BuT-Mittel für Flüchtlinge nutzen
Lernförderung statt Schulausflüge

Kreis Warendorf -

Es gibt viele Bildungsangebote für junge Flüchtlinge im Kreis, aber es fehlte der Überblick. Den zu schaffen, gehörte zu den ersten Aufgaben der vor einem Jahr eingerichteten Koordinierungsstelle für Bildungswege von Neuzuwanderern im Kreis.

Sonntag, 01.10.2017, 10:10 Uhr

 
 

Inzwischen haben sich zwei weitere Schwerpunkte herausgeschält, berichteten die Koordinatoren Mareike Beer und Matthias Niermann im Schulausschuss.

Das „Netzwerk IFK“ für die Internationalen Förderklassen an Berufskollegs steht bei den Bildungsangeboten für Über-16-Jährige im Fokus. Bei den Unter-16-Jährigen versucht Beer die Schulen stärker in die individuelle Lernförderung im Zuge des Bildungs- und Teilhabegesetzes (BuT) einzubinden. Die Verwaltung wolle das aus Bundesmitteln finanzierte und auf zwei Jahre begrenzte Projekt der Koordinierungsstelle für weitere zwei Jahre beantragen.

Mit Stand vom 11. September 2017 haben im Kreis 1185 Kinder und Jugendliche Anspruch auf Erstförderung im Bereich der Sprache. Davon besuchen 161 ein Berufskolleg. Im „Netzwerk IFK“ übernehme die Koordinierungsstelle eine Lotsenfunktion und stelle Kontakte auch zu Fachleuten her, sagte Niemann. Erwin Wekeiser vom Berufskolleg Beckum lobte die Arbeit der Koordinierungsstelle als „enorme Hilfe“. Gleichzeitig machte er deutlich, dass in den an die einjährige IFK anschließenden Berufsfachschulen durch die Fachsprache weitere Probleme auf die Neuzuwanderer zukämen: „Ein Jahr Sprachförderung reicht einfach nicht.“

Für die Unter-16-Jährigen versuche die Koordinierungsstelle die individuelle Lernförderung in der Schule anzuschieben. Als Pilotprojekt dafür beschrieb Beer Lernbegleiter an der Sekundarschule in Sassenberg, die aus Mitteln des Bildungs-und Teilhabepaktes finanziert werden. Die BuT-Mittel, auf die 90 Prozent der Geflüchteten Anspruch hätten, seien nicht gedeckelt und belasteten als Bundesmittel den kommunalen Etat nicht. Sie würden derzeit allerdings kreisweit nur zu sieben Prozent für Lernförderung ausgegeben. 70 Prozent der beantragten Mittel flössen dagegen in Mittagessen oder Schulausflüge.

Im Rahmen des Projektes sollten Strukturen geschaffen werden, durch die die Schule die etwas komplizierte Organisation der BuT-Mittel für eine individuelle Lernförderung begleiten kann. „Das hilft auch Kevin und Katharina“, sagte Beer mit Blick auf berechtigte, nicht-zugewanderte Kinder. Verschiedene Grund- und weiterführende Schulen im Kreis hätten bereits Interesse angemeldet.

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