Münsterland als Modellregion?
Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb entwickeln

Kreis Warendorf -

Das Münsterland soll zur Modellregion werden, in der Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb entwickelt werden. Das schwebt der CDU-Kreistagsfraktion vor, die den Landrat bereits aufgefordert hat, in dieser Sache aktiv zu werden.

Dienstag, 31.07.2018, 07:05 Uhr

Auf dem Gelände der Wasserstofftankstelle Münster-Amelsbüren (v. l:): Henrich Berkhoff (CDU), Jürgen Löchte (Westfalen AG), Thomas Kuhlmann (WestfalenAG), Robert Strübbe, Bernd Hugenstroth, Hannelore Dufhues (alle CDU), Helge Wego (WestfalenAG), Reiner Ropohl (WestfalenAG) und Guido Gutsche (CDU).
Auf dem Gelände der Wasserstofftankstelle Münster-Amelsbüren (v. l:): Henrich Berkhoff (CDU), Jürgen Löchte (Westfalen AG), Thomas Kuhlmann (WestfalenAG), Robert Strübbe, Bernd Hugenstroth, Hannelore Dufhues (alle CDU), Helge Wego (WestfalenAG), Reiner Ropohl (WestfalenAG) und Guido Gutsche (CDU).

„Mit der Westfalen AG aus Münster als regionalem Schwerpunktversorger mit der derzeit einzigen Wasserstofftankstelle im Münsterland wäre ein erster Infrastrukturpartner bereits an der Seite“, erklärt Guido Gutsche, Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag, den Wunsch der Fraktion, diese Mobiliätsform, die viele Vorteile gegenüber reinen Batterieautos bietet, näher in den Fokus zu nehmen.

Im Juni formulierte die CDU den Wunsch an Landrat Dr. Olaf Gericke, neben der Weiterführung des e-Mobilitätskonzeptes, das auf batteriebetriebenen Fahrzeugen beruht, Gespräche auf lokaler, Münsterland- und Landesebene mit in Frage kommenden Akteuren und der Landesregierung zu führen, ob und wie der Ausbau einer Wasserstoffinfrastrukur im Münsterland in Form einer Modellregion gefördert werden kann. Dies beträfe neben der Unterstützung beim Aufbau eines Tankstellennetzes auch die Anschaffung öffentlicher wasserstoffbetriebener e-Fahrzeuge, teilt die CDU mit.

Die Politiker sehen Vorteile im Vergleich zu rein batteriegeladenen Elektroautos: Mit der nur wenige Minuten dauernden Tankbefüllung entfielen lange Ladezeiten und die Reichweiten konventioneller Fahrzeuge blieben erhalten. Hyundai arbeite gerade an der zweiten Brennstoffzellen-Automobil-Generation mit einer Reichweite von 800 Kilometern. Weil das vorhandene Tankstellennetz genutzt werden könnte, sei der Wasserstoffantrieb neben der Nutzbarkeit für Bewohner ländlicher Regionen auch für den Bus- und Schwerlastverkehr interessant.

Fraktionsmitglied Henrich Berkhoff gibt zu bedenken: „Wie soll das bei vielen Millionen reinen Batteriefahrzeugen in Städten mit Mehrfamilienhausinfrastruktur und oft ohne eigenen Parkraum überhaupt mit der Strombeladung gehen?“

Zur Information über Technologie, Abläufe und Entwicklungen traf sich eine CDU-Delegation auf dem Gelände der Wasserstofftankstelle Münster-Amelsbüren mit Rainer Ropohl, Vertriebsvorstand der Westfalen AG, und mehreren Abteilungsleitern. Ropohl: „Wir haben viel Geld an diesem Standort investiert, weil wir an die Zukunft des Speicher- und Antriebsmediums Wasserstoff glauben. Dazu müssen alle vier wichtigen Gruppen koordiniert und mitgenommen werden. Dies sind neben der Autoindustrie, der Mineralölwirtschaft, den Investoren und Gaslieferanten auch die Verbraucher.“ Die Westfalen AG hoffe, dass die beiden Münsteraner Brennstoffzellenbusse bald an den Start gehen können, Köln habe 30 davon geordert.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5942197?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F1808486%2F
Nachrichten-Ticker