Karneval
Randale nach den Umzügen

Kreis Warendorf -

Feiern ist eine schöne Sache. Problematisch wird es nur, wenn der Bogen überspannt wird. So hatte die Polizei an Rosenmontag auch im Kreis viel zu tun – allerdings erst nachdem der letzte Zugwagen über die Straßen gefahren war.

Dienstag, 05.03.2019, 16:46 Uhr
Zahlreiche Polizisten waren Rosenmontag auch im Kreis im Einsatz.
Zahlreiche Polizisten waren Rosenmontag auch im Kreis im Einsatz. Foto: dpa

Nach Abklingen des Sturmes „Bennett“ konnten an Rosenmontag alle Züge im Kreis starten, was die Narren sehr freute. Rund 41 5000 Zuschauer säumten – laut Polizeiangaben – die Straßen in den Städten Ahlen, Beckum, Sendenhorst, Warendorf und in Liesborn.

Aus Sicht der Polizei lief es bis 18 Uhr – die Umzüge waren wegen des Sturms ja verspätet gestartet – ruhig. In den darauffolgenden Stunden häuften sich dagegen die Einsätze bei den verschiedenen Karnevalsveranstaltungen. Dabei handelte es sich überwiegend um alkoholbedingte Körperverletzungen.

Im Laufe des Montags bis in den Dienstag hinein verzeichnete die Polizei im Kreisgebiet 22 karnevalsbedingte Einsätze. Die Kräfte erteilten 27 Personen Platzverweise und nahmen zwei in Gewahrsam. Bisher liegen drei Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung, neun wegen einfacher Körperverletzung, drei wegen gefährlicher Körperverletzung, zwei wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetzes und eine wegen Widerstands gegen Polizisten vor.

Auch Langfinger nutzen das Karnevalsgetümmel. So kam es im Zusammenhang mit Karnevalsfeiern zu mindestens drei Diebstählen. Bei der Verfolgung eines Tatverdächtigen nach einer Körperverletzung verletzte sich ein Polizist leicht. Bei den körperlichen Angriffen auf Personen wurden acht Menschen verletzt. Insgesamt 17 Jugendliche sind den Jugendschutzstellen zugeführt und zwei alkoholisierte Minderjährige an den Rettungsdienst übergeben worden.

Neben Ahlen und Warendorf konzentrierten sich die Vorfälle auch auf Beckum. Dort leiteten Polizisten am Rosenmontagabend gleich mehrere Ermittlungsverfahren ein. Gegen 19 Uhr schlug ein 23-jähriger Beckumer einen 28-jährigen Beckumer auf der Clemens-August-Straße ins Gesicht.

Wenige Minuten später kam es in Beckum zu einem zunächst verbalen Streit zwischen einem 21-jährigen Beckumer und einem Unbekannten auf der Straße Pulort. Etwas später schlug der Unbekannte den Beckumer.

Um 22.30 Uhr musste die Polizei auf der Nordstraße einschreiten. Mindestens zwei unbekannte Personen traten auf einen 20-Jährigen aus Aachen und einen 25-jährigen Beckumer ein. Angaben zu den Tatverdächtigen können nicht gemacht werden. Kurz nach Mitternacht schlug eine 37-jährige Beckumerin eine gleichaltrige Frau aus Beckum in einer Gaststätte an der Weststraße. Dort kam es bereits etwas früher zu einer Straftat, indem ein Unbekannter einen 54-Jährigen schubste und ihn zu Boden brachte. Dabei verletzte sich der Fröndenberger leicht.

Auch andere Drogen waren im Spiel: In Beckum stellten Polizisten bei einem 18-jährigen Karnevalsbesucher Betäubungsmittel sicher und nahmen eine Person nach einer Körperverletzung in Gewahrsam. Des Weiteren kam eine Fensterscheibe einer Gaststätte zu Bruch. Einem Besucher wurde während des Zuges das Handy aus seiner Hosentasche gestohlen. Für eine Jugendliche endete der Rosenmontag aufgrund ihrer Alkoholisierung im Hospital.

Auch an der geografischen Peripherie des Kreises musste die Polizei eingreifen – nämlich in Wadersloh. Einen Platzverweis erhielt gegen 20.30 Uhr eine 33-Jährige. Ihr wurde der Eintritt in das Wadersloher Festzelt verwehrt, was sie offenbar nicht wirklich gut fand. Die Wadersloherin griff daraufhin eine Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes an und verletzte diese leicht. Die Frau verhielt sich auch gegenüber der Polizei uneinsichtig und kam dem erteilten Platzverweis nicht nach. Daraufhin nahmen die Beamten die 33-Jährige zur Verhinderung weiterer Straftaten mit in Gewahrsam. Gut eine Stunde später an fast gleicher Stelle, nur diesmal im Zelt: dort schlug ein Unbekannter einen 18-jährigen Lippstädter, der leicht verletzt wurde.

Zur gleichen Zeit bedrohte ein Unbekannter eine Mitarbeiterin in einer Wadersloher Gaststätte mit einem Messer, da er mit dem Wechselgeld nicht einverstanden war. Der Inhaber nahm dem Mann das Messer ab, der Tatverdächtige verließ anschließend das Lokal. Gegen 21 Uhr unterstützten Polizisten Rettungskräfte, da ein alkoholisierter 13-Jähriger randalierte und nicht so einfach im Zaum zu halten war. Der Junge wurde schließlich den Erziehungsberechtigten übergeben.

Bei den gezielten Jugendschutzkontrollen „Keine Kurzen für die Kurzen“ wurden im gesamten Kreisgebiet insgesamt 16 alkoholisierte Jugendliche in die Jugendschutzstellen gebracht, eine Person in Warendorf und gleich 15 in Sendenhorst. Die Betroffenen wurden im Anschluss den informierten Erziehungsberechtigten übergeben. Welche Strafen es dann zu Hause gab ist nicht überliefert.

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