Direktor der Rentenversicherung in der Landvolkshochschule
„Die Rente ist sicher – die Höhe nicht“

Kreis Warendorf -

Thomas Keck, Direktor der Deutschen Rentenversicherung Westfalen, sprach auf Einladung des Kreiskomitees der Katholiken im Kreisdekanat Warendorf in der Landvolkshochschule in Freckenhorst über Rentenmodelle. Für ihn ist es wichtig, alle Generationen mit einzubeziehen.

Samstag, 08.06.2019, 09:00 Uhr
Thomas Keck
Thomas Keck Foto: Bistum

Dass die Rente sicher sei, versprach einst Bundesminister Norbert Blüm. Daran glauben viele Menschen heute nicht mehr. Die finanzielle Situation im Alter ist zum Sorgenthema geworden. „Die Rente ist sicher, aber die Höhe eventuell nicht“, bestätigte am jetzt Thomas Keck , Direktor der Deutschen Rentenversicherung Westfalen. Er sprach auf Einladung des Kreiskomitees der Katholiken im Kreisdekanat Warendorf in der Landvolkshochschule in Freckenhorst, heißt es in einer Pressemitteilung.

Gesamtkonzept

„Die Lage der gesetzlichen Rentenversicherung ist gut“, betonte Keck und ging zunächst auf den Status quo in Sachen Rente ein. E Konkret sehe das beschlossene Rentenpaket vor, dass das Rentenniveau bis 2025 nicht unter 48 Prozent fallen und der Beitragssatz nicht über 20 Prozent steigen darf. Was danach mit der Rente passiere, sei noch offen, sagte Keck. Eine von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission arbeite derzeit an Vorschlägen. Bis zum Jahr 2020 will das Expertengremium „ein Gesamtkonzept für eine generationengerechte Alterssicherung“ vorlegen. Keck befürwortet den Generationenvertrag: „Dass wir alle Generationen mit einbeziehen, ist sehr sinnvoll.“

Der Direktor der Deutschen Rentenversicherung sprach sich für eine Stärkung der sogenannten ersten Säule aus, der gesetzlichen Rentenversicherung, heißt es in der Pressenotiz weiter. „Hier müssen wir dranbleiben, denn darauf vertrauen noch immer 70 Prozent der Bevölkerung“, erklärte er. Darüber hinaus mahnte er, vor allem die Renten von Geringverdienern im Blick zu haben: „Wer ein Leben lang gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, muss sich darauf verlassen können, im Alter eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu beziehen“, betonte Keck.

Österreich

Abschließend ging der Direktor auf die Frage ein, warum Rentner in Österreich als weniger von Armut bedroht gelten als deutsche Rentner. „Das dortige Rentenmodell ist für uns sehr spannend“, sagte Keck. In Österreich gebe es eine gesetzliche Rente, in die alle einbezahlen – auch Selbstständige. Außerdem gebe es eine spezielle Absicherung für Niedrigeinkommen. Dennoch hätten die Nachbarn ein Modell mit geringer Nachhaltigkeit: Aufgrund des demografischen Wandels würden immer weniger Österreicher in die staatliche Rentenkasse einzahlen, aber immer mehr bezögen immer länger ihre vom Staat gut abgesicherte Pension. „Österreich kämpft mit denselben Problemen wie Deutschland – nur zeitlich versetzt“, betonte Keck.

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