Vier Gründerstipendien vergeben
Raus aus der Vollkasko-Mentalität

Kreis Warendorf -

„Wir müssen raus aus der Vollkasko-Mentalität, brauchen mehr Gründermentalität“, forderte Landrat Dr. Olaf Gericke und lobte damit zugleich vier frisch ausgezeichnete Unternehmensgründer, die diese Risikobereitschaft unter Beweis gestellt hatten.

Mittwoch, 28.08.2019, 11:48 Uhr aktualisiert: 29.08.2019, 14:16 Uhr
So gemütlich dürfte es bei den ausgezeichneten Gründern eher selten zugehen: Coach Herbert Eick, Petra Michalczak-Hülsmann, Dr. Olaf Gericke, die Stipendiaten Kerstin Albers, Johannes Austermann und Anne Margareta Schult, sowie Coach Anja Samulewitsch.
So gemütlich dürfte es bei den ausgezeichneten Gründern eher selten zugehen: Coach Herbert Eick, Petra Michalczak-Hülsmann, Dr. Olaf Gericke, die Stipendiaten Kerstin Albers, Johannes Austermann und Anne Margareta Schult, sowie Coach Anja Samulewitsch. Foto: Ulrike von Brevern

„Wir müssen raus aus der Vollkasko-Mentalität, brauchen mehr Gründermentalität“, forderte Landrat Dr. Olaf Gericke und lobte damit zugleich vier frisch ausgezeichnete Unternehmensgründer, die diese Risikobereitschaft unter Beweis gestellt hatten. Kerstin Albers und Alejandra Perez aus Oelde, Anne Margareta Schult aus Drensteinfurt und Johannes Austermann aus Warendorf erhalten jeweils das vom Wirtschaftsministerium des Landes ausgelobte „Gründerstipendium NRW“. Es war das erste Mal, dass die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf (gfw) den Weg dafür bereitete.

700 Neugründungen gab es im vergangen Jahr im Kreis, betonte der Landrat zufrieden. Das Fördervolumen der NRW-Bank im Kreis steige. Das zeige, dass es hier noch vergleichsweise viele Gründungswillige gebe.

Neben anderen Instrumenten der Gründungsförderung ist die gfw seit Februar zertifiziert, Kandidaten für das NRW-Gründungsstipendium zu begleiten und auszuwählen, berichtete gfw-Geschäftsführerin Petra Michalzak-Hülsmann. Die Stipendiaten freuten sich nicht nur über die finanzielle Unterstützung von monatliche 1000 Euro für ein Jahr. Besonders attraktiv sei der ehrenamtliche Coach, der ihnen für den Förderzeitraum jeweils individuell an die Seite gestellt wird, waren sie sich einig. Als „geborene Netzwerkerin“ verstehe sie sich als eine Art Sparringpartner für die Ideen ihres Schützlings, erklärte Anja Samulewitsch, selbst Inhaberin einer Kommunikationsagentur.

Die innovative, marktgerechte Unternehmensidee muss von einer „Gründerpersönlichkeit“ vertreten, beschrieb die gfw-Geschäftsfüherin die drei fachlichen Kriterien für die Förderung. Die ersten Stipendiaten zeigen die große Spannbreite der Konzepte: Der leidenschaftliche Cineast und neue „Scala“-Betreiber Johannes Austermann überzeugte die Fachjury mit seiner Idee von einem Kino, das mit angegliedertem Café zugleich als Treffpunkt und Erlebnisort dient. Anne Margareta Schult kümmert sich mit ihrer Agentur „lemmontree“ um Marketingkonzepte mit nachhaltigen Werbemitteln. Die Mexikospezialistinnen Kerstin Albers und Alejandra Perez helfen kleinen und mittleren Unternehmen aus Südamerika beim Schritt auf den hiesigen Markt und umgekehrt.

Die nächste Auswahlrunde wird es im September geben, kündigte Michalczak-Hülsmann an. Allerdings sind die formalen Rahmenbedingungen relativ eng. Die Gründung darf nicht länger als zwölf Monate zurückliegen oder muss innerhalb eines Jahres erfolgen. Nebenberufliche Gründungen fallen ebenso heraus wie Gründungen, die etwa durch Leistungen des Arbeitsamtes unterstützt werden.

Ansprechpartner bei der gfw ist Martin Niemann, ✆ 0 25 21 / 85 05 17.

 

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