Rollstuhlfahrer-Mord in Beelen
Angeklagter bleibt in Haft

Beelen -

Der Antrag der Verteidigung auf Haftentlassung des 50-jährigen Polen, der angeklagt ist, kurz vor Weihnachten einen 71-jährigen Beelener in dessen Wohnung aus Habgier getötet zu haben, wurde Mittwoch von der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster zurückgewiesen. Im Indizienprozess vor der Spruchkammer wies die Vorsitzende Richterin alle von Rechtsanwalt Andreas Tinkl vorgetragenen Zweifel vom Tisch.

Donnerstag, 12.07.2018, 08:02 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 12.07.2018, 08:02 Uhr
Rollstuhlfahrer-Mord in Beelen: Angeklagter bleibt in Haft
Foto: dpa

„Die Indizienkette lässt zu, die Täterschaft als wahrscheinlich anzusehen“, verdeutlichte die Richterin in der Begründung. Der Angeklagte, der in Münster in Untersuchungshaft sitzt, bleibt deshalb weiterhin in Gewahrsam.

Trotzdem gibt es in der laufenden Beweiserhebung wenig Stichhaltiges. Insbesondere die große Menge Bargeld, das die Polizei beim Beschuldigten fand, belastet den Angeklagten. Fast 15 000 Euro waren unter einem Fernsehtisch entdeckt worden. Zudem hätte der Beschuldigte bis zum Tatzeitpunkt mit einem eher kleinen persönlichen Budget gelebt. Vorgetragen wurde, dass er nur geringe Beträge von seinem Konto abhob: mal fünf und mal 20 Euro.

Die Indizien lassen eine Verurteilung als sehr wahr-scheinlich zu.

Vorsitzende Richterin

Rund um die vermutliche Tatzeit am späten Vormittag des 23. Dezember 2017 verfügte der Beschuldigte über Bargeld. So konnte er am 21. Dezember pünktlich sein Zimmer in Oelde bezahlen und auch ältere Mietschulden begleichen. Zudem hatte er ein neues Handy, wie eine Zeugin vor der Kammer berichtete.

Am Tattag selbst, dies wurde durch einen Kassenbeleg deutlich, der bei der Wohnungsdurchsuchung gefunden wurde, hatte der Angeklagte für mehrere hundert Euro unter anderem Kleidung erworben.

Der Verdächtigte schweigt, weshalb die Herkunft des Geldes offen bleibt. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass es aus dem Besitz des Opfers stand. Allerdings ist völlig unklar, ob und wie viel Bargeld der getötete Beelener in der Wohnung hatte. Klar ist nur, dass das Opfer in früheren Jahren bis zu 116  000 Euro bar zur Verfügung gehabt hatte. Ob die beschlagnahmten Scheine aus dieser Bargeldmasse stammen, ist offen.

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