Altefrohne-Entwurf für Aufstockung der OGS
Erweiterung mit viel Holz

Everswinkel -

Wenn sich zwei Fachausschüsse zur gemeinsamen Sitzung zusammenfinden – gerade in dieser Zeit – dann muss etwas Bedeutsames zur Entscheidung anstehen. Das war am Dienstagabend zweifellos der Fall, als sich die Mitglieder des Schul- und des Bauausschusses mit einem neuen Bauprojekt befassten: Die Erweiterung der OGS der Grundschule Everswinkel wird konkret.

Donnerstag, 15.04.2021, 08:05 Uhr aktualisiert: 15.04.2021, 08:10 Uhr
Der mittlere Trakt der Grundschule wird um ein Stockwerk aufgestockt und erhält eine monolithische Optik.
Der mittlere Trakt der Grundschule wird um ein Stockwerk aufgestockt und erhält eine monolithische Optik. Foto: Klaus Meyer

Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Gemeindeverwaltung vier ihr bekannte Architekten-Büros in Everswinkel und näherer Umgebung eingeladen, ein „schlüssiges Konzept“ für die Aufstockung des OGS-Gebäudes unter Beachtung vorgegebener Kriterien zu erarbeiten. Zwei Büros nutzten die Chance, die Wahl der Jury mit Vertretern aus Verwaltung, Politik, Schule und OGS entschied sich für den des Warendorfer Büros Altefrohne Planungsgesellschaft, das seinerzeit auch schon den neuen Verbundschulbau in der Verantwortung hatte.

Architektin Julia David , die von einer „interessanten und innovativen Wettbewerbsauslobung“ sprach, stellte den Entwurf für das Büro vor. Demnach soll der aus den Jahren 1956 und 1963 stammende Verbindungstrakt zwischen Schul-Altbau und neuem Forum nach Abtragung des Dachs um ein neues 2. Obergeschoss aufgestockt werden. Dazu wird der Bestand mit elf Stahlträgern überspannt. Der Aufbau wird 32 Meter lang und elf Meter breit sein und von einer vertikalen Lärchenholzschalung um hüllt werden. Die werde auf Lücke gesetzt; Luftfugen ermöglichen eine gute Durchlüftung. „Lärchenholz ist sehr witterungsbeständig, ein sehr hartes, formstabiles und langlebiges Holz, das auch sehr edel wirkt.“ Das Holz werde als Hülle übergestülpt. Im Ergebnis werde es ein „monolithisches Gebäude, das einen starken Akzent setzen soll“.

Wir freuen uns, mit diesem Entwurf einen echten Schritt in Richtung öko-logisches Bauen getan zu haben.

Jürgen Günther, Grüne

Die Fassade werde sehr offen gehalten, auf der westlichen Dachseite ist eine Photovoltaik-Anlage vorgesehen, das Treppenhaus wird ins zweite Obergeschoss fortgeführt, und für die barrierefreie Erschließung des gesamten Gebäudeensembles wird außen ein Aufzugschacht angesetzt, der eine vertikale Begrünung erhält. „So kann man immergrüne Akzente setzen“, betonte Davids, die sich ohnehin über die ökologische Ausrichtung freute. „Toll, dass hier etwas Nachhaltiges gewollt wird. Es wird spannend, wie der Entwurf realisiert wird.“ Kernstück innen ist der Multifunktionsbereich, „eine fließende Zone, ein Bereich, in dem ganz viel passieren kann“ im Hinblick auf Materialien, offenem Raumkonzept und viel Transparenz. 36 Sitzplätze werden geschaffen, so dass das Mittagessen in nur noch zwei Schichten absolviert werden kann. Auch ein sicherer Balkon mit hoher Brüstung und fest montiertem Mobiliar ist in der Überlegung.

Insgesamt rund 300 Quadratmeter neue Nutzfläche inklusive Erschließungszone entstehen. Die bislang kalkulierten Gesamtkosten belaufen sich auf 1,13 Millionen Euro. Seitens der Kommunalpolitik gab es durchweg zustimmende Rückmeldungen. Noch nicht gänzlich abgehandelt sind die Themen Lüftung, Fensterbeschattung und die Notwendigkeit des Balkons. „In der Jury gab es ein sehr klares Meinungsbild. Das freut mich jetzt“, erklärte Schulausschussvorsitzender Werner Lemberg (CDU). Jürgen Günther (Grüne) würdigte den Entwurf als „echten Schritt in Richtung ökologisches Bauen“, Alexandra Telges (SPD) zeigte sich angetan – „ich finde das toll, es sieht super aus und ist nur knapp am Budget vorbei“. CDU-Fraktionschef Dirk Folker sprach in seinem Fazit von einem „sehr innovativen Konzept. Das ist nachhaltig und schafft ein Wohlfühlklima, wo man als Kind gerne hingehen kann. Das Konzept ist einfach stimmig.“ Dem schloss sich Bürgermeister Sebastian Seidel vollends an. „Das ist ein sehr gelungenes Konzept und wirklich eine Schule beziehungsweise Ganztagsbetreuung des 21. Jahrhunderts.“

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