Kommunales Energieeffizienz-Netzwerk
Nicht nur reden, sondern machen

Kreis Warendorf -

„Best Practice“ im Klärwerk: Eifrig fliegen die Stifte über das Papier, als die Vertreter der Stadt Warendorf erklären, was die 2007 in Betrieb genommene Mikrogasturbine bringt:

Freitag, 12.04.2019, 06:01 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 06:30 Uhr
Nicht nur über CO²-Einsparung reden, sondern konkrete Ziele definieren und umsetzen: Das hat sich das Kommunale Energieeffizienz-Netzwerk Westfalen (KEEN) auf die Fahnen geschrieben. Mit im Boot sind vier Kommunen aus dem Kreis Warendorf: Ahlen, Beckum, Oelde und die Stadt Warendorf. Nach dem ersten von drei Jahren zogen die Teilnehmer am Donnerstag in Warendorf eine Zwischenbilanz.
Nicht nur über CO²-Einsparung reden, sondern konkrete Ziele definieren und umsetzen: Das hat sich das Kommunale Energieeffizienz-Netzwerk Westfalen (KEEN) auf die Fahnen geschrieben. Mit im Boot sind vier Kommunen aus dem Kreis Warendorf: Ahlen, Beckum, Oelde und die Stadt Warendorf. Nach dem ersten von drei Jahren zogen die Teilnehmer am Donnerstag in Warendorf eine Zwischenbilanz. Foto: Ines-Bianca Hartmeyer

Bei der Verbrennung des aufbereiteten Klärgases erzeugt sie Strom und Wärme – beides kommt unmittelbar wieder im Klärwerk zum Einsatz. „Der jährliche Energiebedarf hat sich von 1,9 auf 1,4 Millionen Kilowattstunden verringert, und rund die Hälfte davon können wir wiederum selbst erzeugen“, erläuterte Christoph Schmitz von der Gebäudewirtschaft.

Es sind Beispiele wie diese, von denen das Kommunale Energieeffizienz-Netzwerk Westfalen (KEEN) lebt. Vor einem Jahr haben sich unter der Regie der B.A.U.M. Consult GmbH in Hamm neun Städte und Gemeinden aus der Region zusammengeschlossen, um in kommunalen Gebäuden insgesamt 500 Tonnen Kohlendioxid jährlich einzusparen. Aus dem Kreis Warendorf sind die Stadt Ahlen, Beckum, Oelde sowie Warendorf vertreten. Hinzu kommen die Gemeinden Ense und Möhnesee, Kreis und Stadt Soest sowie Schwerte.

Energieeffizienz-Netzwerk

Das Prinzip des „Lernenden Energieeffizienz-Netzwerkes“ (LEEN) stammt aus der Industrie. Auf die Kommunen übertragen, läuft es wie folgt ab: Den Auftakt macht eine Bestandsaufnahme der kommunalen Gebäude, bei der die Unterschiede bei Strom- und Wärmeverbrauch bereits deutlich zutage treten. Im Rahmen einer zielgerichteten energietechnischen Beratung werden jeweils die (fünf) größten Einspar-Potenziale ausfindig gemacht. Im dritten Schritt geht es an Maßnahmeprogramme und konkrete Umsetzung. Parallel dazu wird ein fortlaufendes Energiemanagement etabliert.Das Ökozentrum NRW steht den Kommunen beratend zur Seite, finanziert wird das Projekt aus Fördermitteln des Bundes.  

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„Das ist bundesweit eines der größeren Netzwerke“, ist B.A.U.M.-Geschäftsführer Johannes Auge zufrieden mit der „Ausbeute“. Und auch mit dem bislang Erreichten: Beim insgesamt sechsten Treffen im Historischen Rathaus in Warendorf zogen die Beteiligten am Donnerstag eine erste Zwischenbilanz und formulierten das weitere Vorgehen.

Dadurch, dass die Teilnehmer vom Wissen der anderen profitieren, werden Prozesse beschleunigt.

Johannes Auge

„Unser Ziel ist es, in drei Jahren Maßnahmen zu entwickeln, mit denen die beteiligten Kommunen 1,7 Millionen Kilowattstunden Energie pro Jahr einsparen können“, brachte es Auge noch einmal auf den Punkt. „Damit würde die CO-Belastung um über 500 Tonnen pro Jahr reduziert.“ Die Senkung des Energieverbrauchs um neun Prozent sei sogar noch „vorsichtig angesetzt“. „Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Kommunen diese Ziel meist noch überbieten“, ist der Diplom-Ingenieur optimistisch.

Das Netzwerk leiste dabei in mehrfacher Hinsicht einen wichtigen Beitrag: „Dadurch, dass die Teilnehmer vom Wissen der anderen profitieren, werden die Prozesse beschleunigt“, schildert Auge.

Ob die Kläranlage in Warendorf oder der neue Baubetriebshof in Ahlen mit Holzschnitzel- und Photovoltaik-Anlage, ob Schul- und Sporthallensanierungen in Oelde oder die neuen Photovoltaik-Anlagen an den Beckumer Schulen – Auge ist sich sicher, dass die Teilnehmer noch viele Anregungen mitnehmen werden: „Der Start ist mehr als gelungen!“

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