Traumberuf Landmaschinenmechaniker
Ein Job für Landeier

Beelen -

Wann immer es geht, sitzt Ole Johannsmann auf Erntemaschine oder Schlepper. Maschinen, richtig große Maschinen sind seine Leidenschaft.

Mittwoch, 24.05.2017, 08:05 Uhr

Motorgeräte wie dieser Aufsitzrasenmäher stehen bei Ole Johannsmann im Mittelpunkt der Lehre zum Land- und Baumaschinenmechatroniker. Für die Ausbildung gibt es drei Fachrichtungen.
Motorgeräte wie dieser Aufsitzrasenmäher stehen bei Ole Johannsmann im Mittelpunkt der Lehre zum Land- und Baumaschinenmechatroniker. Für die Ausbildung gibt es drei Fachrichtungen. Foto: Ulrike von Brevern

Sogar auf Ernteeinsatz im Ausland war er schon. Das elterliche Hotel übernehmen? Kein Gedanke daran. Für ihn konnte es nach der Hauptschule nur eine Richtung geben: Landtechnik.

„Land- und Baumaschinenmechatroniker“ heißt der Beruf, den er lernt, inzwischen. Oles Chef Paul Rampelmann vom Landtechnik- und Stahlbauunternehmen Rampelmann und Spliethoff in Beelen ist darüber gar nicht so glücklich. Mit seinem Lehrling teilt er die unbedingte Leidenschaft für einen Beruf, der erst seit 1942 als eigenes Handwerk anerkannt wurde. „Landmaschinenmechaniker“ würde für ihn als Bezeichnung aber weiter durchaus ausreichen.

Obwohl die Elektronik den Beruf verändert habe und gerade in der Fachrichtung Motorgerätetechnik, die Ole erlernt, eine große Rolle spielt. Vom Kommunalschlepper bis zur Kettensäge reichen die Gerätschaften, die bei Rampelmann und Spliethoff in die Werkstatt kommen. Repariert werden aber auch Rasenmäher-Roboter, Elektrowerkzeuge oder Industriesauger.

Statt einfach nur auszutauschen, zerlegen wir schon mal einen Kommunalschlepper, bis wir wirklich die Ursache des Problems finden. Wir reparieren hier viel

Ole Johannsmann

Ehe Ole seinen Lehrvertrag vor gut drei Jahren unterschrieben hat, musste er sich entscheiden: Industriemechatroniker bei einem Landmaschinenhersteller oder Handwerk bei R & S? „Hier bin ich auch beteiligt, wenn wir Geräte entwickeln. Das finde ich gut“, sagt er. Bei der täglichen Arbeit gefällt ihm, dass er Fehlern auf den Grund gehen kann. „Statt einfach nur auszutauschen, zerlegen wir schon mal einen Kommunalschlepper, bis wir wirklich die Ursache des Problems finden. Wir reparieren hier viel.“

Land- und Baumaschinenmechatroniker

Schulabschuss: rund 60 Prozent Fachoberschulreife.

Ausbildungsanfänger im Kreis pro Jahr: 42.

Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre.

Vergütung (1. bis 4. Lehrjahr): 535 bis 645 Euro.

Anteil Mädchen: sehr gering.

Voraussetzung: logisches Denken.

Besonderheit: Ausbildung in einer der drei Fachrichtungen Landmaschinen, Baumaschinen oder Motorgeräte.

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Paul Rampelmann hat seine eigenen Vorstellungen, wie eine gute Ausbildung aussehen sollte. Die vertritt er in verschiedenen Gremien, setzt seine Konzepte aber auch zu Hause leidenschaftlich um. „Logisches Denken ist für mich wichtiger als jede Mathenote“, sagt er. Und natürlich: „Üben, üben, üben!“ – in Praxis und Theorie. Bisher ist in der 50-jährigen Geschichte des Unternehmens nur ein einziger Azubi „durchgeflogen“, erzählt er stolz. „Den besten Stift Deutschlands haben wir dagegen schon ein paarmal gehabt.“ Dazu zählte auch eines der Mädchen, die er ausgebildet hat. „Die können in diesem Beruf auch durchaus erfolgreich sein“, ist er überzeugt.

Die Gesellenprüfung steht für Ole erst nach 3,5 Jahren an. Danach könnte er seinen Meister machen. Der 20-Jährige möchte sich allerdings eher zum Servicetechniker weiter qualifizieren. In der Spezialisierung liegt auch für Rampelmann die Zukunft des Berufes. „Allrounder wird es nicht mehr geben“, sagt er. In der Ausbildung ist das noch anders. „Wir beschäftigen uns mit allem, was sich bewegt“, schmunzelt der Lehrherr, „Für Landeier ist das genau das Richtige“.

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