Neuer Altar in der St.-Magnus-Kirche aufgebaut
Das Herzstück steht an seinem Platz

Everswinkel -

Es war zweifellos ein „erhebender“ Moment. Als Bildhauer Stefan Lutterbeck mit seinen beiden Mitarbeitern die alte, rund 800 Kilogramm schwere Mensaplatte mittels Flaschenzugkonstruktion anhob, über den neuen Altar schwenkte und langsam absenkte, verschmolzen sinnbildlich Geschichte und Zukunft der St. Magnus-Kirche.

Freitag, 02.04.2021, 09:15 Uhr aktualisiert: 02.04.2021, 09:20 Uhr
Pfarrer Pawel Czarnecki setzt im Beisein von Architektin Monika Göddeker und Bildhauer Stefan Lutterbeck die Zeitkapsel in den Altar ein, die neben mit der Urkunde und Berichten über die Kirchenrenovierung bestückt ist.
Pfarrer Pawel Czarnecki setzt im Beisein von Architektin Monika Göddeker und Bildhauer Stefan Lutterbeck die Zeitkapsel in den Altar ein, die neben mit der Urkunde und Berichten über die Kirchenrenovierung bestückt ist. Foto: Klaus Meyer

Auch für Pfarrer Pawel Czarnecki , Architektin Monika Göddeker und den Projektausschussvorsitzenden Werner Schniedermann ein Moment, innezuhalten. Das Herzstücks der Pfarrkirche steht an seinem Platz.„Es hat sehr gut geklappt. Wir haben genau nach Maßangabe gearbeitet, und das hat sich auch gelohnt“, blickt Lutterbeck zufrieden auf den Altar-Aufbau zurück, der am Montag begonnen hatte. Den ursprünglichen großen Sandsteinblock „haben wir bewusst zerschnitten“, erläutert die Architektin. Denn der neue Altar besteht nun aus zwölf Elementen und greift damit die zwölf Apostel auf. Die Zwölf gilt als bedeutsamste Zahl des Christentums. Der Tag zählt zwölf Stunden, das Volk Israel hat zwölf Stämme, das Alte Testament kennt zwölf kleine Propheten, das himmlische Jerusalem umfasst zwölf Tore, auf denen zwölf Engel stehen.

Spannender Moment: Mit Hilfe einer Flaschenzug-Konstruktion lassen Bildhauer Stefan Lutterbeck und seine Mitarbeiter die alte Mensaplatte einschweben, um sie auf dem neuen Altar aufzusetzen.

Spannender Moment: Mit Hilfe einer Flaschenzug-Konstruktion lassen Bildhauer Stefan Lutterbeck und seine Mitarbeiter die alte Mensaplatte einschweben, um sie auf dem neuen Altar aufzusetzen. Foto: Klaus Meyer

Die Sandstein-Elemente wurden nach der Bearbeitung dann exakt wieder zusammengefügt, so dass selbst die Maserung des Steins durchgängig verläuft. Die Oberfläche der älteren Mensaplatte wurde gezahnt und damit optisch angepasst. „Die Lebendigkeit des Steins wurde damals bewusst weggenommen. Jetzt geht es zurück zur alten Lebendigkeit“, erklärt Göddeker. Die wohl ursprünglich aus einer anderen Kirche stammende Platte war 1981 für den damaligen neuen Altar von St. Magnus verwendet worden. Aus der Zeit stammt auch das goldene Lamm Gottes, das wieder seinen Platz an der Frontseite des neuen Altars finden wird. Die einzelnen Steine des neuen Altars ruhen allein durch ihr Eigengewicht, Mörtel oder ähnliches Bindungsmaterial war nicht nötig. Und nicht gewollt, „sonst würde das ja nicht mehr dem Entwurf entsprechen“.

Vorbereitet ist auch das neue Podest für die wertvolle Pieta. Hinter ihr bleibt die Kirchenwand geöffnet und gibt einen Blick auf das historische Mauerwerk frei.

Vorbereitet ist auch das neue Podest für die wertvolle Pieta. Hinter ihr bleibt die Kirchenwand geöffnet und gibt einen Blick auf das historische Mauerwerk frei. Foto: Klaus Meyer

Bevor die Mensaplatte einschwebte, versenkte Pfarrer Czarnecki die „Zeitkapsel“ im Altar. Sie enthält neben der Urkunde die WN-Themenseiten mit den Berichten über die Renovierungsarbeiten. Der noch freie Schacht oben in der Mensaplatte ist den Reliquien vorbehalten, die Bischof Dr. Felix Genn im Rahmen der anstehenden Altarweihe während des Pontifikalamtes am 11. April einsetzen wird, bevor Stefan Lutterbeck den Schacht „zumauert“.

„Der heilige Magnus kommt wieder nach Everswinkel“, macht der Pfarrer noch auf eine Besonderheit aufmerksam. Im Vorgänger-Altar fehlte die Reliquie nämlich überraschend. Nun kommt Ersatz aus Münster, auch dank der Schließung der Ludgeri-Kirche in Rheine und Verlegung der dortigen Reliquien. „Der heilige Magnus kommt aber nicht allein – er kommt mit der heiligen Agatha“, kündigt Czarnecki an. Schließlich sind die beiden Pfarreien St. Magnus und St. Agatha ja zusammengelegt worden.

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