Tierschützer machen gegen geplante Anlage in Sassenberg mobil
Protest gegen Putenmastanlage

Sassenberg -

Der Deutsche Tierschutzbund und der Landestierschutzverband NRW wehren sich gegen eine geplante Putenmastanlage in Sassenberg.

Dienstag, 18.08.2015, 10:08 Uhr

Symbolbild Putenmastanlage
Symbolbild Putenmastanlage Foto: Colourbox.de

Im August 2014 wurde der Antrag beim Kreisbauamt gestellt, im vergangenen Monat noch Unterlagen nachgereicht. Laut Kreissprecher Thomas Fromme handelt es sich um ein Bauprojekt für 8300 Puten , das in dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich ist.

Schon von Anfang an sei die Anwohnerinitiative „Putenstall im Poggenbrook – nicht mit uns“ aktiv geworden, sagt Bauamtsleiter Sigurd Peitz auf Nachfrage. Die Anwohner hätten auch dafür gesorgt, dass Umweltminister Remmel sowie das NRW-Bauministerium in den Fall einbezogen wurden.

Das Bauvorhaben wurde bereits zweimal umgeplant, auch die Stalltechnik – dabei hat man von einem offenen Stall zum geschlossenen System umgestellt. Welche Chancen für die Genehmigung des Projektes bestehen, wollte Peitz nicht sagen und verwies auf noch ausstehende Stellungnahmen.

Die Tierschutzorganisationen teilten dagegen mit, dass der beantragte Stallbau und die dort geplante Tierhaltung dem Tierschutzgesetz widersprechen. Sie erfüllten die „Kriterien einer Qualzucht“, hieß es. „Wir wollen im Grundsatz geklärt wissen, ob solche Stallanlagen überhaupt noch genehmigungsfähig sind“, sagte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes Thomas Schröder. Sollten die Einwendungen nicht beachtet werden, wolle man bis zur Verbandsklage gehen.

Nach Auskunft der Tierschützer soll es bislang keine gesetzliche Grundlage speziell zur Haltung von Puten geben, sondern nur freiwillige Vereinbarungen und das Tierschutzgesetz.

Puten würden oft zu mehreren Zehntausenden in Ställen zusammengepfercht, beklagt der Verband. Aufgrund der Zucht auf hohe Mastgewichte und des hohen Anteils an Brustmuskelfleisch litten die Tiere unter Gleichgewichtsstörungen, schmerzhaften Fehlstellungen und Degeneration der Beine. Platzmangel und angezüchtete Probleme des Bewegungsapparates verhinderten, dass Puten ihr arteigenes Verhalten ausleben könnten – so der Verband.

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