Traumberuf Handwerk
Zupacken erlaubt

Telgte -

Julian Richter hat seinen Traumberuf gefunden. Er macht eine Ausbildung als Anlagenmechaniker Sanitär-Heizung-Klima. Weil er mit Begeisterung dabei ist, gefällt ihm inzwischen sogar die Berufsschule.

Montag, 08.05.2017, 14:05 Uhr

Julian Richter überprüft die Pumpenstation einer Heizung. Als auszubildender Anlagenmechaniker lernte er im Handwerk Heizungs- und Sanitärbereich kennen. Später kann er, wenn er will, Schwerpunkte setzten.
Julian Richter überprüft die Pumpenstation einer Heizung. Als auszubildender Anlagenmechaniker lernte er im Handwerk Heizungs- und Sanitärbereich kennen. Später kann er, wenn er will, Schwerpunkte setzten. Foto: Ulrike von Brevern

Natürlich kennt Julian Richter Meister Röhrich und sein „zolliches Rohr“. Der Meister setzt in dem gut dreißig Jahre alten Comic „Werner“ rund um den gleichnamigen Installateur-Lehrling dem „Gas, Wasser, Sch**“-Handwerk ein humorvolles Denkmal. Was Julian in seinem eigenen Lehrbetrieb Karthaus und Engberding in Telgte erlebt, hat damit nur entfernt zu tun. „Anlagenmechaniker Sanitär-Heizung-Klima“ heißt sein Ausbildungsberuf seit 2003 offiziell und führt damit Sanitär- und Heizungsbereich in einer Lehre zusammen. Mit dreieinhalb Jahren ist die Ausbildung relativ lang. Technisch wird der Beruf immer anspruchsvoller, berichtet Lehrherr Heinz Grothaus aus langjähriger Erfahrung.

„Cool, die lassen mich hier richtig arbeiten!“, ist Julians wichtigste Erkenntnis, die er schon aus seinen Praktika und einem Ferienjob bei Karthaus und Engberding mitgebracht hat. Die Berufswahl hatte sich der Hauptschüler nicht leicht gemacht, sich gründlich informiert und anderen Berufen wie dem Dachdecker eine echte Chance gegeben. Aber es blieb beim Anlagenmechaniker. Dass er ins Handwerk wollte, stand für den jungen Mann von Vornherein fest. „Mir gefällt das Familiäre“, sagt er dazu und: „Ich möchte wissen, wie Dinge funktionieren.“

Mir gefällt das Familiäre und ich möchte wissen, wie Dinge funktionieren.

Julian Richter

Seit Beginn des ersten Lehrjahrs genießt Julian das Gefühl, ganz schnell ganz viel dazuzulernen. Bei den Kollegen fühlt er sich gut aufgehoben. „Da weiß man, die wollen, dass ich das lerne.“ Das sporne an, selbst wenn nicht alles auf Anhieb klappt. Sieben Auszubildende in zwei Handwerken stehen unter den 30 Mitarbeitern bei Karthaus und Engberding auf der Lohnliste.

Voll Begeisterung erzählt Julian von dem breiten Betätigungsfeld, das sich ihm eröffnet. Dabei gefallen ihm beide Bereiche seines künftigen Berufes gleichermaßen. „Ob ich nun eine Toilette mache oder bei der Heizung helfe, für mich ist das beides spannend.“

Mal wird auf reinen Baustellen gearbeitet, mal geht es direkt zum Kunden. Gerade der Kundendienst macht Julian besonders viel Spaß. Wenig Verständnis zeigt der fröhliche junge Mann allerdings für Beschwerden, dass der Lehrling ebenfalls auf der Rechnung steht. Das verletzt. Nur, wenn er etwas geleistet hat, zum Beispiel als zweiter Mann gebraucht wurde, wird der Auszubildende berechnet, klärt Grothaus auf. „Zugucken kostet nichts.“

Grundfertigkeiten wie das Kleben von PE-Rohren oder Löten von Kupferleitungen hat Julian im überbetrieblichen Lehrgang gelernt. Für die regelmäßigen Fachkurse wird er von der Arbeit freigestellt. Und selbst die Schule macht Julian plötzlich mehr Spaß. „Berufsschule ist kein lari fari“, hält er fest. Aber jetzt weiß er auch wofür er lernt. „Ich freu mich eigentlich immer auf den nächsten Tag.“ – besonders wenn er wieder anpacken darf.

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