Migrationsberatung Erwachsener
Steigende Zuwandererzahlen und immer weniger Mittel

Kreis Warendorf -

Die Zahl der Zuwanderer in Deutschland steigt seit einigen Jahren. Für das Jahr 2013 weist die Statistik 437 000 Personen aus, was im Vergleich zu 2010 einer Verdreifachung entspricht. Auch im Kreis Warendorf ist dieser Trend anhand von Zahlen zu belegen. Verzeichnete man 2010 noch 146 Anträge auf Asyl, waren es im vergangenen Jahr bereits 399.

Mittwoch, 17.09.2014, 13:09 Uhr

Zum Thema Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE)  tauschten sich (v. l.) Ulrike Klemann, Hasmet Atasoy, Thomas Reikert, Annegret Kost-Ateser, Perica Boro, Reinhold Sendker, Herbert Kraft, Helena Sieniawski, Birgit Marquardt und Bernhard Daldrup aus.
Zum Thema Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE)  tauschten sich (v. l.) Ulrike Klemann, Hasmet Atasoy, Thomas Reikert, Annegret Kost-Ateser, Perica Boro, Reinhold Sendker, Herbert Kraft, Helena Sieniawski, Birgit Marquardt und Bernhard Daldrup aus. Foto: cirm

Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) von Awo und Caritas kümmert sich um jene Menschen, die in Deutschland leben und arbeiten wollen, sich jedoch aus unterschiedlichen Gründen noch nicht zurechtfinden. Häufige Ursachen hierfür sind die Sprachbarriere oder im Ausland erworbene Bildungs- und Berufsabschlüsse, die hier nicht anerkannt werden.

Während die Zahl der Zuwanderer stetig stieg, musste die MBE seit 2005 eine von 27 Millionen Euro auf nun 26,2 Millionen Euro sinkende Bundesförderung hinnehmen. Gleichzeitig seien die Erwartungen seitens der Bundespolitik immer stärker gestiegen, was mit den aktuellen Kapazitäten nicht möglich sei. Entsprechend sieht die MBE Handlungsbedarf.

Aus diesem Grund luden die Verantwortlichen die beiden Bundestagsabgeordneten Bernhard Daldrup (SPD) und Reinhold Sendker (CDU) zu einer Gesprächsrunde mit Vertretern der MBE im Kreis Warendorf ein. In den Räumen des Caritasverbandes an der Milter Straße stellte man den Dienst vor und wies die Politiker auf die belastende Situation hin.

Im Anschluss signalisierten die beiden Abgeordneten Zustimmung und sicherten ihre Unterstützung zu. „Ich möchte mich für die detaillierten Informationen bedanken. Hier wird eine Menge geleistet. Ich kann mich nur für Ihre Arbeit bedanken und verspreche, mich für Ihr Anliegen einzusetzen“, betonte Reinhold Sendker.

Den Wunsch, die Bundesförderung aufzustocken, konnte auch Bernhard Daldrup nachvollziehen. „Diese Forderung nach bundesweit sieben Millionen Euro mehr finde ich jetzt nicht überbordend. Die Arbeit der MBE macht nachvollziehbarer, was der demographische Wandel bedeutet und braucht eine entsprechende gesellschaftliche Anerkennung und Unterstützung.“ Schließlich ermögliche die MBE den Zuwanderern, sich schneller zurecht zu finden und zu integrieren.

Allerdings erläuterte Sendker auch die Anstrengungen der Großen Koalition, erstmals seit 1969 einen ausgeglichenen Haushalt zu verabschieden. „Da sind Wünsche nach höheren Fördermitteln grundsätzlich schwierig. Wir sind Fachpolitiker, letztendlich entscheiden darüber die ‚Haushälter‘.“

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