Info-Abend des Caritas-Verbandes
Änderungen beim Bundes-Teilhabe-Gesetz

Warendorf -

Knapp 100 Eltern und Angehörige von Menschen mit Behinderungen waren der Einladung des Caritas-Verbandes im Kreisdekanat Warendorf e.V. gefolgt, um sich über die wesentlichen Veränderungen informieren zu lassen, die das Bundes-Teilhabe-Gesetz (BTHG) für sie und ihre Angehörigen mit sich bringt.

Mittwoch, 17.07.2019, 07:40 Uhr aktualisiert: 17.07.2019, 07:50 Uhr
„Volles Haus“ in der Kantine der Freckenhorster Werkstätten, wo der Caritas-Verband detaillierte Informationen zu den Veränderungen weitergab, die sich aus dem Bundesteilhabegesetz ergeben.
„Volles Haus“ in der Kantine der Freckenhorster Werkstätten, wo der Caritas-Verband detaillierte Informationen zu den Veränderungen weitergab, die sich aus dem Bundesteilhabegesetz ergeben.

Die Leiter der Wohnheime des Caritas-Verbandes, Manfred Lensing , Lothar Berth und Thomas Empting, hatten gemeinsam mit der Verbandsleitung im Vorfeld eine Broschüre erarbeitet und so über die Einladung zu diesem Informationsabend einen „Fahrplan BTHG“ mit den Hinweisen zu den gesetzlichen Veränderungen verteilt.

Caritas –Vorstand Herbert Kraft betonte in seiner Begrüßung, es gehe besonders darum, durch mehr Informationen nachteilige Veränderungen für die einzelnen Leistungsberechtigten zu vermeiden und dazu die Inhalte des BTHG – an diesem Abend besonders in finanzieller Hinsicht – vorzustellen. Dabei wird künftig fast alles über die Auszahlung der Grundsicherung, des Wohngeldes oder des Werkstatt-Entgeltes geregelt werden. Dafür muss jeder Leistungsberechtigte ein Girokonto bei einer Bank haben.

Ab 2020 hat dann jeder Leistungsberechtigte die Kosten für Unterkunft und Lebensunterhalt selbst aufzubringen. Wer das nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen kann, hat meist Anspruch auf die Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch. Dafür zuständig werden die Sozialämter vor Ort sein, es sei denn, dass der Bewohner vor der Aufnahme in einem Wohnheim außerhalb des Kreises Warendorf gelebt hat.

Manfred Lensing wies darauf hin, dass von den Betroffenen rechtzeitig ein Antrag auf Grundsicherung zu stellen sei. Die Verantwortlichen im Caritas-Verband hätten sich als Termin dafür den September ausgewählt. Dafür werde der Caritas-Verband entsprechende Mietbescheinigungen für die Bewohner erstellen und für die Beantragung zur Verfügung stellen. Auch Personen, die jetzt Selbstzahler oder Wohngeldempfänger sind, könnten ab 1. Januar 2020 einen Anspruch auf existenzsichernde Leistungen haben, ebenso die Rentenempfänger.

Zu beantragen seien auch die entsprechenden Mehrbedarfe, für deren Berechtigung ein besonderes Merkzeichen auf dem Schwerbehindertenausweis eingetragen sei. Die Referenten gingen auch darauf ein, dass der Caritasverband mit allen Leistungsberechtigten in den stationären Wohnbereichen Verträge abzuschließen habe. Die bestehenden Verträge verlieren zum Ende 2019 ihre Rechtsgrundlage. Nach Auskunft des Landschaftsverbandes gelten sie zum Jahresende als gekündigt. Die neuen Verträge beziehen sich auf die Vorgaben des BTHG. Der Caritasverband bereite derzeit neue Wohn- und Betreuungsverträge vor und werde sie voraussichtlich ebenfalls im Spätsommer den Familien zur Unterschrift vorlegen.

Die interessierten Zuhörer nahmen an diesem Abend die Gelegenheit war und stellten viele detaillierte Einzelfragen zu den Bestimmungen des BTHG. Alle Fragen wurden ausführlich beantwortet.

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