Pflege-Serie
Auf Augenhöhe mit den Patienten

Kreis Warendorf -

Sind sind mehr als nur eine gute Seele: Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger (umgangssprachlich auch Kinderkrankenschwester genannt) pflegen und betreuen kranke Kinder und Jugendliche. Wir stellen Ihnen Claudia Holtmann vor. Seit 23 Jahren kümmert sie sich um die kleinen, tapferen Patienten in der Klinik für Kinder- und Jugendrheumatologie des St. Josef-Stift in Sendenhorst. Ein Stationsbesuch.

Freitag, 11.01.2019, 15:10 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 15:58 Uhr
Kinderkrankenschwester Claudia Holtmann (50) zeigt der achtjährigen Hannah altersgerecht, wie man ihr rheumatisch-erkranktes Bein am Besten behandeln und versorgen kann und vermittelt ihr, wie sie bald selbst ihre Eisbeutel anlegen kann..
Kinderkrankenschwester Claudia Holtmann (50) zeigt der achtjährigen Hannah altersgerecht, wie man ihr rheumatisch-erkranktes Bein am Besten behandeln und versorgen kann und vermittelt ihr, wie sie bald selbst ihre Eisbeutel anlegen kann.. Foto: Peter Sauer

Fröhlich zeigt die achtjährige Hannah ihr Krankenbett. Dass sie unter einer entzündlich-rheumatischen Autoimmun-Erkrankung leidet, sieht man ihr nicht an. Denn Hannah fühlt sich wohl, obwohl sie im Krankenhaus ist. Das liegt nicht nur daran, dass die Kinderrheumastation des St.-Josef-Stifts wegen der wichtigen Kältetherapie „Polarstation“ heißt und fast alle Wände mit Eisbären, Pinguinen und Robben gestaltet sind, sondern vor allem an Menschen wie Kinderkrankenschwester Claudia Holtmann .

Die Drensteinfurterin erklärt Hannah wie sie später selbst das Eis anlegen kann, um ihr rheumatisch-erkranktes Bein zu kühlen und Schmerzen zu lindern.

So geht die Eiskühlung. Bald kann die kleine Hannah das ganz selbständig – dreimal am Tag.

So geht die Eiskühlung. Bald kann die kleine Hannah das ganz selbständig – dreimal am Tag. Foto: Peter Sauer

Die Kinderkrankenschwester ist seit 23 Jahren am St.-Josef-Stift. Sie liebt ihren Job wie am ersten Tag: „Schon als Kind wollte ich Krankenschwester werden, weil es wichtig für mich ist, anderen Menschen helfen zu können.“ Entschieden räumt die 50-Jährige mit dem Vorurteil auf, Rheuma sei nur eine Erkrankung bei älteren Menschen: „Unsere Patienten sind zwischen einem Jahr und 16 Jahren alt.“

Die Behandlung von Kinderrheuma ist Teamwork: Ärzte, Pflegende, Erzieherinnen, die Krankenhausschule, Psychologen, der Bundesverband Kinderrheuma, Physio- und Ergotherapeuten und die orthopädische Werkstatt arbeiten zusammen. Sehr viel Zeit verbringen die Pflegenden mit den Patienten.

Eine wichtige Voraussetzung von Claudia Holtmanns Arbeit ist es, gut beobachten zu können: „So achte ich auf Bewegungseinschränkungen und psychologische Veränderungen. Kinder können sich noch nicht so reflektiert über körperliche Veränderungen und Schmerzen äußern. Die Beobachtung und Deutung von Zeichen und Verhaltensänderungen sind extrem wichtig. Kinder zeigen etwa im Spiel und in ihren Malereien, was sie über die Krankheit denken.“

Claudia Holtmann weist mit einem Augenzwinkern auf ihren besten „Mitarbeiter“ hin - Stoff-Robbe Juppi. „Es gibt einen Juppi auf der Station, einen im OP-Saal mit grüner Haube und einen im Aufwachraum. Das erweckt bei den kleinen Patienten den Eindruck, Juppi passt überall auf sie auf.“ Mit selbst erstellten Bilderbüchern erklären die Pflegenden kindgerecht, was Rheuma ist, um den Patienten den Umgang mit ihrer chronischen Erkrankung zu erleichtern. Auch auf Blutabnahmen, Injektionen und Narkosen werden die kleinen Patienten einfühlsam vorbereitet.

Dieser Roller hilft, die unteren Gelenke nicht so stark zu belasten.

Dieser Roller hilft, die unteren Gelenke nicht so stark zu belasten. Foto: Peter Sauer

Kinderkrankenschwester Claudia hilft mit, dass die Patienten bereits ab dem achten Lebensjahr selbständig mit ihren Therapieplänen arbeiten können. Sie hat auch ein offenes Ohr für alle Probleme, denn Kinder und Jugendliche mit Rheuma werden häufiger gemobbt. „Wir versuchen sie bereits während des Klinikaufenthaltes so fit wie möglich zu machen, dass Rheuma für sie ein normaler Alltagsbegleiter ist und sie auch zuhause ihre Therapie gut fortsetzen können“, sagt Stationsleiterin Birgit Klaes.

Zur täglichen Arbeit auf der Polarstation gehört auch, die Eltern aufzufangen und bei bürokratischen oder sozialen Problemen den Kontakt zum Bundesverband Kinderrheuma herzustellen.

Die lächelnden Augen der Kinder, ihre Zeichnungen und auch späteren Besuche in der Klinik, um einfach Danke zu sagen – das alles bestätigt Kinderkrankenschwester Claudia Holtmann darin, dass sie die richtige Arbeit macht. Und auf der Polarstation kann auch niemand auf sie verzichten. Nicht nur Hannah.

Coro lädt auf seinen vier Rädern zum Ritt ein.

Coro lädt auf seinen vier Rädern zum Ritt ein. Foto: Peter Sauer

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6312427?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F1808486%2F
Unterschrift trocken – Hübscher wird neuer Preußen-Trainer
Sven Hübscher
Nachrichten-Ticker