Landfrauentag in Ahlen
Pumps und Stall vertragen sich

Kreis Warendorf -

Pumps und Bauernhof ist für die Landfrauen im Kreis Warendorf kein Gegensatz.

Montag, 14.11.2016, 08:11 Uhr

Warben auf dem Verbandtag in der Stadthalle Ahlen für ein modernes Image: die Vorsitzende der Kreislandfrauen, Margret Möllmann (5. v. l.) und ihre Mitstreiterinnen im Kreisvorstand.
Warben auf dem Verbandtag in der Stadthalle Ahlen für ein modernes Image: die Vorsitzende der Kreislandfrauen, Margret Möllmann (5. v. l.) und ihre Mitstreiterinnen im Kreisvorstand. Foto: Hartleb

Selbstbewusst warb der Kreislandfrauenverband beim Verbandstag in der Stadthalle Ahlen mit einem Rollup, das zwei rote Schuhe mit Absätzen zeigt. Auch nach Meinung von Hermann-Josef Schulze-Zumloh stellvertretender Kreislandwirt, ein Hingucker. Als Herausforderung bezeichnete die Vorsitzende Margret Möllmann, dass es schon heute mehr Nichtbäuerinnen als gelernte Bäuerinnen bei den organisierten Landfrauen gibt.

In einer von Renate Mehring und Doris Bune, beide Mitglieder im Kreisvorstand, moderierten Talkrunde empfahl Schulze-Zumloh, „Transparenz und Ehrlichkeit“, um verlorenen gegangenes Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen. „Auch nichts vorspielen“, führte der Landwirt weiter aus. Für den 21. Januar 2017 kündigte er eine Demonstration unter dem Motto „Wir machen euch satt“ an. Dabei gehe es nicht um Protest, es sei vielmehr als Gesprächsangebot zu verstehen. Schulze-Zumloh: „Statt übereinander sollten wir miteinander reden“.

Maria Döbbelt-Lepping, Mitglied im Präsidium des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbandes, legte überzeugend dar, dass auch Verbandsarbeit Freude machen kann. Die Frau aus Stadtlohn führt seit 2012 den 5500 Mitglieder starken Kreisverband Borken – zum Vergleich im Kreis Warendorf sind es 3988 – ist zudem Bezirksvorsitzende und wie erwähnt Präsidiumsmitglied. „Mir macht die Arbeit Spaß“, verriet sie ihr Rezept.

Mit der Feststellung „Das Geld ist knapp“ leitete Margret Bergmann ihren Geschäftsbericht ein. Die finanziellen Sorgen und die negative Berichterstattung in Medien seien die Hauptgründe für den Frust vielen Landfrauen. Mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 61 Stunden lägen sie deutlich über dem Durchschnitt.

Die gesellschaftliche Entwicklung verdeutlichte Bergmann an Hand zweier weiterer Zahlen: 90 Prozent der Übersechzigjährigen hat eine hauswirtschaftliche Ausbildung, jede Vierte unter 40 einen Studienabschluss. Gleichwohl würde Hauswirtschaft heute wieder an Bedeutung gewinnen, so Bergmann.

Anschließend überreichte Schulze-Zumloh elf Goldene Meisterbriefe an Johanna Schulze Mengering (Rhede), Elisabeth Averbeck (Beckum), Irmgard Steinhoff (Oelde), Antonia Hawixbrock (Beckum), Ursula Schulze Horsel (Ahlen), Karola Grüter (Liesborn), Hedwig Arenbeck (Sassenberg), Mathilde Eilebrecht (Bad Driburg), Maria Schulze Hönighaus (Lippborg), Maria Große Farwick (Hoetmar) und Christa Renvert (Drensteinfurt). Nicht anwesend waren Margret Schulze Bonsel (Wadersloh) und Helene Rath (Sassenberg).

Danach weckte Buchautor und Redner Ralf Strupat bei den 320 Landfrauen Begeisterung.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4433273?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F1808486%2F4852514%2F4852516%2F
Nachrichten-Ticker