Grillsaison und Gesundheit
Beim Grillen auf Hygiene achten

Kreis Warendorf -

Knisternde Holzscheite, tanzende Flammen und gutes Grillfleisch. Das gehört auch mit zum Sommer, der ja 2018 offenbar schon im Frühling angefangen hat. Beim Grillen sollte man aber auch an die eigene Gesundheit denken.

Mittwoch, 13.06.2018, 17:06 Uhr

Auch beim nächsten Fußballgrillfest sollte jeder Grillfreund auf den richtigen Umgang mit Fleisch und Sauberkeit achten.
Auch beim nächsten Fußballgrillfest sollte jeder Grillfreund auf den richtigen Umgang mit Fleisch und Sauberkeit achten. Foto: Klaus Meyer

Sommerliche Temperaturen im Frühling, da wird immer häufiger auch spontan gegrillt. Vor allem wenn auch noch Fußball-WM ist. Wichtig ist es, auf jeden Fall die Küchenhygiene zu beachten, um nicht krank zu werden.

Denn sobald die Temperaturen über 20 Grad klettern häufen sich die Meldungen über bakterielle Darminfektionen, oftmals verursacht durch Campylobacter-Bakterien. Die Krankenkasse IKK classic hat aktuelle Daten des Robert-Koch-Instituts ausgewertet: Danach sind im Kreis Warendorf bis Mitte Mai bereits 104 Personen an einer durch Campylobacter-Bakterien verursachten Magen-Darm-Infektion erkrankt. Aktuell sind es 125 Menschen, wie eine Recherche dieser Zeitung beim Kreisgesundheitsamt ergab. „Das entspricht den üblichen Zahlen der vergangenen Jahre“, sagt Kreispressesprecher Thomas Fromme.

Laut Robert-Koch-Institut und ikk erkrankten im gesamten vergangenen Jahr 450 Menschen und 2016 insgesamt 593 Personen. Die tatsächliche Zahl der Infektionen dürfte jedoch noch höher liegen, so Experten, denn: Eine Campylobacter-Infektion ist zwar meldepflichtig, aber nicht jeder Erkrankte geht zum Arzt und wird getestet.

Wie kann man sich überhaupt anstecken? In der Regel werden die krank machenden Bakterien über nicht ausreichend durchgegartes Geflügelfleisch auf den Menschen übertragen. „Wichtig ist es konkrete Hygieneregeln zu beachten“, sagt Stefanie Weier von der IKK classic.

Und das geht so: „Das Geflügelfleisch sollte man vor dem Grillen oder Kochen nicht waschen, sondern vorsichtig abtupfen.“ So vermeidet man die Verbreitung der Erreger über Spritzwasser in der Küche. Außerdem wichtig: Auftauwasser von Geflügel und anderen Fleischsorten unbedingt direkt entsorgen. Fleisch, vor allem Geflügelfleisch, immer vollständig durchbraten. Campylobacter-Bakterien sind nach einer Garzeit von mindestens zehn Minuten bei Temperaturen über 70 Grad Celsius abgetötet. Leichtes Anbraten genügt nicht.

Am besten getrennte Küchenutensilien für rohe und gegarte Lebensmittel verwenden und Schneidebretter oder Messer nach der Zubereitung von rohem Fleisch ausreichend reinigen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt zudem das Auftauwasser von gefrorenem Geflügel und anderen Fleischsorten immer direkt zu entsorgen. Alle Gegenstände und Arbeitsflächen, die damit in Berührung gekommen sind, sollten direkt heiß abgespült werden. Gründliches Händewaschen ist immer gut. Aber auch wichtig: häufig Küchenhandtücher und Wischlappen wechseln und diese bei mindestens 60 Grad waschen. Spülbürsten und Schwämme sollten regelmäßig erneuert werden.

Denn: Im Vergleich zu anderen Durchfallerregern, wie zum Beispiel Salmonellen, kann schon eine sehr geringe Keimmenge eine Campylobacter-Infektion auslösen.

Ein weiterer Tipp der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung richtet sich an Senioren und Menschen mit eingeschränkter Immunabwehr. Diese sollten Lebensmittel wie Rohmilchprodukte oder nicht ausreichend durchgegartes Fleisch meiden: „Kochen Sie Rohmilch, die direkt vom Erzeuger kommt, vor dem Verzehr ab. Bevorzugen Sie pasteurisierte Milch.“

Und was passiert, wenn ich mich angesteckt habe? Campylobacter-Bakterien rufen eine mit Bauchschmerzen, Fieber und – mitunter blutigem – Durchfall einhergehende Darmentzündung hervor. Meist klingen die Beschwerden nach spätestens einer Woche wieder ab. „Wenn nicht, dann unbedingt zum Arzt gehen“, rät Stefanie Weier von der ikk, „gegebenenfalls muss die Erkrankung mit Antibiotika behandelt werden.“

Zum Thema

  | www.rki.de/campylobacter;

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