„Gartenzwerge entdecken regionale Lebensmittel“
Mit Grünkohl auf Du und Du

Ennigerloh -

Wenn er auf die Rutsche klettert, kann Pepe die Grünkohlblätter von oben ganz genau in Augenschein nehmen. Dann geht es - „hui“ – hinunter quer durch das Gemüsebeet. Zoey auf der anderen Seite des Hochbeets kann sich hinter den Blättern fast verstecken. Die Kinder der Großtagespflege „Pfützen-Hüpfer“ in Enniger erleben auf ihrem Spielplatz seit diesem Jahr hautnah mit, wie Gemüse groß wird.

Dienstag, 29.10.2019, 04:16 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 05:02 Uhr
Schon für die Kleinsten wie Zoey, Lina, Mara oder Pepe sollen regionale Lebensmittel ganz selbstverständlich zum Leben dazugehören, wünschen sich die Tageseltern Marion und Martin Fiehe. Darum ist die Außenspielfläche von Hochbeeten durchzogen.
Schon für die Kleinsten wie Zoey, Lina, Mara oder Pepe sollen regionale Lebensmittel ganz selbstverständlich zum Leben dazugehören, wünschen sich die Tageseltern Marion und Martin Fiehe. Darum ist die Außenspielfläche von Hochbeeten durchzogen. Foto: Ulrike von Brevern

Und nicht nur das. Die beiden ausgebildeten Tageseltern Marion und Martin Fiehe haben ein ganzes Bündel an Ideen in ein Konzept gepackt und sich mit dem Projekt „Gartenzwerge entdecken regionale Lebensmittel“ für die Förderung im Rahmen von „Vital.NRW im Kreis Warendorf“ beworben. Mit Erfolg. Von ihren Projektkosten in Höhe von rund 24.000 Euro wurden 65 Prozent finanziert. Gerade einmal ein gutes Jahr hat es von der Idee bis zum Projektabschluss gedauert.

Für Jana Uphoff , als Regionalmanagerin des Vereins „8Plus“ verantwortlich für die Betreuung der Förderanträge aus der Region, gehören die „Gartenzwerge“ aus verschiedenen Gründen zu den Vorzeigeprojekten für die Vital.NRW-Förderung, die Entwicklung im ländlichen Raum unterstützt. Besonders streicht sie die durchweg private Initiative heraus: „von Bürgern für Bürger“.

Die Idee, das Außengelände umzugestalten und zudem eine neue Küche mit zwei verschiedenen Arbeitshöhen zum gemeinsamen Kochen mit Kindern einzurichten, entstand bei den Fiehes Anfang des vergangenen Jahres. Nachdem sie auf das Vital.NRW-Programm aufmerksam wurden, ging alles sehr schnell, erinnert sich Martin Fiehe. Schon in der folgenden Juli-Sitzung stellten sie ihr Projekt erfolgreich dem 8Plus-Vorstand vor, im September gab die Bezirksregierung ihre Zustimmung. Im Mai diesen Jahres war der Umbau fix und fertig. „Ein bisschen Zeit muss man investieren in den Antrag und die Unterlagen“, gibt Fiehe zu, aber es sei durchaus machbar, besonders, weil sie sich als Projektträger von Uphoff gut betreut gefühlt hätten.

Mehrerer Hochbeete umgeben jetzt die große Sandfläche im Außenspielbereich. Salat, Mangold, Gurken aber auch Erdbeeren zum Naschen sind damit allgegenwärtig. Paprika und Tomaten hatten die Kleinkinder seit dem Frühjahr auf der Fensterbank vorgezogen. Hin und wieder bekommen die acht Pfützen-Hüpfer Besuch von Gleichaltrigen mit ihren Tageseltern aus der Umgebung, die das Abenteuer Gemüsewachstum ebenfalls mitverfolgen. In der Küche hat Marion Fiehe bereits mit Eltern aus dem Ort gesunde Babybreie zubereitet. Künftig sollen auch Landfrauen mit gesunden Kochangeboten für Familien beteiligt werden.

Öffentlich zugänglich zu sein, gehört zu den Grundvoraussetzungen für förderwürdige Vital.NRW-Projekte. Bei den „Gartenzwergen“ war das durchaus ein Knackpunkt, erinnert sich Fiehe. Doch es gelang, Bezirksregierung und 8Plus-Vorstand davon zu überzeugen, dass auch dieses Kriterium für die Zielgruppe - in diesem Fall Kleinkinder und ihre Familien – gewährleistet ist. „Der Wille muss da sein, dann klappt das schon“, sagt Uphoff zuversichtlich und betont zugleich. „Der Mehrwert für die Bürger ist auch für mich das Wichtigste an einem Projekt.“

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