Erasmus+ ermöglicht Arbeiten im Ausland
Ein Azubi-Traum wird wahr

Westbevern -

Dass Studenten über Erasmus-Programme ins Ausland gehen, ist Standard. Aber auch viele Auszubildende sammeln Berufserfahrung im anderen Ländern Europas. Zwei Azubis des Unternehmens Münstermann in Westbevern berichten davon.

Donnerstag, 16.05.2019, 06:01 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 06:10 Uhr
Sophia Klein und Sven Breitbart (r.) haben während ihrer Ausbildungszeit Erfahrungen im Ausland gesammelt. Vom Wert dieser europäischen Austauschprogramme ist auch Dirk Münstermann (Mitte) vom gleichnamigen Unternehmen in Westbevern überzeugt.
Sophia Klein und Sven Breitbart (r.) haben während ihrer Ausbildungszeit Erfahrungen im Ausland gesammelt. Vom Wert dieser europäischen Austauschprogramme ist auch Dirk Münstermann (Mitte) vom gleichnamigen Unternehmen in Westbevern überzeugt. Foto: Beate Kopmann

Sven Breitbart ist Metallbauer – und als solcher ein Praktiker. Als er vor zwei Jahren im Rahmen seiner Ausbildung für vier Wochen nach Nordirland ging, war Englisch für ihn durchaus eine Herausforderung. Aber seine Gastmutter Eileen Mullan wusste schnell, Brücken zu bauen – auch sprachlich.

Im Rückblick ist Breitbart sehr froh, diese Chance genutzt zu haben. „Das war eine tolle Erfahrung. Mein Englisch hat sich auf jeden Fall verbessert. Und heute weiß ich: In Nordirland arbeiten die Menschen einfach entspannter.“

In Nordirland arbeiten die Menschen einfach entspannter.

Sven Breitbart

Auch für Sophia Klein ist ein Azubi-Traum wahrgeworden. Die junge Frau ging in ihrer Ausbildungszeit als Technische Produktdesignerin ebenfalls vier Wochen ins Ausland: nach Irland. Parallel zur Ausbildung absolvierte Klein ferner ein duales Studium im Maschinenbau an der FH Steinfurt.

Wir waren zehn Leute aus sechs Ländern.

Sophia Klein

Klein und Breitbart haben ihre Ausbildung beide bei der Firma Münstermann in Westbevern gemacht. Das Unternehmen gehörte zu den ersten in der Region, die eine Initiative der Handwerkskammer Münster aufgriffen. 2007 lud die Kammer erstmals zum Austausch mit Norwegen ein. „Wir bieten jedem unserer Auszubildenden einen Auslandsaufenthalt an“, erzählt Magdalena Münstermann. Mehr als 50 junge Menschen hätten davon inzwischen Gebrauch gemacht. „Einige sind innerhalb ihrer Ausbildung sogar zweimal ins Ausland gegangen.“

Wir setzen nicht auf kurzfristige Effekte, sondern auf Persönlichkeitsbildung.

Dirk Münstermann

Sophia Klein war während ihrer Zeit in Irland im Marketing tätig – ein Bereich, mit dem sie normalerweise nichts zu tun hat. Spaß gemacht hat es ihr trotzdem. „Wir waren zehn Leute aus sechs Ländern“, erzählt sie. Und noch heute habe sie gute Kontakte zu ihrer Gastfamilie.

Das Förderprogramm Erasmus+

Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport. Seine Mittelausstattung beträgt 14,7 Milliarden Euro für den Zeitraum 2014 bis 2020. Von diesem Programm profitieren nicht nur Studierende. Unter anderem erhalten auch 650 000 Berufsschüler sowie Auszubildende Stipendien, um im Ausland zu lernen oder zu arbeiten.

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Dirk Münstermann, beim gleichnamigen Maschinenbau-Unternehmen in Westbevern für Ausbildung zuständig, betont in diesem Zusammenhang: „In welchem Bereich unsere Auszubildenden arbeiten, ist uns egal. Wir setzen nicht auf kurzfristige Effekte, sondern auf Persönlichkeitsbildung.“

Es gehe darum, offene Mitarbeiter zu haben, die sich gerne im Ausland bewegen. Dafür lässt das Unternehmen auch Geld springen. Denn trotz der EU-Fördermittel müssen sowohl die Auszubildenden als auch das Unternehmen einen Eigenanteil von jeweils rund 300 Euro aufbringen. „Wir tragen aber grundsätzlich auch die Kosten, die die Auszubildenden sonst selbst zahlen müssten.“ Und Urlaub brauche für den Austausch auch keiner zu nehmen.

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