Zementindustrie gilt als besonders klimaschädlich
Umwelt-Dumping verhindern

Beckum -

Neue Töne kommen aus der Stahlindustrie: Schließlich will die Branche in Zukunft CO²-frei produzieren. Ein ähnlich ehrgeiziges Vorhaben wäre in der Zementindustrie derzeit unmöglich.

Freitag, 11.10.2019, 08:03 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 08:20 Uhr
Über Herausforderungen des Klimaschutzes für die heimische Zementindustrie sprachen Akteure vor Ort mit dem Bundestagsabgeordneten Bernhard Daldrup (SPD), der zu dieser Diskussion eingeladen hatte.
Über Herausforderungen des Klimaschutzes für die heimische Zementindustrie sprachen Akteure vor Ort mit dem Bundestagsabgeordneten Bernhard Daldrup (SPD), der zu dieser Diskussion eingeladen hatte. Foto: Beate Kopmann

„Bei der Herstellung von Zement werden gewaltige Mengen an Kohlendioxid freigesetzt. Daran lässt sich nichts drehen“, betonte Werner Schraeder , Betriebsratsvorsitzender der HeidelbergCement AG.

Vertreter von Zementwerken, Gewerkschaften und des Arbeitgeberverbandes Zement und Baustoffe waren am Donnerstag einer Einladung des Bundestagsabgeordneten Bernhard Daldrup ( SPD ) gefolgt und diskutierten in Beckum über aktuelle klimapolitische Entwicklungen. Mit dabei war Klaus Mindrup, klimapolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.

Es wird dramatisch werden. Kohlendioxid ist für uns der zweitgrößte Kostenfaktor.

Werner Schraeder (HeidelbergCement)

Die Zementer stehen vor großen Herausforderungen, denn ihre Branche gilt als besonders klimaschädlich. Und gerade wurde vom Bundeskabinett das Klimaschutzgesetz verabschiedet. Für die Zementindustrie als energieintensive Branche wird das große Auswirkungen haben: Das Eckpunktepapier für das Klimaschutzprogramm sieht für die Industrie bis 2030 eine Reduktion der CO²-Emissionen um 49 bis 51 Prozent gegenüber dem Jahre 1990 vor.

Zum Hintergrund: Die Europäische Union hat sich zu CO-Einsparungen verpflichtet und dürfte daher künftig auch die CO-Emissionen der Zementindustrie ins Visier nehmen. „Dass sich die Zementindustrie zu einer Optimierung ihrer Anlagen in Sachen Umweltverträglichkeit, dem Einsatz von alternativen Brennstoffen und der Energieeffizienz bekennt, ist ein positives Signal“, wertete Daldrup. Er wies außerdem darauf hin, dass die Bundesregierung bereits in der letzten Legislaturperiode Ausgleichsregelungen für energieintensive Betriebe geschaffen habe.

Wir müssen verhindern, dass dreckiger Zement aus anderen Ländern nach Deutschland kommt.

Bernhard Daldrup

Genau diese würden aber auch benötigt, betonten die Akteure vor Ort, die sich um die internationale Wettbewerbsfähigkeit ihrer Branche sorgen. „Es darf kein Umwelt-Dumping geben“, ergänzte Daldrup. „Wir müssen verhindern, dass dreckiger Zement aus anderen Ländern nach Deutschland kommt.“ Schon heute werde schließlich Zement aus China über das Meer nach Deutschland geliefert.

Die Gesprächspartner waren sich einig, dass man in der Diskussion um den Klimaschutz „runter von der plakativen Aufgeregtheit“ kommen müsse. Ihr Worte waren dennoch schwergewichtig: „Es wird dramatisch werden. Kohlendioxid ist für uns der zweitgrößte Kostenfaktor“, sagte Schraeder.

Schon seit dem Jahr 2005 gibt es in die Europäischen Union einen Handel mit Emissionszertifikaten. Ein solches Zertifikat berechtigt dazu, beispielsweise eine Tonne Kohlendioxid auszustoßen. Weil die Unternehmen diese Zertifikate kaufen müssen, haben sie ein Interesse daran, in umweltschonende Technologien zu investieren. Das Problem: Noch sind diese Investitionen teurer als die Zertifikate.

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