Kritik am Flächenverbrauch
Zu viel Acker für den Hektar

Alverskirchen -

Beim Straßenbau wird zu viel landwirtschaftliche Fläche verbraucht. In diesem Punkt war sich Markus Diekhoff, Landtagsabgeordneter und FDP-Kreisverbandsvorsitzender, mit dem neuen Präsidenten der Landwirtschaftskammer Karl Werring einig.

Montag, 29.01.2018, 17:01 Uhr

Karl Werring: „Pro Hektar Straßenfläche werden derzeit sieben bis 15 Hektar Ausgleichsfläche benötigt.“
Karl Werring: „Pro Hektar Straßenfläche werden derzeit sieben bis 15 Hektar Ausgleichsfläche benötigt.“ Foto: Ulrike von Brevern

Von der Ablehnung des Verbandsklagerechtes bis zum Bürokratieabbau reichten die Gemeinsamkeiten zwischen dem Sprecher des NRW-Landwirtschaftsausschusses und dem Kreislandwirt. Werring war beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Orts- und Kreis-FDP in Alverskirchen zu Gast. Im Mittelpunkt stand das Thema Landwirtschaft.

Pro Hektar Straßenfläche würden derzeit sieben bis 15 Hektar Ausgleichsfläche benötigt, belegte Werring das Problem mit Zahlen. Die Flächen würden aus der landwirtschaftlichen Produktion genommen, weil Ackerflächen billiger seien als das Aufarbeiten von Industriebrachen. „Für den Bürger ist derzeit die Fläche, auf der wir Lebensmittel anbauen, nicht so wichtig. Aber das kann ja auch mal anders kommen“, mahnte er. Diekhoff konnte sich einen „intelligenten Ausgleich“ durch Aufwertung bestehender Naturschutzflächen vorstellen.

Im Agrarbereich sei der Einfluss der Landespolitik wegen des hohen europäischen Anteils gering, gab der Landtagsabgeordnete zu. Dennoch wandte er sich wie sein Gast gegen ein „Brüssel-Bashing“. „Wir brauchen einen einheitlichen Rahmen“, stellte sich Werring stellvertretend für die Bauern ausdrücklich hinter Brüssel, kritisierte allerdings Regulierungen, die bis ins Detail gingen.

„Dass wir nicht zu feige sind zu regieren, zeigen wir jeden Tag in NRW“, hatte Diekhoff zu Beginn des Neujahrsempfangs den vieldiskutierten Abbruch der Jamaika-Verhandlungen in Berlin verteidigt. Als Auswirkung der neuen Landespolitik stellte er dem Nordkreis wieder eine neue Förderschule in Aussicht. Die überwiegende Rückkehr zu G9 sei die FDP „liberal genug zu akzeptieren“. Die verbliebenen Realschulen wolle sie stärken. Beim Thema Windkraft forderte der Politiker gegenseitige Rücksichtnahme und bekräftigte den erheblich vergrößerten Mindestabstand der Anlagen als Anwohnerschutz.

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