue mich aber noch mehr darauf, die Kinder wieder persönlich treffen zu können.“

Bis die Erstkommunionvorbereitung wieder als Gruppenstunden stattfinden können, soll es weitere Videos geben. Aber: „Ich hoffe, dass wir bis zu den Erstkommunionfeiern im April und Mai noch die ein oder andere Gruppenstunde als Präsenzveranstaltung durchführen können.“

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