Streitlust der Kassen sorgt für Konflikte
Krankenhäuser unter Druck

Kreis Warendorf -

Die Krankenhausvertreter sprechen ganz offen von einer Streitlust der Kassen, Es geht um viel Geld, folglich wird der Abrechnungsstreit immer härter geführt.

Donnerstag, 06.12.2018, 08:01 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 08:10 Uhr
Machen sich für eine neue Weichenstellung in der Gesundheitsversorgung stark (v. l.): Dr. Stefan Pantenburg (Geschäftsführer Marienhospital Oelde), Vanessa Richwien (Kaufmännische Direktorin St.-Elisabeth-Hospital Beckum), Reinhold Sendker (MdB), Erwin Rüttel (Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Gesundheit), Peter Goerdeler (Vorstandsvorsitzender Josephs-Hospital Warendorf) und Dr. Ansgar Klemann (Geschäftsführer St.-Josef-Stift Sendenhorst).
Machen sich für eine neue Weichenstellung in der Gesundheitsversorgung stark (v. l.): Dr. Stefan Pantenburg (Geschäftsführer Marienhospital Oelde), Vanessa Richwien (Kaufmännische Direktorin St.-Elisabeth-Hospital Beckum), Reinhold Sendker (MdB), Erwin Rüttel (Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Gesundheit), Peter Goerdeler (Vorstandsvorsitzender Josephs-Hospital Warendorf) und Dr. Ansgar Klemann (Geschäftsführer St.-Josef-Stift Sendenhorst). Foto: Beate Kopmann

Das wurde deutlich bei einem Gespräch, das Krankenhaus-Vertreter mit Erwin Rüddel, dem Vorsitzenden des Bundestags-Ausschusses für Gesundheit, und dem heimischen Bundestagsabgeordneten Reinhold Sendker in Warendorf führten.

Vanessa Richwien (St.-Elisabeth-Hospital Beckum) berichtete, dass sich ihr Krankenhaus in früheren Jahren mit den Kassen an einen Tisch gesetzt und die Finanzierung gemeinsam gelöst habe. „Heute werden keine direkten Gespräche mehr geführt. Alles läuft über den Medizinischen Dienst der Krankenkassen.“

Krankenhäuser spielen eine immer wichtigere Rolle in der Gesundheits-versorgung – das gilt vor allem auf dem Land.

Erwin Rüddel

Ihre Kollegen haben ähnliche Erfahrungen gemacht. „Die Kassen der Krankenkassen sind voll und die der Krankenhäuser leeren sich“, kritisierte Dr. Stefan Pantenburg (Marienhospital Oelde). Dabei würden die Krankenhäuser in den nächsten zehn Jahren eine immer wichtigere Rolle in der Gesundheitsversorgung spielen, betonte Rüddel Das gelte insbesondere auf dem Land. Sendker hob in diesem Zusammenhang hervor, dass die Versorgung durch die Krankenhäuser im Kreis gut bis sehr gut sei. Die Einrichtungen müssten für gute Leistung aber auch ausreichend Geld bekommen. Mitunter sei das Gegenteil der Fall. Immer mehr Krankenkassen beschritten den Klageweg und versuchten Kosten zu drücken – etwa, weil angeblich Fristen nicht eingehalten würden oder aber weil die Kassen zum Beispiel die flächendeckende Versorgung bei Schlaganfall nicht sicher stellen wollten. Dies sei aber im ländlichen Raum ein wichtiger Qualitätsfaktor. „Uns allen liegt die gute Versorgung der Menschen am Herzen“, machte Dr. Ansgar Klemann (St.-Josef-Stift Sendenhorst) deutlich. Deswegen setzten die Häuser auf verstärkt auf Kooperation.

Die Kassen der Krankenkassen sind voll und die der Krankenhäuser leeren sich.

Dr. Stefan Pantenburg (Oelde)

Positiv äußerte sich Peter Goerdeler (Josephs-Hospital Warendorf) zum Pflegestärkungsgesetz. Die Krankenhäuser hätten ein großes Interesse daran, mehr Pflegekräfte in die Region zu holen – auch aus dem Ausland. Im Übrigen kämpfe man nach wie vor gegen die Bürokratie. „Wir müssen zu viel Zeit für die Dokumentation aufbringen.“ Einen Großteil dieser Energie würden die Krankenhäuser stattdessen lieber in die Versorgung der Patienten stecken.

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