Tagesklinik für Senioren
Wenn ambulante Hilfe nicht reicht

Beckum -

„Ich bin zu Hause ausgerutscht, gestürzt und habe mich am Kopf verletzt. Mir taten alle Knochen weh, als ich in die Tagesklinik im Beckumer Krankenhaus kam. Aber nach einem dreiwöchigen Aufenthalt kann ich diese nur weiterempfehlen“, erklärt die 98-jährige Edith Pröpsting.

Samstag, 11.01.2020, 06:03 Uhr aktualisiert: 11.01.2020, 06:10 Uhr
Die Beckumerin Edith Pröpsting (Mitte) gewann durch den Aufenthalt in der Tagesklinik Beweglichkeit und Lebensqualität zurück.
Die Beckumerin Edith Pröpsting (Mitte) gewann durch den Aufenthalt in der Tagesklinik Beweglichkeit und Lebensqualität zurück. Foto: Elisabeth Eickmeier

„Anders als bei einem normalen Krankenhausaufenthalt war ich nur an Wochentagen in der Tagesklinik und konnte zu Hause übernachten“.

Schon seit zwei Jahren gibt es inzwischen die Geriatrische Tagesklinik im St.-Elisabeth-Hospital in Beckum. Die teilstationäre Einrichtung ist ein Angebot für ältere Menschen, deren Zustand sich verschlechtert hat, die aber nicht stationär behandelt werden müssen. Sie sind tagsüber in der Tagesklinik und nachts und am Wochenende zu Hause.

So machte es auch Edith Pröpsting. Praktisch fand sie dabei, dass sie mit dem Taxi abgeholt und wieder nach Hause gebracht wurde. „Die Physiotherapie hat mir geholfen wieder beweglich zu werden, denn ich habe in dieser Zeit viel Sport gemacht. Vorher waren meine Finger etwas steif, aber durch kneten wurden sie wieder beweglich“.

Die Patienten werden von den niedergelassenen Hausärzten zur Behandlung eingewiesen. In einem interprofessionellen Team arbeiten dabei Ärzte, Pflegefachkräfte, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeiter gemeinsam. Akute und chronische Erkrankungen werden sowohl medikamentös als auch mit Einzel- und Gruppentherapien über insgesamt 15 Wochentage behandelt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit zu erhalten oder wiederzuerlangen. Eine große Rolle spielen dabei die Aktivierung und die Förderung der eigenen Fähigkeiten. „Die Geriatrische Tagesklinik schließt mit diesem Angebot die Lücke in der Versorgung und Therapie älterer Menschen“, betont Pflegedirektor, Michael Blank.

„Die Geriatrische Tagesklinik richtet sich an Patienten, die nicht stationär behandelt werden müssen, für die aber die ambulante medizinische Hilfe nicht ausreicht“, erklärt die Chefärztin der Geriatrie, Dr. Thea Krüger . Daneben richte sich das Angebot an Menschen, die aus der vollstationären Behandlung entlassen werden, aber noch weiterer medizinisch-teilstationärer Behandlung bedürfen. Sie müssen allerdings über ein bestimmmtes Maß an Mobilität – zumindest mit einem Rollator – verfügen und transportfähig sein.

Die Behandlung eignet sich sehr gut für Patienten, die einen Schlaganfall erlitten oder neurologische Funktionsausfälle haben, bei Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparates, nach Amputationen, Brüchen oder Gelenkersatz, bei Spätfolgen von Stoffwechselerkrankungen (etwa Diabetes mellitus), nach Stürzen und bei Gangunsicherheit. Außerdem können hier Patienten behandelt werden, die chronische Schmerzsyndrome, chronisch-entzündliche Erkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, die sich zunehmend verschlechtert haben. „Voraussetzung ist, dass der Patient motiviert und aktiv an den therapeutischen Behandlungen teilnehmen kann und die Fähigkeit hat, die Anforderungen umzusetzen“, ergänzt Krüger.

Mit insgesamt zehn Behandlungsplätzen ging die Tagesklinik vor zwei Jahren an den Start, heute sind es 15 Plätze. Im Dezember 2017 startete das Angebot mit vier Patienten, 2018 waren es bereits 144 und im Jahr 2019 insgesamt 245.

Die Geriatrische Tagesklinik in Beckum steht allen Menschen in der Region zur Verfügung – sofern sich die Anfahrtszeit in einem vertretbaren Rahmen bewegt, der eine halbe Stunde nicht überschreiten sollte. Die Patienten können durch den behandelnden Arzt eingewiesen werden. Behandlungs- und Transportkosten werden von den Krankenkassen übernommen.

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