Sendker und Daldrup zur Abstimmung im Bundestag
„Ein schlechter Tag für alle, die auf ein Organ warten“

Kreis Warendorf -

Viele Menschen, die dringend auf ein Spenderorgan warten, wurden enttäuscht. Diese Auffassung teilen die Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis nach der Abstimmung im Bundestag.

Donnerstag, 16.01.2020, 16:54 Uhr aktualisiert: 17.01.2020, 13:56 Uhr
Ein Arzt hält ein anatomisches Modell des menschlichen Herzens. Der Bundestag stimmte über Organspende-Regeln ab. Das Ziel, zu mehr Organspenden zu kommen, wurde verfehlt.
Ein Arzt hält ein anatomisches Modell des menschlichen Herzens. Der Bundestag stimmte über Organspende-Regeln ab. Das Ziel, zu mehr Organspenden zu kommen, wurde verfehlt. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Einer Meinung sind die beiden Bundestagsabgeordneten im Kreis Warendorf selten. Doch beim Thema Organspende ziehen sie an einem Strang. Deswegen bedauern sowohl Reinhold Sendker ( CDU ) als auch Bernhard Daldrup ( SPD ), dass es keine Mehrheit für den Antrag zur doppelten Widerspruchslösung von Bundesgesundheitsminister Spahn gab.

Sendker und Daldrup weisen darauf hin, dass es im vergangenen Jahr nur 955 Organspenden in Deutschland gab. Genau das Zehnfache davon wäre aber erforderlich gewesen, nämlich 9500 Organspenden. Deswegen sei es „ein schlechter Tag für alle, die auf ein Organ warten“. Dabei bestehe dringendster Handlungsbedarf, argumentiert Sendker. „Für mich hat der Schutz des menschlichen Lebens und des ungeborenen Lebens oberste Priorität. Auch beim Thema Organspende trete ich dafür ein, dass Leben gerettet werden muss.“ Die freie Entscheidung des Einzelnen wäre aus Sicht von Sendker mit der Widerspruchslösung im Übrigen gewahrt geblieben.

Daldrup ärgert sich, dass man sich in Deutschland einerseits auf hohe ethische Maßstäbe beruft – dann aber Organe aus anderen Ländern importiert. „Das ist ein Widerspruch.“

Im zweiten Wahlgang stimmte Sendker dem Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende zu. „Obwohl ich diesen Vorschlag nur für die zweitbeste Lösung halte, ist er zumindest eine Verbesserung.“ Daldrup dagegen enthielt sich, weil die Verbesserungen nur minimal seien. „Für alle, die auf ein Organ warten, ändert sich praktisch nichts.“

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