Johannes Röhring zu Gast beim CDU-Kreisagrarausschuss
Kritik am Handelsabkommen

Sendenhorst -

Auf ihrer Generalversammlung informierten sich die Mitglieder des CDU-Kreisagrarausschusses im Hotel „Waldmutter“ in Sendenhorst über die aktuelle Agrarpolitik. Im Mittelpunkt des Vortrages von Gastredner Johannes Röhring stand das neue Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten in Südamerika. Zudem wählte die Versammlung ihre Delegierten für die Bezirks- und die Landesversammlung.

Freitag, 02.08.2019, 05:19 Uhr
Der Kreisagrarausschussvorsitzende Stephan Schulze Westhoff begrüßte mit MdL Daniel Hagemeier, Bauernpräsident Johannes Röhring, MdB Reinhold Sendker, und dem Landesagrarausschussvorsitzenden Markus Höner besondere Gäste.
Der Kreisagrarausschussvorsitzende Stephan Schulze Westhoff begrüßte mit MdL Daniel Hagemeier, Bauernpräsident Johannes Röhring, MdB Reinhold Sendker, und dem Landesagrarausschussvorsitzenden Markus Höner besondere Gäste. Foto: Ralf Steinhorst

Der Agrarausschuss ist die politische Vertretung der Landwirtschaft sowie der Jagd des ländlichen Raums innerhalb der CDU . „Die Bauernfamilien zu vertreten, hat schon mal mehr Spaß gemacht“, begann Johannes Röhring , Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes und Bundestagsabgeordneter, seinen Vortrag und meinte damit auch einen Einbruch auf seinem Hof im Januar dieses Jahres, bei dem durch technische Manipulation 900 Schweine verendeten. Er werde als Mitglied einer kriminellen Vereinigung beschimpft, nur weil er sich für die Bauern einsetze. Deshalb werde er im nächsten Jahr das Amt des Bauernpräsidenten niederlegen, dass sei er seiner Familie schuldig.

Anhand des Handelsabkommens der EU mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten zeigte er auf, inwieweit das Thema Tier- und Umweltschutz in der Landwirtschaft aus seiner Sicht in Deutschland hysterisch betrachtet wird.

Denn durch das abgeschlossene Handelsabkommen befürchtet Johannes Röhring erhebliche Nachteile für die deutschen Landwirte. Bei einem Besuch in Argentinien hat der Bauernpräsident festgestellt, dass dort nicht nur gute Böden, genug Flächen und genug Niederschlag zu finden sind. „Sie haben aber nicht so ein Regelwerk wie wir“, betonte er andererseits, dass dort dementsprechend günstiger produziert werden könne und damit Wettbewerbsverzerrung entstehe. Daher sollten Mengenbeschränkungen in Form von Kontingenten nachträglich vereinbart werden.

„Wer will eigentlich argentinisches Rindfleisch welchem Label zuordnen?“, brachte Johannes Röhring eine weitere wichtige Frage auf. Auf der einen Seite soll der Verbraucher eine Herkunftssicherheit und Tierwohlsicherheit bekommen, die dann für importiertes Fleisch dann nicht gelte: „An importierten Lebensmitteln muss das gleiche Maß angelegt werden wie bei denen, die um die Ecke kommen“, forderte er daher. Seine Kritik verstand der Bauernpräsident nicht als Kritik an Handelsabkommen, denn Handel sei gerade für ein Land wie Deutschland wichtig, sondern am Inhalt des Abkommens. Das habe inzwischen auch die EU erkannt und will die Landwirte finanziell unterstützen.

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