Kunst aus der Nachkriegszeit
Mehr als ein Dutzend Kugelkreuze

Westkirchen -

Weithin sichtbar am Ortsrand von Westkirchen steht das renovierte Kreuz am Hof Scheinmann, Warendorfer Straße 12. Es wurde 1951 von Bernhard und Rosina Scheimann errichtet. Im Lauf der Zeit hatte die Natur das Kreuz überwuchert. Jetzt entschloss sich die Familie, das Kreuz wiederherstellen zu lassen.

Mittwoch, 08.08.2018, 06:10 Uhr

Die Kugelkreuze – wie dieses in Westkirchen – entstanden in Bildhauerwerkstätten in Warendorf und Beckum zwischen 1946 und 1954.
Die Kugelkreuze – wie dieses in Westkirchen – entstanden in Bildhauerwerkstätten in Warendorf und Beckum zwischen 1946 und 1954. Foto: Walter Suwelack

Tatkräftige Unterstützung gab es für die Familie vom Arbeitskreis „Historische Bildstöcke und Wegekreuze“, der beim Rotary Club Warendorf angesiedelt ist. „Kugelkreuze stellen eine besondere Form der Hof- und Wegekreuze dar. Im Kreis gibt es davon mehr als ein Dutzend – unter anderem in Ostenfelde, Beelen, Greffen, Drensteinfurt, Ennigerloh und Beckum. Sie entstanden in Bildhauerwerkstätten in Warendorf, Beckum und andernorts zwischen 1946 und 1954“, teilt der emeritierte Kreisdechant Walter Suwelack mit. Er ist Mitglied des Arbeitskreises.

Auf einer Betonkugel von etwa 1,50 Meter im Durchmesser erhebt sich ein etwa drei Meter hohes Kreuz mit einem Korpus, der aus einer besonderen Betonmasse gegossen wurde. Jede Kugel hat ihre Inschrift, die sich wie ein Band um sie herum legt. Oft liest man: „Durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.“ Eine andere Inschrift lautet: „Willst du die Liebe Gottes sehn, so bleibt an diesem Kreuze stehn.“

Dass diese Hofkreuze in dem ersten Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind, hat nach Auffassung von Suwelack einen tiefen Sinn. „Über dem Grauen, das die ganze Welt in unendliches Leid gestürzt hat, errichteten Menschen als ein „gewaltiges“ Zeichen das übergroße Kreuz. Sie gaben damit eindrucksvoll Zeugnis von ihrem Glauben und ihrer Hoffnung.“ Denn nicht die Herrschaft des Unrechts regiere die Welt, sondern der gekreuzigte und auferstandene Christus, unterstreicht der Priester.

„Vielleicht macht die Wiedererrichtung des Kugelkreuzes in Westkirchen uns erneut aufmerksam auf den geschichtlichen Hintergrund und die Bedeutung der Symbole Kreuz und Kugel in unserem Leben“, gibt Suwelack zu bedenken.

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