Reaktion auf Merkel-Rücktritt
Auch der Horst soll gehen

Kreis Warendorf -

Als richtigen Schritt wertet der Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker (CDU) die Entscheidung von Angela Merkel, den Parteivorsitz abzugeben. Aber auch Horst Seehofer sollte sich zurückziehen.

Dienstag, 30.10.2018, 09:31 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 30.10.2018, 09:31 Uhr
Ein Bild aus besseren Tagen. Angela Merkel beim Wahlkampf in der Oelder Pott‘s Brauerei, wo sie im Vorfeld der Landtagswahl 2017 die Kandidatur von Armin Laschet unterstützte.
Ein Bild aus besseren Tagen. Angela Merkel beim Wahlkampf in der Oelder Pott‘s Brauerei, wo sie im Vorfeld der Landtagswahl 2017 die Kandidatur von Armin Laschet unterstützte. Foto: Gerharz

Als „konsequent und richtig“ wertet der Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker ( CDU ) die Entscheidung von Angela Merkel , den Parteivorsitz abzugeben. Doch das ist für Sendker noch nicht das Ende der Fahnenstange. Er verlangt, dass auch der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sich zurückzieht – am besten aus beiden Funktionen, aber in erster Linie aus dem Amt des Innenministers.

„Streitende wählt man nicht. Und der dauernde Konfrontationskurs von Seehofer gegen Merkel verschlägt einem schon lange die Sprache“, betont der CDU-Politiker, der keinen Kommentar zu den Kandidaten geben will, die sich für die Nachfolge von Merkel als Parteivorsitzende ins Spiel bringen. „Die Parteitagsdelegierten aus unserem Kreisverband sind gut beraten, zunächst die Kandidatenliste abzuwarten und danach in Hamburg auf dem Parteitag zu entscheiden.“

Streitende wählt man nicht. Und der Konfrontationskurs von Seehofer gegen Merkel verschlägt einem schon lange die Sprache.

Reinhold Sendker

Dass neben Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn auch Friedrich Merz als Parteivorsitzender antreten will, bezeichnete Sendker dennoch als „spektakulär“. Schließlich war Merz 2002 von Merkel aus dem Amt des Fraktionsvorsitzenden gedrängt worden. Auch bei Jens Spahn hält Sendker sich bedeckt. „Wir Westfalen sind ja im Bund gut drauf“, sagt der Abgeordnete mit Blick auf die beiden Ministerposten – aber keinen Ton mehr. „Auf jeden Fall brauchen wir eine personelle Erneuerung. Was mit der Wahl von Ralph Brinkhaus zum Fraktionsvorsitzenden begonnen hat, muss sich in der Partei fortsetzen.“

Überfällig sei auch eine offene Diskussion in der Partei über die Regierungsarbeit. „Und vor allem müssen wir den Wählerwillen Ernst nehmen.“ Immerhin hätten 50 Prozent der Wähler in Hessen gegen die Arbeit der Koalition in Berlin protestiert. Ähnlich wertet der Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum die Entwicklung. „In den Ländern hat die personelle Erneuerung längst stattgefunden. Das ist jetzt auch in Berlin fällig.“

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