Klimadiskussion mit Klaus Töpfer
Jugend darf Änderungen fordern

Sendenhorst -

Verzagtes Lamentieren ist die Sache von Professor Klaus Töpfer nicht. „Das ist mir alles zu defensiv!“ entfährt es dem ehemaligen Bundesumweltminister im Verlauf einer Podiumsdiskussion über lokale und globale Ansätze zum Klimaschutz, über Fördermöglichkeiten und mögliche Entscheidungsansätze.

Freitag, 10.01.2020, 08:00 Uhr
Vor gut gefülltem Haus freuten sich Veranstalter und Diskussionsteilnehmer auf einen unterhaltsamen Klimaschutzabend: Frank Tischner, Markus Hartmann (Bürgermeisterkandidat Sendenhorst), Astrid Birkhahn (stellvertretende CDU Kreisvorsitzende), Henning Rehbaum (CDU, MdL), Prof. Klaus Töpfer, Elke und Andreas Hartleif (Veka AG), sowie Rolf Berlemann.
Vor gut gefülltem Haus freuten sich Veranstalter und Diskussionsteilnehmer auf einen unterhaltsamen Klimaschutzabend: Frank Tischner, Markus Hartmann (Bürgermeisterkandidat Sendenhorst), Astrid Birkhahn (stellvertretende CDU Kreisvorsitzende), Henning Rehbaum (CDU, MdL), Prof. Klaus Töpfer, Elke und Andreas Hartleif (Veka AG), sowie Rolf Berlemann. Foto: Ulrike von Brevern

Anklagen will der über 80-Jährige ebenso wenig, wie über möglicherweise verpasste Chancen reden. Er fordert stattdessen vorwärts gerichtete Tatkraft und positives Denken ein. Im Bewältigen der Risiken des vergangenen Wachstums liege die Chance für Wachstum in der Zukunft, so seine These. Die Kombination von Marktwirtschaft mit Ökologie, der Bewahrung der Schöpfung, gehöre zum Markenkern seiner Partei.

Der CDU-Kreisverband hatte den Parteikollegen, der nicht nur als Umweltminister dem Kabinett Kohl angehörte, sondern auch mehrere Jahre lang Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen mit Sitz in Nairobi war, in der Reihe „Klimaschutz konkret“ zu Vortrag und Diskussion nach Sendenhorst eingeladen. Mit auf dem Podium zum Thema „Global denken – lokal handeln“ saßen Rolf Berlemann , Geschäftsführer der Stadtwerke Ostmünsterland, und der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Frank Tischner.

Der globale Blick ging bei Töpfer in den Bereich der Entwicklungszusammenarbeit mit weiter wachsenden Gesellschaften vornehmlich in Afrika. Die Welt müsse bis zu neun Milliarden Menschen tragen. Aufgabe Deutschlands als „technologiefähiges Land“ sei es „globalisierungsfähige“ Techniken zu entwickeln, um damit zugleich Klimaschutz wie Wachstumsbedürfnisse in anderen Regionen der Welt zu unterstützen. Das sei exemplarisch beim Thema Solarenergie gelungen.

Als positives Beispiel für ein marktwirtschaftliches Herangehen an Umweltproblematiken stellte Töpfer das von ihm mitinitiierte Kreislaufwirtschaftsgesetz heraus, das bei der Einführung mit heftigem Widerstand zu kämpfen gehabt habe. Inzwischen seien aus dem Recycling-Gedanken Geschäftsmodelle entstanden, wie etwa auch bei dem Fensterbauer Veka AG, der die Räume für den Abend zur Verfügung stellte. Wenn die Politik dagegen zu genaue Vorgaben mache, „denken die Leute nur daran, wie sie zu umgehen sind“.

„Es ist das Recht der Jugend Änderungen zu fordern“, beantwortete Töpfer die Nachfrage von Moderator Henning Rehbaum, MdL, zur Haltung gegenüber den Protesten der „Fridays for future“-Bewegung. Die Jugendlichen müssten auch nicht alles zu Ende denken. Das allerdings müssten die Entscheider, und sie sollten dabei weder in Panik geraten noch unbesehen „der Wissenschaft“ folgen.

Im Verlauf der Diskussion über lokale Handlungsmöglichkeiten im Bereich Energie kritisierten Berlemann und Tischner besonders die aufwändigen Förderanträge der KfW. Mit Blick auf die Zukunft wünschte sich Berlemann, dass das Bewusstsein für alternative Energiefragen weiter steige und „jeder breiter denkt“. Tischner hoffte auf ein engeres gesellschaftliches wie globales Zusammenrücken. „Der beste Vorsatz heißt machen“, fasste Töpfer seine Sicht der Dinge zusammen.

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