Jugendfeuerwehren bereiten sich auf Einsatzdienst vor
Zwischen Kino und Löschangriff

Kreis Warendorf -

Das schwülheiße Sommerwetter lässt die Jugendlichen der Drensteinfurter Jugendfeuerwehren kalt. In ihren schweren Dienstanzügen, mit Schutzhelm, Arbeitshandschuhen und derben Sicherheitsschuhen stehen acht von ihnen sprintbereit hinter der provisorischen Startlinie und warten auf das „Go“. Die Aufgabe: Aus acht aufgerollten Feuerwehrschläuchen eine fertig gekuppelte Schlauchleitung auszulegen. Mehr als 75 Sekunden dürfen sie dafür nicht brauchen.

Montag, 13.08.2018, 16:00 Uhr

Gespannte Erwartung an der Startlinie: Jeder weiß genau, bis zu welcher Position er gleich laufen muss, damit die Schlauchleitung schnell und gerade gekuppelt werden kann.
Gespannte Erwartung an der Startlinie: Jeder weiß genau, bis zu welcher Position er gleich laufen muss, damit die Schlauchleitung schnell und gerade gekuppelt werden kann. Foto: Ulrike von Brevern

Die Jungen und Mädchen trainieren für die Leistungsspange, die höchste Auszeichnung, die die Deutsche Jugendfeuerwehr zu vergeben hat. Die Gruppenleiter haben erklärt, worauf zu achten ist, denn die Aufgaben der Leistungsschau sind nur im gut funktionierenden Team zu lösen. Jetzt steht ein erster Durchlauf an.

Gut 350 Jugendliche sind aktuell in den 15 Jugendfeuerwehren des Kreises aktiv. Die Wehren stecken eine Menge Zeit und Energie in diesen Nachwuchspool. „Ohne kämen wir nicht aus“, ist Kreisjugendfeuerwehrwartin Carola Wesseler überzeugt. „Es ist schwierig, neue Feuerwehrleute von außen in den aktiven Dienst zu holen.“

„Eigentlich ein ganz normales Hobby“. beurteilt Nike ihren Dienst in der Jugendfeuerwehr.

„Eigentlich ein ganz normales Hobby“. beurteilt Nike ihren Dienst in der Jugendfeuerwehr.

Die Kommune übernimmt die Ausstattung der zehn- bis 18-jährigen Jugendlichen. Meist treten die Kinder allerdings erst ab etwa zwölf Jahren ein. Sie sollten groß genug sein, um die schweren Schläuche zu tragen, gibt Wesseler zu bedenken. Im Gegensatz zu den neugegründeten Kinderfeuerwehren geht es bei der Jugendfeuerwehr schon um realitätsnahe Feuerwehrarbeit. Die Leitung der Gruppen übernehmen aktive Feuerwehrleute und gelegentlich darf der Nachwuchs auch bei einer Übung der Großen dabei sein. Dennoch sind alle Jugendlichen willkommen, betont Wesseler, unabhängig vom Wunsch oder der Fähigkeit, später in den Einsatzdienst zu wechseln. Der Anteil von Mädchen steigt in jüngster Zeit – verhalten, aber stetig, freut sich die Kreisjugendwartin.

Ohne Nachwuchspool kämen wir nicht aus. Es ist schwierig, neue Feuerwehrleute von außen in den Dienst zu holen.

Carola Wesseler

Die Drensteinfurter Jugendfeuerwehrleute haben es gleich im ersten Durchlauf geschafft, ihr Ziel in der passenden Zeit zu erreichen. Jetzt rollen sie die Schläuche sorgfältig wieder auf für einen zweiten Durchlauf. Warum sie bei der Jugendfeuerwehr sind? „Weil ich lernen will, Menschen zu retten!“, betont Leon sehr ernsthaft. Nick ist stolz, als Jugendfeuerwehrmann eine lange Familientradition fortzusetzen. Für Patrick, den vorher nichts mit der Feuerwehr verband, war es dagegen die einzig annehmbare Freizeitbeschäftigung überhaupt, die sein Dorf zu bieten hatte.

Schon in der Jugendfeuerwehr ist Teamwork alles. Viele wechseln später wie Patrick (rechts) in den aktiven Dienst.

Schon in der Jugendfeuerwehr ist Teamwork alles. Viele wechseln später wie Patrick (rechts) in den aktiven Dienst.

„Jugendfeuerwehr bedeutet zur einen Hälfte Feuerwehr und zur anderen ganz klassische Jugendarbeit“, hebt Wesseler hervor. Kino, Suchtprävention oder Jugendfreizeiten stehen ebenso auf dem Dienstplan wie Fahrzeugkunde, Löschangriff oder Pumpenkunde. Wichtig ist den Jugendwarten, die Grundhaltung der Feuerwehr weiterzugeben. „Ich muss nicht jeden mögen, aber ich muss mich aufjeden verlassen können“, ist einer dieser Basics, beschreibt Wesseler.

Die Drensteinfurter, stellen unter Beweis, wie gut das Konzept aufgeht. Ohne zu murren stellen sie sich zu einem weiteren schweißtreibenden Durchlauf auf. Einer der Jungfeuerwehrmänner ist bereits neu eingekleidet. Patrick hat sich entschieden, in den aktiven Dienst zu wechseln.

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