Tag des offenen Denkmals: 36 Objekte im Kreis sind geöffnet
High-Tech aus dem Jahr 1869

Ennigerloh -

Am 13. September stehen wieder zahlreiche Denkmäler im Kreis offen. Thema ist in diesem Jahr „Handwerk, Technik, Indus­trie“.

Mittwoch, 19.08.2015, 08:08 Uhr

Freuen sich auf einen informativen Tag des offenen Denkmals (v. l.): Erhard Piller, Dr. Olaf Gericke, Berthold Lülf, Werner Paulfeuerborn, Horst Handke, Egon Holtmann-Niehues, Josef Pöhler, Hermann Lütke und Fritz Meyke.
Freuen sich auf einen informativen Tag des offenen Denkmals (v. l.): Erhard Piller, Dr. Olaf Gericke, Berthold Lülf, Werner Paulfeuerborn, Horst Handke, Egon Holtmann-Niehues, Josef Pöhler, Hermann Lütke und Fritz Meyke. Foto: Schniederjürgen

Dazu stellt der Kreis Warendorf eine Broschüre mit einer Auflage von 3600 Exemplaren vor. In der Ennigerloher Windmühle präsentierten Landrat Dr. Olaf Gericke und Ennigerlohs Bürgermeister Berthold Lülf am Dienstag das Denkmalheft.

Von der Bandfabrik Niedick in Oelde-Stromberg bis zur Zeche Westfalen in Ahlen reicht das Spektrum der geöffneten Gebäude. „Wir freuen uns, dass wir zu diesem Tag allein 36 völlig unterschiedliche Objekte zeigen können“, kündigte der Landrat an. Davon sind einige in privater Hand und werden mit viel Enthusiasmus gepflegt und am Leben erhalten. Für diesen Einsatz, oft auch ehrenamtlich, dankte der Landrat. Für Bürgermeister Lülf das Stichwort: „Es zeigt uns eindrücklich die unglaublich harte und schwere Arbeit, die noch vor gar nicht so langer Zeit zu verrichten war.“

Ein Beispiel dafür ist die Ennigerloher Mühle. „Sie verbindet Geschichte und Ehrenamt im perfekter Weise“, so Gericke. Erbaut 1869 steht sie am Endpunkt der Windmühlentechnik. „Sie ist damalige Hoch-Technologie“, stellt Mühlenfreund Josef Pöhler klar. Schließlich wartet die so genannte Wallholländermühle mit zahlreichen Extras auf. So ist die rund 20 Tonnen wiegende Kappe mit den Flügeln von innen drehbar – von einer Person. „Das war wichtig für den Müller, um stets die bestmögliche Stellung zum Wind zu finden“, erklärt Mühlenfreund Fritz Meyke. Zur weiteren Arbeitserleichterung ist ein windgetriebener Sackaufzug installiert worden. Damit konnten die schweren Getreidesäcke zum Mahlwerk hochgezogen werden. Die Mühle war bis 1923 in Betrieb. Ihre wechselvolle Geschichte fand mit der Übernahme und umfangreichen Restaurierung ab 2008 durch die Mühlenfreunde Ennigerloh ihren Höhepunkt.

„Wir hatten das Glück, dass die Mühlentechnik noch fast vollständig erhalten war, so mussten nur einige Verschleißteile im Inneren ersetzt werden“, führte Pöhler aus. Dennoch waren große Arbeiten im Außenbereich nötig. Und auch die Flügel, pardon Blätter, bedurften der Überholung und Erneuerung.

Hier – wie an den meisten anderen Objekten – werden Führungen angeboten. Sie machen den besonderen Charme aus, denn erst die Geschichten der mit den Gebäuden verbundenen Menschen lassen die historischen Gemäuer zum Leben erwachen.  

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