Naturschutz
Paradies für Bienen und Golfer

Ostenfelde -

Golfplätze sind meist relativ sterile Flächen mit perfekt gemähtem Rasen, einigen Sandbunkern und dem einen oder anderen See – soweit das gängige Klischee. Der Golfclub Schloss Vornholz geht bereits seit vielen Jahren einen anderen Weg.

Donnerstag, 07.09.2017, 08:09 Uhr

Vor der Wildwiese (v.l.): Walter Eickhoff, Ehrenpräsident Lutz Goessing und Vorstandsmitglied Willi Terfloth vom Golfclub Schloss Vornholz sowie Margret Westmeyer (Vorsitzende Imkerverein Warendorf) und Imkerin Elisabeth Senger.
Vor der Wildwiese (v.l.): Walter Eickhoff, Ehrenpräsident Lutz Goessing und Vorstandsmitglied Willi Terfloth vom Golfclub Schloss Vornholz sowie Margret Westmeyer (Vorsitzende Imkerverein Warendorf) und Imkerin Elisabeth Senger. Foto: Christopher Irmler

Neben Buchen, Eichen, Kastanien und Pappeln stechen zunächst Weiß- und Schwarzdornecken ins Auge. Auf Initiative des Ehrenpräsidenten Lutz Goessing entstanden hier vor 17 Jahren zwischen den Spielflächen einige Wiesen mit zahlreichen Pflanzen. Rund 13 000 Quadratmeter des insgesamt 720 000 Quadratmeter großen Areals wurden als Wildwiesen angelegt. Die größte zusammenhängende Fläche zählt auf 7500 Quadratmetern gut 60 verschiedene Tierarten und befindet sich zwischen den von den Golfern genutzten Bahnen vier, fünf und sechs.

Wir werden hier keine großen Mengen Honig ernten. Viel wichtiger ist, dass die Bienen das Jahr über viele Pollen finden.

Elisabeth Senger (Imkerverein Warendorf)

Viele Vögel finden hier Nahrung. Gleiches gilt insbesondere für Bienen, Hummeln und andere Insekten. Vier bis fünf Jahre lang bleiben die Flächen unangetastet. Erst danach wird hier gemäht, gefräst und anschließend neu eingesät. Nun gingen Verantwortliche des Golfclubs auf den Imkerverein Warendorf zu, um auf das kleine Naturparadies in unerwarteter Umgebung aufmerksam zu machen. Der Imkerverein ist der größte seiner Art im Kreis und deckt neben Warendorf selbst einige weitere Städte und Gemeinden ab – darunter eben auch Ostenfelde. „Es gibt keinerlei Konflikte zwischen den Tieren und den Golfern. Viele unserer Mitglieder freuen sich über diese Blühflächen“, betonte Vorstandsmitglied Willi Terfloth . „Wir sehen hier ohnehin immer wieder Bienen. Also sprachen wir die Imker an.“ Dass die Bienen nicht erst auf den „offiziellen“ Kontakt des Clubs und der Vereine warteten, erklärte Margret Westmeyer, Vorsitzende des Imkervereins Warendorf. „Ein, zwei Kilometer Luftlinie sind für die Bienen absolut keine Distanz.“

Wir sehen hier immer wieder Bienen. Also sprachen wir die Imker an.

Willi Terfloth (Golfclub Ostenfelde)

„Wir Imker werden hier wohl keine allzu großen Mengen Honig ernten können. Viel wichtiger ist aber, dass die Bienen hier das gesamte Jahr über viele Pollen finden können“, freute sich Imkerin Elisabeth Senger über das Angebot des Golfclubs. „Alle Sträucher tragen zu dieser Jahreszeit Früchte. Sie blühen nicht mehr. Daher sind diese Flächen immens wichtig.“ Dem schloss sich auch Westmeyer an. „Für die Selbstversorgung der Bienen ist dieses Feld ideal.“ Schnell reifte die Idee, im nächsten Frühjahr zwei Völker auf dem Platz anzusiedeln.

Auch nahe der Bahn 14 existiert bereits eine kleine Blühfläche. Da direkt nebenan ein öffentlich zugänglicher Weg verläuft, könnte hier einmal über die Kooperation informiert werden. Auch ein Bienenhotel sei an diesem Standort denkbar. Zudem, so stellte es Terfloth in Aussicht, könne die Fläche noch um einige Hundert Quadratmeter erweitert werden. „Theoretisch könnten wir die Blühflächen noch auf über 15 000 Quadratmeter ausweiten.“ Geht es nach Elisabeth Senger, könnte auch der Golfclub auf Dauer profitieren. „Man könnte doch echten Golfclub-Honig vermarkten.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5131087?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F1808486%2F
Greta Thunberg vom „Time Magazine“ zur Person des Jahres gekürt
Klimaaktivistin: Greta Thunberg vom „Time Magazine“ zur Person des Jahres gekürt
Nachrichten-Ticker