Kommunen und Räte können mitentscheiden
Windenergie in konfliktarmen Zonen ausbauen

Sendenhorst -

Die Stühle im Hotel Waldmutter in Sendenhorst reichten nicht. Das Thema „Ausweisung von Windvorrangzonen im Kreis Warendorf“, zu dem der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Regionalrat und Kreisvorsitzende der KPV, Guido Gutsche, eingeladen hatte, stieß auf große Resonanz.

Mittwoch, 05.11.2014, 17:11 Uhr

Gutsche : „Die Landesregierung hat dem Münsterland die Ausweisung von 6000 Hektar ins Lastenheft geschrieben, denn bis 2020 sollen mindestens 15 Prozent des Stromverbrauchs in NRW durch Windenergie erzeugt werden. Eine nach einheitlichen Kriterien durchgeführte Beurteilung möglichst konfliktarmer Zonen durch die Bezirksregierung hat zur vorläufigen Ausweisung von 9500 Hektar geführt. Jetzt ist es die Kunst aller Beteiligten (Kommunen, Bezirksregierung und Regionalrat), daraus einen Konsens für die endgültigen Flächen zu schmieden.“

Denn auf Kommunen und Räte käme die Aufgabe zu, die letztendlichen Vorranggebiete zu bestimmen. Ralf Weidmann , Regionalplaner der Bezirksregierung für das Münsterland, und Regierungsdirektor Klaus Lauer, gingen gegenüber dem Publikum aus Bürgermeistern, Fraktionsvorsitzenden, Kreistags- und Ratsmitgliedern ans Eingemachte. „Ob 5000 oder 9500 Hektar – was bei einer solchen Untersuchung herauskommt, weiß man vorher nicht,“ erläuterte Weidmann die Absicht, Kommunen und Bürger mit den ausgewiesenen Flächen möglichst wenig zu belasten. Dass dabei auch scheinbare Ungerechtigkeiten herauskämen – wie der überproportionalen Ausweisung von konfliktarmen Vorrangzonen in Städten wie in Sendenhorst – liege an der Anwendung der gleichen Kriterien für alle. Weidmann: „Bürgermeister und Räte können jetzt einheitliche Maßstäbe für die Ausweisung der Zonen entwickeln.“ Dabei könnten sich die im Regionalplanentwurf dargestellten Flächen durchaus verkleinern oder sogar wegfallen. Nur müsse den Zielen des Landes in Bezug auf die Windgebiete insgesamt Rechnung getragen werden.

Alle Details könnten auf der Internetseite der Bezirksregierung eingesehen werden. Überall, wo kein Konsens erzielt werden könne, entscheide nächstes Jahr der Regionalrat.

Dazu Gutsche: „Da es Aufgabe der Regionalplanung ist, Chancen und Lasten angemessen zu verteilen, wollen wir Kritik aufnehmen und Ungerechtigkeiten ausgleichen.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2855946?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F1808486%2F2592748%2F4852541%2F
Nachrichten-Ticker