Verein „8Plus–VITAL.NRW im Kreis Warendorf“ fördert 20 Projekte
Geld für Gartenzwerge und Piraten

Kreis Warendorf -

Fast zwei Millionen Euro hat der Verein zu verteilen. Fördermittel des Landes, die an „8Plus–VITAL.NRW im Kreis Warendorf e.V.“ gehen und von dort in diverse Projekte fließen. Damit die Maßnahmen ans Laufen kommen, hat der Verein eine Regionalmanagerin eingestellt. Redakteurin Beate Kopmann sprach mit Jana Uphoff.

Samstag, 19.10.2019, 06:01 Uhr aktualisiert: 19.10.2019, 06:20 Uhr
Jana Uphoff ist als Regionalmanagerin die einzige hauptamtliche Kraft des Vereins „8Plus–VITAL.NRW im Kreis Warendorf“. Die junge Frau ist nach dem Studium in den Kreis Warendorf zurückgekehrt und freut sich, durch ihre Arbeit dazu beitragen zu können, dass sich in ihrer eigenen Heimat etwas bewegt.
Jana Uphoff ist als Regionalmanagerin die einzige hauptamtliche Kraft des Vereins „8Plus–VITAL.NRW im Kreis Warendorf“. Die junge Frau ist nach dem Studium in den Kreis Warendorf zurückgekehrt und freut sich, durch ihre Arbeit dazu beitragen zu können, dass sich in ihrer eigenen Heimat etwas bewegt. Foto: Beate Kopmann

Frau Uphoff , zwei Millionen Euro zu verteilen – das ist eine schöne Aufgabe. Nach welchen Kriterien werden die Fördergelder vergeben?

Uphoff: Die Entscheidung, wohin das Geld fließt – es sind übrigens rund 1,9 Millionen Euro – trifft der Vorstand des Vereins, der viermal im Jahr tagt. Im Vorstand sind die Bürgermeister der acht Kommunen im Kreis, die zum Verein gehören, sowie jeweils ein Vertreter von Kreisverwaltung, Landwirtschaftsverband, Akademie Ehrenamt, LVHS, Caritas , Hotel- und Gaststättenverband – aber auch Privatpersonen.

Welche Kommunen sind bei 8Plus–VITAL.NRW beteiligt?

Uphoff: Beelen, Ennigerloh, Drensteinfurt, Oelde, Ostbevern, Sassenberg, Sendenhorst und die Ortsteile von Warendorf.

Welches ist Ihr persönliches Lieblingsprojekt?

Uphoff: Der Bürgerpark in Enniger, weil man dort sehr gut sehen kann, was aus diesem Projekt geworden ist. Der Park grenzt an ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung. Abgesehen davon, dass alle Wege im Park barrierefrei gemacht wurden, gibt es dort jetzt eine Boule-Bahn, Bewegungsgeräte und einen Picknick-Platz. Und der Park wird überdies von allen genutzt. Bürger-Park ist deswegen das richtige Wort. Das Projekt ist sehr nachhaltig.

Wie viele Projekte sind inzwischen abgeschlossen?

Uphofff: Von den insgesamt 20 Projekten sind sechs abgeschlossen, elf laufen noch, und drei befinden sich in der Antragstellung. Zu den abgeschlossenen Projekten zählen neben dem Bürgerpark die E-Bikes, die es jetzt in jeder der acht beteiligten Kommunen gibt. Ferner wurde ein touristisches Wegweiser-System in Oelde-Stromberg aufgestellt. Um Erfahrungen in der Natur geht es beim Projekt „Was uns die Teufelseiche erzählt“, das der Heimatverein Rinkerode für Grundschüler anbietet. Ebenfalls an Kinder richtet sich das Projekt „Gartenzwerge entdecken regionale Lebensmittel“ in Enniger. Im Rahmen einer Großtagespflege helfen Kinder beim Anbau von Gemüse mit. Später wird gemeinsam gekocht. Auch Kochkurse für die Eltern gehören zum Programm. Das Schöne an diesem Projekt ist, dass es ganz von Bürgern und nicht etwa von den Kommunen getragen wird. Abgeschlossen ist ferner das Projekt Kleinstadtmenschen in Drensteinfurt.

Können sich noch Antragsteller bewerben?

Uphoff: Ja, wir verfügen noch über rund 400 000 Euro. Die Projekte müssen aber bis Ende 2020 beim Vorstand vorgestellt und beschlossen werden – auch wenn die Förderperiode noch bis 2023 laufen.

Wie geht es danach weiter?

Uphoff: Wir werden uns ziemlich sicher in der neuen Förderperiode wieder bewerben. Und ich denke, dass wir gute Karten haben, erneut den Zuschlag zu erhalten. Im Moment läuft auch unser bislang größtes Projekt: die Beteiligung am Piratenschiff am Feldmarksee. Das ist ein gigantisches Schiff, das gerade gebaut wird. Im unteren Teil sollen die Umkleidekabinen sein, oben an Deck die Gastronomie. Unser Verein unterstützt mit etwa 180 000 Euro den Bau eines Mehrzweckraumes im Piratenschiff.

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Gibt es auch Chancen für kleinere Projekte?

Uphoff: Ja, wir nehmen an einem neuen Förderprogramm teil: dem so genannten Regionalbudget. Das ist für Maßnahmen gedacht, die insgesamt eine Höhe von 20 000 Euro nicht überschreiten dürfen. Wir fördern dann aber immerhin 80 Prozent der Kosten. Derzeit werden sechs solcher Projekte umgesetzt – unter anderem der Kulturpfad Beelen: Hier werden Infoschilder und Stelen über das Regionalbudget gefördert und Broschüren über den Kulturpfad über VITAL.NRW. Auch für das kommende Jahr stehen der Region wieder 200 000 Euro Fördergelder zur Verfügung. Projektideen, bei denen es sich um kleinere Infrastruktur- oder Dorfentwicklungsmaßnahmen handelt, können gerne bereits vorgestellt werden.

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