Fledermaus-Exkursion rund um Schloss Vornholz
Quirligen Fliegern auf der Spur

Ostenfelde -

Einmal im Jahr veranstaltet der Naturschutzbund (NABU) im Kreis Warendorf eine Fledermaus-Exkursion am Schloss Vornholz in Ennigerloh-Ostenfelde. Fledermauskundler Theodor Röper zeigt dabei nicht nur die quirligen kleinen Flieger, sondern macht sie auch hörbar. Ein Detektor ermöglicht dies.

Freitag, 12.07.2019, 06:03 Uhr aktualisiert: 12.07.2019, 06:10 Uhr
Ein Detektor wandelt Ultraschalllaute der Fledermäuse in akustische Töne um. Das hilft Theodor Röper, die quirligen Flieger bei ihren Jagdaktivitäten aufzuspüren.
Ein Detektor wandelt Ultraschalllaute der Fledermäuse in akustische Töne um. Das hilft Theodor Röper, die quirligen Flieger bei ihren Jagdaktivitäten aufzuspüren. Foto: Ralf Steinhorst

Es gebe kaum etwas Unberechenbareres als eine Fledermaus-Exkursion, begrüßt der NABU-Kreisvorsitzende Claus-Peter Weigang die Exkursionsteilnehmer. Röper zeigt sich aber überzeugt, in der Dämmerung einige Exemplare zeigen zu können.

Fledermäuse bevorzugen eine vegetationsreiche Landschaft, gerne mit Wasservorkommen, die reich an Insekten sind. Schließlich bilden diese die Nahrung für die Flattertiere. „Sie bevorzugen vor allem Maikäfer und Julikäfer, die kleine Ausgabe des Maikäfers“, umriss Röper die lukullischen Vorlieben. Das Insektensterben hat deshalb auch Einfluss auf die Fledermäuse, so habe ein Quartier in Milte mal aus 53 Tieren bestanden, heute seien es nur noch zwölf. Eine Ursache sieht der Fachmann in der zurückgehenden Viehbeweidung, die auch zum Rückgang bei den Insekten führe.

Die Welt der Fledermäuse ist verborgen – heimlich und unheimlich.

Theodor Röper

Warum sich Röper auf das Wissen um Fledermäuse spezialisiert hat? „Die Welt der Fledermäuse ist verborgen – heimlich und unheimlich“, muss er nicht lange nachdenken. Vor allem, weil sie erst mit der Dämmerung aktiv werden. Dabei orientieren sie sich an Hecken und Alleen, um von einem Jagdgebiet ins nächste zu gelangen. Die quirligen Flieger mit einer Spannweite von etwa 23 Zentimetern zu fotografieren ist dabei reine Glückssache.

Neben Wasserfledermäusen gibt es auch Mausohren auf Schloss Vornholz. Diese findet man auf dem Dachboden des Schlosses.

Neben Wasserfledermäusen gibt es auch Mausohren auf Schloss Vornholz. Diese findet man auf dem Dachboden des Schlosses. Foto: Privat

Um ihre Aktivitäten zu erfassen hatte Röper einen Detektor dabei, der Ultraschalllaute in akustische Töne umwandelt und so die Anwesenheit von Fledermäusen anzeigt. Mit dabei hat der Fledermauskundler auch immer Taschenlampe und Fernglas. Am Schloss Vornholz entdecken die Exkursionsteilnehmer einige Wasserfledermäuse, die über dem Wasserspiegel der Gräfte ihre Haken schlagen. Scheu sind sie dabei nicht und jagen vereinzelt zwischen den Exkursionsteilnehmern durch. Zumindest einer hat dabei Spaß: Claus-Peter Weigang.

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