Frauenpolitisches Frühstück auf Schloss Harkotten
Mehr Frauen in die Politik

Kreis Warendorf -

Eigentlich hätten die Frauen in Deutschland allen Grund zur Freude. Es war der 30. November 1918, an dem im Reichswahlgesetz das Frauenwahlrecht festgeschrieben wurde. Nach langem Kampf hatten sich die Frauen ihr demokratisches Recht erstritten. Am 19. Januar 1919 konnten sie erstmals auf nationaler Ebene zur Wahl gehen. Doch in Feierlaune sind die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Warendorf ob des 100-jährigen Jubiläums aktuell nicht – im Gegenteil.

Donnerstag, 05.04.2018, 16:04 Uhr

Die Gleichstellungsbeauftragten Margarete Götker (Ostbevern), Manuela Stumpe (Sassenberg), Ingeborg Pelster (Warendorf), Martina Wiedeler (Telgte) und Ingeborg Seliger (Ennigerloh) im Sitzungssaal der Stadt Sassenberg.
Die Gleichstellungsbeauftragten Margarete Götker (Ostbevern), Manuela Stumpe (Sassenberg), Ingeborg Pelster (Warendorf), Martina Wiedeler (Telgte) und Ingeborg Seliger (Ennigerloh) im Sitzungssaal der Stadt Sassenberg. Foto: Christopher Irmler

Im Rahmen eines Pressegesprächs im Sassenberger Rathaus stellten Gastgeberin Manuela Stumpe, Martina Wiedeler (Telgte), Ingeborg Pelster (Warendorf), Margarete Götker (Ostbevern) und Ingeborg Seliger (Ennigerloh) ihren Wunsch nach mehr Frauen in der Kommunalpolitik vor.

Die Zahlen verdeutlichten: Nach wie vor dominieren Männer das politische Geschehen, von Parität könne weiterhin keine Rede sein. Lag der Anteil weiblicher Bundestagsabgeordneter bis zur Wahl im Herbst vergangenen Jahres noch bei 37 Prozent, sank dieser dann auf 31 Prozent.

Schlusslicht ist der Rat der Stadt Sassenberg, in dem nicht eine einzige Frau sitzt, Spitzen-reiter Telgte kommt auf immerhin 37 Prozent.

Manuela Stumpe

Im Kreis Warendorf wird das Geschlechterverhältnis noch deutlicher. Durchschnittlich 24 Prozent der kommunalen Mandatsträger sind weiblich – mit großen Unterschieden. „Trauriges Schlusslicht ist der Rat der Stadt Sassenberg, in dem nicht eine einzige Frau sitzt, Spitzenreiter Telgte kommt auf immerhin 37 Prozent“, sagt Manuela Stumpe. Dies müsse sich ändern, so die Botschaft der Gleichstellungsbeauftragten.

Schließlich hätten Frauen mitunter einen ganz anderen Blickwinkel auf politische Fragen. Zu oft, so moniert etwa Ingeborg Seliger, fehlten bei den Diskussionen jene, die das jeweilige Thema besonders betreffe. Beispielhaft nennt sie die Bereiche Kinder und Erziehung. Dabei sei die Situation mitunter paradox. Frauen seien oft ehrenamtlich engagiert, in der Politik jedoch nicht entsprechend aktiv. Über die Ursachen könne man nur spekulieren.

Hinnehmen wollen die Frauen den Ist-Zustand keineswegs. Dewegen laden die Gleichstellungsbeauftragten am 28. April zu einem Frauenpolitischen Frühstück auf Schloss Harkotten in Füchtorf ein.

Neben dem Rückblick auf ein Jahrhundert Frauenwahlrecht bietet eine Gesprächsrunde mit Politikerinnen aus Kommunal-, Kreis- und Landespolitik Gelegenheit zum Austausch.

Im Oktober ist eine Fahrt zum Landtag inklusive Treffen mit der Landtagsabgeordeten Annette Watermann-Krass geplant.

 

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