Buchvorstellung
Was aß der Bischof von Münster?

Oelde-Stromberg -

Was nicht in den Akten steht, das ist nicht in der Welt! Das wusste schon der Bischof von Münster, als er 1573 ein Register aller Abgaben erstellen ließ, die ihm die Bauern des östlichen Münsterlandes abzuliefern hatten.

Dienstag, 27.06.2017, 19:06 Uhr

Dr. Leopold Schütte stellt den neuen Band am Mittwoch, 28. Juni, um 19 Uhr vor.
Dr. Leopold Schütte stellt den neuen Band am Mittwoch, 28. Juni, um 19 Uhr vor. Foto: Kreis Warendorf

Erfasst wurden die Einnahmen, über die der Bischof frei verfügen konnte und mit denen er seine Tafel bestücken lassen konnte. So ist für diese Aufzeichnungen der Ausdruck „Tafelgutverzeichnis“ entstanden, auch wenn mit den Einkünften weit mehr als nur die Speisen des Bischofs bezahlt wurden.

Die Historische Kommission für Westfalen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat mit dem Kreis-Geschichtsverein den dritten Band dieses Verzeichnisses herausgegeben. Am Mittwoch, 28. Juni, wird das Buch um 19 Uhr in der Alten Vikarie in Oelde-Stromberg (Münsterstraße 31) öffentlich vorgestellt.

Erstellt hat diese Edition der Historiker und Archivar Dr. Leopold Schütte aus Münster, der bis 2005 am Landesarchiv in Münster arbeitete. Für jedes der zwölf Ämter des Fürstbistums wurde 1573/74 ein Tafelverzeichnis angelegt. „Die Aufzeichnungen enthalten zahlreiche Angaben, die für die Orts- und Familiengeschichte sowie für die Rekonstruktion der Landwirtschaft und die Sprachforschung von großer Bedeutung sind“, erklärt Prof. Wilfried Reininghaus, Vorsitzender der Historischen Kommission.

„Das Tafelgutverzeichnis ermöglicht tiefe Einblicke in die bäuerliche Lebenswelt der frühen Neuzeit und ist eine einmalige historische Quelle auch für die Wirtschaftsgeschichte in unserer Region“, erläuterte Dr. Olaf Gericke , Landrat und Vorsitzender des Kreis-Geschichtsvereins, den Stellenwert der Veröffentlichung.

Das Verzeichnis listet die Grundstücke und Güter in den früheren Ämtern Stromberg und Sassenberg auf, aus denen dem Bischof Abgaben und Erträge zustanden. Mit diesen Einkünften wurde nicht nur die „Tafel“ des Bischofs — also seine Person — unterhalten. Auch der „Hofstaat“ und Teile der Verwaltung wurden auf diese Weise finanziert.

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