Schulze-Zumloh: Kein pauschaler Zusammenhang zwischen Nitratwerten und Landwirtschaft
Bauern nehmen sich jeden Brunnen vor

Kreis Warendorf -

„Nitrat hat im Wasser nichts zu suchen.“ Daran lässt Hermann-Josef Schulze-Zumloh keinen Zweifel. Aber dass der Verein VSR Gewässerschutz nur die Landwirtschaft für überhöhte Nitratwerte verantwortlich machen will, das ärgert den Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes. „Es gibt keinen pauschalen Zusammenhang.“

Donnerstag, 11.07.2019, 06:01 Uhr aktualisiert: 11.07.2019, 11:28 Uhr

Die Proben, die private Brunnenbesitzer abgegeben hatten, stammten in der Regel aus Gärten, in denen sich der Besitzer ein Wasserloch gebohrt habe. „Zu hohe Nitratwerte können beispielsweise auch durch einen Komposthaufen im Garten verursacht werden – oder etwa, weil der Rasen zu gut gedüngt wurde.“

Es ist falsch, die Landwirtschaft pauschal für erhöhte Nitratwerte verantwortlich zu machen.

Hermann-Josef Schulze-Zumloh

Für den Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hermann-Josef Schulze-Zumloh ist „Gruppenhaftung“ aller Landwirte, die im Umkreis eines belasteten Grundwasserkörpers wirtschaften, jedenfalls keine Lösung. Stattdessen kündigt er an: „Wir werden uns risiko-orientiert jeden Brunnen vornehmen und genaue Ursachenforschung betreiben. Im Gegenzug erwarten wir den Wegfall der Strafzahlungen und des geplanten 20-prozentigen Abschlags bei der Stickstoffdüngung in belasteten Gebieten.“

Zum Hintergrund: Weil die EU-Kommission von Deutschland stärkeren Grundwasserschutz und Geldstrafen fordert, plant die Bundesregierung eine 20-prozentige Reduzierung der Stickstoffdüngung in nitratbelasteten Gebieten. Deutlich eingeschränkte Pflanzenerträge wären die Folge, befürchten die Bauern.

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