Ein Besuch bei Kliewe
Wo Kochen Herzenssache ist

Beckum -

Immer mehr Menschen setzen auf regionale Lebensmittel und bevorzugen frische, saisonale Gerichte von Produzenten direkt aus der Umgebung. In der Sommerserie rund um das Thema „Münsterland-Siegel“ werden acht Betriebe aus dem Kreis Warendorf vorgestellt. Der Blog „Paula Pumpernickel“ präsentiert die Menschen, die diese Produkte herstellen.

Samstag, 25.08.2018, 08:10 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 25.08.2018, 08:03 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 25.08.2018, 08:10 Uhr
Mit einer Schankerlaubnis begann 1901 die Geschichte des Westfälischen Hofes in Beckum.
Mit einer Schankerlaubnis begann 1901 die Geschichte des Westfälischen Hofes in Beckum.

Im fünften Teil geht es heute auf den Westfälischen Hof – bei Kliewe in Beckum. Das große Haus, das Thomas Kliewe gemeinsam mit seiner Frau Sabine führt, war früher einmal ein Ackerbürgerhaus mit angegliederter Sattlerei, Polsterei und Kutschenwagenbau. „Mein Vater und Großvater haben diese Berufe gelernt. Ich bin der erste offizielle Koch und Hotelbetriebswirt in diesem Haus“, erklärt Kliewe. Den eigentlichen Anfang mit der Gastronomie machte allerdings sein Vater in den 50er Jahren, als er im Zuge der wachsenden Industrie einen Teil des Gebäudes zur Schänke umbaute. Eine Schankerlaubnis gibt es bereits seit 1901.

Ein Angebot kam sogar aus Bangkok, aber dann habe ich mich entschieden, den Familienbetrieb neu aufzubauen. Das war die beste Entscheidung.

Thomas Kliewe

Mehrere Köche und Auszubildende sind mittlerweile für das zuständig, was Thomas Kliewe seine Herzensangelegenheit nennt: das Kochen. Er selbst steht aber zu seinem Bedauern nur noch selten am Herd. Das Management des Betriebs nimmt den größten Teil seiner Zeit in Anspruch. Eines steht für ihn fest: „Gutes Essen braucht gute Zutaten.“ Dabei legt er Wert auf Qualität, Regionalität und den Blick fürs Detail. Selbstverständlich stammen viele Zutaten frisch von regionalen Anbietern. „Für gute Qualität sind die Kunden auch bereit, einen gewissen Preis zu zahlen“, weiß Kliewe.

Sabine und Thomas Kliewe führen den Familienbetrieb.

Sabine und Thomas Kliewe führen den Familienbetrieb.

Das hat er schon während seiner Ausbildung gelernt, die er 1982 in Ahlen begann. Es folgten Restaurants auf Sylt, im Schwarzwald und am Möhnesee. „Nach der Wirtschaftsfachschule für Hotellerie kam irgendwann sogar ein Angebot aus Bangkok, aber dann habe ich mich entschieden, den Familienbetrieb neu auf- und umzubauen. Das war die beste Entscheidung, es läuft super.“ Jedes Hotelzimmer hat ein eigenes Thema – stilistisch durchdacht und auf modernstem Stand, aber immer mit historischen Elementen. So wie dem Holz der Betten, deren Rahmen aus den alten Holzbalken des Haupthauses gezimmert wurden.

Mit zwei Kollegen aus der Umgebung kochte Thomas Kliewe schon mehrfach auf der Bühne der Grünen Woche in Berlin. Auch bei einem Sommerfest der NRW-Landesvertretung bereitete er mit seinen Kollegen münsterländische Spezialitäten für die nordrhein-westfälischen Politiker zu. „Über das Münsterland-Siegel sind die Kontakte und Freundschaften zu den Köchen in der Region noch enger geworden“, sagt Kliewe.

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