Borodin Quartett
Russische Weltstars im Wohnzimmer

Liesborn -

Was für ein Auftakt! Dafür waren vier Musiker verantwortlich, die zur Eröffnung des Kammermusikfestivals Liesborn am Samstag im Museum Abtei Liesborn aus Moskau angereist waren: Ruben Aharonian, Sergei Lomosvsky (beide Violine), Igor Naidin (Viola) und Vladimir Balshin (Violoncello). Gemeinsam bilden sie das Borodin Quartett, das weltweit zu den ältesten Kammermusikvereinigungen zählt.

Freitag, 25.05.2018, 09:44 Uhr

Wurden für ihre brillante Leistung zum Auftakt des Liesborner Kammermusikfestivals vom Publikum mit Beifall überschüttet: Ruben Aharonian, Sergei Lomovsky, Igor Naidin und Vladimr Balshin. Foto: D ierk Hartleb sergei
Wurden für ihre brillante Leistung zum Auftakt des Liesborner Kammermusikfestivals vom Publikum mit Beifall überschüttet: Ruben Aharonian, Sergei Lomovsky, Igor Naidin und Vladimr Balshin. Foto: D ierk Hartleb sergei Foto: Dierk Hartleb

Allein das Programm war eine Hommage an russische Komponistenkunst: Schostakowitsch, Tschaikowsky und Borodin, jeweils das Streichquartett Nr. 1 in C-Dur, D-Dur und A-Dur. Den modernsten Komponisten an den Anfang zu stellen, war auch Verbeugung vor Dimitri Schostakowisch, der das 1945 gegründete Quartett mit der damals ursprünglichen Besetzung selbst bei der Einstudierung seiner Streichquartetts begleitete. Die sanfte Einleitung leitete über zu einem tänzerisch interpretierten zweiten Thema, bevor das Quartett zum polyphon gestalteten zweiten Satz überging, um sich im dritten in einen wahren Wirbel zu steigern und den vierten Satz einen entschlossenen Ausklang findet.

Dieses Schema von vier Sätzen mit unterschiedlicher Ausprägung wiederholte sich anschließend bei Peter Tschaikowsky und Alexander Borodin in einer technischen Perfektion und einer klanglichen Eleganz, die das Publikum zu Beifallsstürmen hinriss. Beeindruckend, wie sich die Musiker untereinander geradezu blind verstanden, jeder mit seinem Instrument zu verschmelzen schien und als Ergebnis ein klangliches Gesamtkunstwerk präsentierten und sich mit dem Tschaikowskys „Morgengebet“ verabschiedeten.

„Das ist die Moskauer Schule“, schwärmte anschließend der künstlerische Leiter, Florian Meyer-Langenfeld, der die obligatorischen Blumenbouquets überreichte. Anschließend bat der Wadersloher Bürgermeister Christian Thegelkamp die vier Künstler, die das frühere Refektorium der Abtei zum Wohnzimmer gemacht hatten, sich in das Goldene Buch der Gemeinde einzutragen.

Zum „Concerto melante“ am Samstag. 19. Mai, mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker auf historischen Instrumenten mit Werken von Telemann, Händel, Goldberg und Bach hofft der Leiter auf eine ähnlich große Besucherresonanz.

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