Fleischkonsum und Tierhaltung
Billig oder Bio?

KREIS WARENDORF -

„Konventionell, Label oder doch eher Bio?“ Dieser Frage – bezogen auf Tierhaltung und Fleischkonsum – gingen Experten in einer Podiumsdiskussion in der Landvolkshochschule Freckenhorst nach.

Samstag, 04.06.2016, 08:06 Uhr

„Tierhaltung & Fleischkonsum: Label oder doch eher Bio?“  Zu diesem Thema diskutierten Landwirt Matthias Affhüppe, Dr. Bernhard Schlindwein (WLV), Martin Kintrup (SuperBiomarkt AG), Moderator Ulrich Oskamp (KLB), Biolandwirtin Stephanie Strotdrees und Christoph Dahlmann (Biofleisch NRW e.G.).
„Tierhaltung & Fleischkonsum: Label oder doch eher Bio?“  Zu diesem Thema diskutierten Landwirt Matthias Affhüppe, Dr. Bernhard Schlindwein (WLV), Martin Kintrup (SuperBiomarkt AG), Moderator Ulrich Oskamp (KLB), Biolandwirtin Stephanie Strotdrees und Christoph Dahlmann (Biofleisch NRW e.G.). Foto: Wiening

Moderator Ulrich Oskamp von der Katholischen Landvolk Bewegung (KLB) wollte den Wertschöpfungsketten der Fleischverarbeitung und dem Trend des Konsums auf den Grund gehen.

Zu Beginn der Veranstaltung, bei der viele Landwirte und Verbraucher zugegen waren, hatte Dr. Bernhard Schlindwein das Wort. Der Experte des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) stellte die „Initiative Tierwohl“ vor.

Diese soll einen Impuls zum Wohlergehen der Tiere geben. Gemeinsam mit Handel und Landwirtschaft sollen die Tiere, insbesondere die Schweine, mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben haben. Außerdem bekommen sie Raufutter und offene Tränken. Auch der Antibiotikaeinsatz soll verringert werden und ein Tiergesundheitsindex kommt zum Tragen. Um diese Punkte zu erfüllen, ist der Preis pro Kilogramm Schweinefleisch um vier Cent erhöht worden. „Wenn man überlegt, wie man damit den Tieren helfen kann, ist dieser minimale Betrag ein Witz. Er liegt sogar unter der normalen wöchentlichen Schwankung der Preise“, erklärt Schlindwein. Damit mehr als die bisher 2500 Bauern von der Aktion profitieren, soll der abgeführte Betrag auf 6,25 Cent pro Kilogramm Fleisch steigen. Dagegen würde sich aber noch der Lebensmitteleinzelhandel wehren.

„Weit über die Initiative hinaus“ geht das Konzept, das Stephanie Strotdrees verfolgt. Die Biolandwirtin erklärte den Gästen, wie die Tiere auf ihrem Hof in Harsewinkel leben und wie ihr Geschäftsmodell aussieht: von der Freilandhaltung bis hin zur Direktvermarktung im eigenen Laden.

Im Gegensatz dazu steht der konventionelle Familienbetrieb von Matthias Affhüppe. Der Landwirt vermarktet seine Tiere hauptsächlich über Großschlachthöfe. „Das Problem ist, dass die kleinen Metzgereien verschwinden. Die Leute kaufen hauptsächlich im Supermarkt ihr Fleisch, ob aus Kosten- oder Zeitgründen.“

Dass qualitativ hochwertiges Bio-Fleisch nicht so günstig sein kann, erklärt auch Martin Kintrup, Leiter Handel und Vertrieb der SuperBiomarkt AG in Münster: „Wir können nicht so billig sein. Dafür ist das Fleisch seinen Preis wert.“

Ähnlich sieht das Christoph Dahlmann, Geschäftsführer der Biofleisch NRW: „Wir wollen uns nicht vergleichen mit Tönnies und Co. Für Biofleisch muss man teilweise zwar den dreifachen Preis bezahlen, dafür weiß man aber, was man bekommt. Unsere Tiere leben in ganz anderen Dimensionen als auf konventionellen Höfen.“

In einem Punkt waren sich alle einig: Die Verbraucher bestimmen die Zukunft der Tierhaltung durch ihren Fleischkonsum . Wer hochwertige Lebensmittel möchte, muss mehr dafür zahlen.

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