Wenn Schrebergarten auf Schule trifft
An die Pattleine, fertig – los!

Oelde -

Ein Wettbewerb zum Thema Schrebergärten, Kinder und Insektenschutz gab den Anstoß. Anfang wurde Gregor Schweins für seine Idee nur belächelt. Aber jetzt hat er viele Bewunderer – zu ihnen zählt auch NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.

Donnerstag, 09.05.2019, 06:01 Uhr aktualisiert: 13.05.2019, 14:24 Uhr
Pattleine ziehen, Erdbeeren pflanzen - für Donita, Cheyenne, Akara und Jessica aus der 4a kein Problem mehr.
Pattleine ziehen, Erdbeeren pflanzen - für Donita, Cheyenne, Akara und Jessica aus der 4a kein Problem mehr. Foto: Ulrike von Brevern

Die Kinder sind versunken in ihr Paradies. Ömer, Christos und Anastasius sammeln Blumenzwiebeln aus dem Steinbeet, das nun Insektenwiese werden soll. Donita, Cheyenne und die anderen pflanzen im Hochbeet Erdbeeren. Hinter dem Zaun kämpft Sören gegen heraufdrängendes Unkraut, während Lars in seinen Gummistiefeln konzentriert zwischen dem Axtbach und dem Garten hin und her stapft, um die Regentonne mit Wasser zu versorgen.

Auf das etwas verwitterte Schild am Eingang hat jemand „ASS-Schulgarten“ gemalt, verziert mit einer bunten Blume, doch eine Schule ist hier weit und breit nicht in Sicht. „Unsere Kiddies sind gut eine halbe Stunde zu Fuß unterwegs, bis sie hier sind“, bekennt Gregor Schweins stolz. Dem Vorsitzenden der Oelder Kleingartenanlage „Kurenholt“ ist eine besondere Kooperation zwischen Schule und Schrebergärtnern gelungen, die am Mittwoch sogar vom NRW-Umwelt-Ministerium prämiert wurde.

Ich hab da vorne noch eine blaue Dose mit Steck-zwiebeln. Pattleine! Einpflanzen!

Gregor Schweins

Ein Wettbewerb zum Thema Schrebergärten, Kinder und Insektenschutz gab den Anstoß für Schweins Idee. „Das schreib ich mir auf meine Fahnen, habe ich mir gedacht!“, erzählt der ehemalige Außendienstmonteur in seiner resoluten Art. Zunächst hätten die anderen Kleingärtner mitleidig gelächelt, doch inzwischen sei es einfach, Helfer wie Vitali, Johann oder Heini zu finden, um die Kinder an ihrem Vormittag im Garten zu unterstützen.

Wenn Schrebergarten auf Schule trifft

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  • Impressionen vom Einsatz der Grundschulkinder in der Oelder Schrebergartenanlage Kurenholt Foto: Ulrike von Brevern
  • Impressionen vom Einsatz der Grundschulkinder in der Oelder Schrebergartenanlage Kurenholt Foto: Ulrike von Brevern
  • Impressionen vom Einsatz der Grundschulkinder in der Oelder Schrebergartenanlage Kurenholt Foto: Ulrike von Brevern
  • Impressionen vom Einsatz der Grundschulkinder in der Oelder Schrebergartenanlage Kurenholt Foto: Ulrike von Brevern
  • Impressionen vom Einsatz der Grundschulkinder in der Oelder Schrebergartenanlage Kurenholt Foto: Ulrike von Brevern
  • Impressionen vom Einsatz der Grundschulkinder in der Oelder Schrebergartenanlage Kurenholt Foto: Ulrike von Brevern

Eine Schule zu finden, die das 200 Quadratmeter große Grundstück am Ende der Schrebergartenanlage bewirtschaften wollte, brauchte ebenfalls Zeit. Doch mit der Albert-Schweitzer-Schule ist der große Wurf gelungen. Die Chemie stimmt einfach. „Ihr tut so viel für uns“, bedankt sich Grundschullehrerin Marietheres Kampmann an diesem Vormittag immer wieder für das Engagement der Kleingärtner.

Unsere Kiddies sind gut eine halbe Stunde zu Fuß unterwegs, bis sie hier sind.

Gregor Schweins

Den Start bildete vor einem Jahr eine Schulprojektwoche. Seither kommen Kinder verschiedener Jahrgänge und der OGS. Sie haben gesät, geerntet und sich natürlich, wie es der ideengebende Wettbewerb vorsah, mit Insekten beschäftigt. Der Lehrpfad, der entstand, habe sogar Kleingärtner verblüfft, schmunzelt Schweins. An diesem Vormittag basteln Kinder und Gärtner gemeinsam Insektenhotels, Nisthilfen und „Blühbomben“ für die Freifläche an der Schule.

„Ich hab da vorne noch eine blaue Dose mit Steckzwiebeln. Pattleine! Einpflanzen!“ kommandiert Schweins zwei Jungs, die gerade anfangen, Faxen zu machen. Die Kinder wissen, was zu tun ist, und wetzen vom Vereinsheim los Richtung Garten. Sie haben gehörig Respekt vor „Gregor“, wie sie ihn hier alle nennen, und seinem rustikalen Charme, doch Scheu, ihn um Rat zu fragen, haben sie nicht. Auch Schweins lässt auf die „Kiddies“ nichts kommen. „Ok, die machen mal Blödsinn“, sagt er nur, doch sie seien hochmotiviert und machten hier die Erfahrung, dass es eben doch nicht alles im Supermarkt gebe. Schweins ist mehr als zufrieden: „Wir haben hier ein Projekt gestaltet, das bleibt.“

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