Baulandpreise stark gestiegen
Telgte bleibt teuer, Milte günstig

Kreis Warendorf -

Der anhaltende Immobilienboom, die gute wirtschaftliche Lage und die niedrigen Zinsen lassen die Immobilienpreise weiter steigen. Dass diese Entwicklung im Kreis Warendorf dennoch unterschiedliche Tendenzen aufweist, zeigt der jetzt veröffentlichte Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte.

Mittwoch, 25.04.2018, 07:02 Uhr aktualisiert: 25.04.2018, 15:48 Uhr
Die Karte zeigt die Bodenrichtwerte 2018 für Baugrundstücke in mittleren Lagen.
Die Karte zeigt die Bodenrichtwerte 2018 für Baugrundstücke in mittleren Lagen.

Die Städte und Orte in der Nähe zu Münster profitieren stark vom dortigen Bevölkerungswachstum und den hohen Immobilienpreisen in Münster. Vielerorts sind im Kreis aber nur wenige Baugrundstücke zu erwerben, da auch neue Baugebiete schnell vergriffen sind. Dadurch sind die Preise für Bauland, aber auch für gebrauchte Immobilien stark angestiegen.

Im Jahr 2017 gingen mit 2921 Verträgen beim Gutachterausschuss knapp drei Prozent weniger Kaufverträge ein. Der Geldumsatz nahm auf hohem Niveau von über 490 Millionen Euro um ein Prozent ab, die verkaufte Grundstücksfläche stieg um neun Prozent auf 732 Hektar.

Der Umsatz der unbebauten Grundstücke ist um zehn Prozent auf 490 Kauffälle gesunken, da nicht mehr so viele Bauplätze zur Verfügung standen. Der Geld- und Flächenumsatz ist dagegen aber gestiegen. Die ermittelten Bodenrichtwerte für Wohnbauflächen sind vor allem in Sassenberg, Everswinkel, Sendenhorst, Drensteinfurt, Oelde und Wadersloh gestiegen.

Telgte bleibt beim Wohnbauland mit durchschnittlich 275 Euro pro Quadratmeter für Bauland in guten Lagen und 240 Euro für mittlere Lagen Spitzenreiter. An zweiter Stelle folgt Warendorf mit 270 Euro pro Quadratmeter für Bauland in guten Lagen und 210 Euro in mittleren Lagen. An dritter Stelle liegt der Drensteinfurter Ortsteil Rinkerode mit 210 Euro pro Quadratmeter in guten und 180 Euro im mittleren Lagen.

Die Preise für Ackerland sind erstmals nach anhaltenden Steigerungen auf gleich hohem Niveau geblieben. Für Ackerflächen wurden durchschnittlich 7,20 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Mittlerweile liegen die Bodenrichtwerte für Ackerland beim 2,3 bis 3,4-fachen der Werte aus dem Jahr 2000.

Bei den bebauten Grundstücken nahm die Zahl der Verkäufe um vier Prozent auf 1101 Kauffälle zu. Der Geldumsatz sank um zwei Prozent auf 259 Millionen Euro. Es wurden 463 und damit rund ein Prozent weniger frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser verkauft. Der mittlere Kaufpreis für gebrauchte Häuser lag mit 237 000 Euro rund zwei Prozent höher als im Vorjahr. 230 Doppelhaushälften und Reihenendhäuser wurden veräußert, dies ist ein Plus von zwei Prozent. Der mittlere Preis für neue Objekte lag bei 344 000 Euro, der für gebrauchte Objekte bei 198 000 Euro. Hier steigen die Preise um 15 beziehungsweise um elf Prozent.

Die Zahl der verkauften Eigentumswohnungen ist mit 566 Kaufverträgen im vergangenen Jahr gleich geblieben. Der Geldumsatz ist um fünf Prozent gestiegen. Der Durchschnittspreis für Neubauwohnungen stieg um vier Prozent auf 2580 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Spitzenreiter bei den neuen Wohnungen ist Telgte mit rund 3100 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Aufgrund der weiterhin bestehenden Immobiliennachfrage ist auch für 2018 eine gleichbleibend starke Nachfrage auf dem Grundstücksmarkt zu erwarten. Einige Städte im Einzugsgebiet von Münster bringen zudem größere Baugebiete auf den Markt.

Der Grundstücksmarktbericht ist im Internet unter www.boris.nrw.de zu finden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5684453?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F1808486%2F
Nachrichten-Ticker