Podiumsdiskussion in der LVHS
Landwirte wollen mehr Einfluss in Genossenschaften

Kreis Warendorf -

Das Spannungsverhältnis zwischen Landwirten und Genossenschaften war Thema einer Podiumsdiskussion in der LVHS Freckenhorst.

Freitag, 01.02.2019, 06:01 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 06:10 Uhr
Podium (v. l.): Regina Selhorst (Landfrauen), Reinhard Pröbsting (Raiffeisen Bever-Ems), Ulrich Oskamp (KLB-Referent) und Johann Prümers (Ex-Präsident des Raiffeisenverbandes Westfalen-Lippe).
Podium (v. l.): Regina Selhorst (Landfrauen), Reinhard Pröbsting (Raiffeisen Bever-Ems), Ulrich Oskamp (KLB-Referent) und Johann Prümers (Ex-Präsident des Raiffeisenverbandes Westfalen-Lippe). Foto: Rebecca Lek

Landwirte haben derzeit gleich mehrere Probleme. Zum einen sinkt die Gewinnmarge weiter in den Keller, zum anderen leidet ihr öffentliches Ansehen. Um wirtschaftliche Synergien zu schaffen, schließen sich viele Landwirte zu Genossenschaften zusammen. 24 junge Frauen und Männer, die gerade den 121. internationalen LVHS-Kurs in Freckenhorst besuchen, machten dies bei einer Podiumsdiskussion zum Thema. Dabei vertraten vier Referenten ein breites Meinungsspektrum.

Über die „Zukunftsvision der Raiffeisen-Warengenossenschaften in Deutschland und Westfalen Lippe“ stritten: Reinhard Pröbsting (Geschäftsführer der Raiffeisen Bever-Ems. Telgte), Ulrich Oskamp (KLB-Referent im Bistum Münster), Johann Prümers (Ex-Präsident des Raiffeisenverbandes Westfalen-Lippe) und Regina Selhorst (Vorsitzende der Landfrauen in Westfalen-Lippe).

Während die Referenten schon gut zwei Wochen vor der Diskussion das Thema erfuhren, nannten Kursleiter Josef Everwin und Bernd Hante von der LVHS ihren Schülern das Thema erst am Vorabend.

Janina Lohmann und Philipp Bettmann, führten die Gäste durch den Abend. Als kleine Anregung gab auch „Friedrich Wilhelm Raiffeisen“, parodiert von Markus Kauling, ein Statement zur aktuellen Lage ab. „Die Bauern müssen zusammen halten. Sie stehen nicht mehr im Mittelpunkt, sondern es wirkt, als wenn die Raiffeisen nur noch auf Profit aus ist“.

Besonders interessiert waren die Landwirte an ihrer eigenen Position in den Genossenschaften. Reinhard Pröbsting musste erläutern, wie er die Landwirte mehr einbinden möchte. Dieser schoss den Ball jedoch zurück und forderte zu mehr Eigeninitiative auf. Ulrich Oskamp wiederum musste Rede und Antwort stehen, wie die Landwirte ihren Einfluss in den Genossenschaften behalten oder überhaupt erst gewinnen können.

Aber auch strukturelle Fragen spielten eine Rolle. Johann Prümers konnte die Frage nach der optimalen Genossenschaftsgröße jedoch nicht beantworten. „Das Wachstum eine Genossenschaft ist solange sinnvoll, wie betriebswirtschaftliche Synergien weiter ausgebaut werden können“. Dennoch war man sich einig, dass Genossenschaften gut und sinnvoll sind – auch in der Zukunft.

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